Das technische Erbe: NEM-1 und die Modul-Frage
Zuvor müssen die neuen Module jedoch ins Weltall befördert werden. Herzstück der russischen Raumstation soll das ursprünglich für die ISS entwickelte Wissenschafts- und Energiemodul (Nem-1) werden. Der Start ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant. Laut Kononenko steht das Team unter erheblichem Zeitdruck, da die Simulatoren bereits ein Jahr vor dem Start einsatzbereit sein müssen.
Nem-1 wird zunächst an die ISS andocken. Sollte der Betrieb der Ros-Station wie geplant im Jahr 2029 aufgenommen werden, müssen die technischen Trainingsanlagen bereits 2028 für die Besatzungen zur Verfügung stehen. Die Kosmonauten müssten in der Lage sein, jedes System und jedes Notfallszenario der neuen Station sowie des neuen bemannten Raumschiffs (PTK/Orel) im Schlaf zu beherrschen, bevor sie tatsächlich abheben.
Das Ende der ISS-Ära
Während die ISS allmählich abgesenkt wird, sollen die Kosmonauten mit der Demontage der russischen Module beginnen. Nem-1 soll dabei als Herzstück der neuen Station fungieren. Damit kann der Weiterbetrieb der ISS über das Jahr 2031 kaum ermöglicht werden. Immerhin liefert Russland das permanente Antriebsmodul der Raumstation.
Zudem bestätigte der Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow auch offiziell das Ende der ISS(öffnet im neuen Fenster) von russischer Seite: "Im Jahr 2028 werden wir mit der schrittweisen Deorbitierung der Station beginnen, wobei ihr anschließendes Eintauchen ins Meer für 2030 geplant ist."
Lange wurde auch über die Neigung der Ros-Station spekuliert. Ein polarer Orbit von 97-98 Grad würde die Überwachung von ganz Russland, einschließlich der Arktis, ermöglichen. Das Beibehalten des ISS Orbits von 51,6 Grad würde dazu beitragen, dass man auch die russischen ISS-Module Nauka und Pricha weiterhin für Ros nutzen könnte. Eine Änderung der Bahnneigung im Orbit wäre jedoch energetisch extrem aufwendig, weswegen Nauka und Prichal wahrscheinlich auf der ISS verbleiben und mit ihr verglühen werden.
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