Ultraleichtraketen ersetzen ausgemusterte Satelliten
Die Vorentwurfsphase ist laut Nikolai Dzis-Voinarovsky, dem CEO von 3D Research and Development, abgeschlossen, und das Team bereitet Zeichnungen und 3D-Modelle vor. Der Entwurf der zweiten Stufe wurde fertiggestellt und "die Motorenentwicklung wurde an die in Samara ansässige UEC-Kuznetsov-Produktionsstätte vergeben".
Die Ultraleichtraketen sollen ausgemusterte Satelliten in Satellitenkonstellationen ersetzen. Die Nutzung schwerer Träger ist unwirtschaftlich und träge. Während Betreiber hier teils mehrere Jahre auf einen freien Startplatz warten, verlangen dringende Ausfälle in einer Konstellation oft eine Reaktion innerhalb weniger Stunden.
"Da Russland derzeit aktiv eigene Satellitenkonstellationen entwickelt, ist die Entwicklung eigener Ultraleichtraketen äußerst relevant", betonte Dzis-Voinarovsky(öffnet im neuen Fenster). Die Anzahl der Satelliten im Erdorbit wächst jedes Jahr an, ihre Gesamtzahl hat laut Bakanow die 11.000 bereits überschritten.
Eine Mega-Satelliten-Konstellation für Russland
Das privatwirtschaftliche russische Luft- und Raumfahrtunternehmen Bureau-1440 schickte am 23. März 2026 die erste Serie von 16 Kommunikationssatelliten der Rassvet-Konstellation ins All. "Das Bureau-1440-Team hat diese Reise in 1.000 Tagen abgeschlossen – so lange dauert es, bis experimentelle und Produktionssatelliten in den Orbit gebracht werden", teilte CEO Alexey Shelobkov mit(öffnet im neuen Fenster). Der Ausbau der Konstellation von 900 Satelliten solle bis zum Jahr 2035 abgeschlossen sein.
Die Satelliten verfügen über ein Kommunikationssystem auf Basis der 5G-NTN-Architektur, um einen Breitbandinternetzugang mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbps mit minimaler Latenz überall auf der Erde bereitzustellen. Seinen Kundenstamm sieht Bureau-1440 bei Transportunternehmen, Energieversorgern, der Ölindustrie und Landwirtschaft, bei Telekommunikationsanbietern, Regierungsbehörden, Notfalldiensten sowie im Tourismus- und geologischen Explorationssektor.
Zusammenfassend zeigt sich ein gemischtes Bild: Einerseits treibt das Land den Ausbau neuer Raketen und Satellitenkonstellationen voran, andererseits verzögern sich zentrale Projekte wie die Sojus-5 weiterhin. Ob Russland damit im zunehmend umkämpften Markt für Raumfahrt und Satellitenkommunikation Schritt halten kann, dürfte entscheidend davon abhängen, wie schnell bestehende technische und organisatorische Probleme gelöst werden.
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