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Rosetta-Mission: Vor zehn Jahren landete Philae auf dem Kometen Tschuri

Die Rosetta -Mission erreichte im August 2014 ihr Zielobjekt. Im November setzte die Esa -Raumsonde ein Mini-Labor auf dem Kometen Tschuri ab.
/ Patrick Klapetz
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Künstlerische Darstellung von Philae auf dem Kometen Tschuri (Bild: ESA/ATG medialab)
Künstlerische Darstellung von Philae auf dem Kometen Tschuri Bild: ESA/ATG medialab

Vor zehn Jahren, am 12. November 2014 , setzte die europäische Rosetta-Raumsonde(öffnet im neuen Fenster) auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz Tschuri 67P) ein Mini-Labor ab. Der vier Kilometer große gefrorene Gesteinsbrocken ist damit der erste Komet, auf dem ein Raumfahrzeug landete .

Die Reise zu dem Kometen dauerte zehn Jahre. Dabei musste die Raumsonde mit der Geschwindigkeit des Kometen Schritt halten und auf 123.000 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Zudem flog Rosetta ziemlich nah an der Sonne vorbei, wo sie Temperaturen von 100 °C aushalten musste. Beim Vorbeiflug am Jupiter fielen die Temperaturen dagegen auf -270 °C.

Das Design der Sonde wurde bei Airbus in Immenstaad am Bodensee (Baden-Württemberg) entwickelt. "Das war ein unfassbarer Moment. Als erste weltweit einem Kometen so nah zu kommen, ihn langfristig zu beobachten und damit den Urstaub des Sonnensystems entschlüsseln zu lernen" , erklärte Gunther Lautenschläger von Airbus zurückblickend gegenüber der Tagesschau(öffnet im neuen Fenster) . Insgesamt waren 16 Länder an dem Projekt beteiligt.

Die ersten Daten

Nur wenige Stunden nach der Ankunft an Tschuri im August 2014 wurden die ersten Nahaufnahmen des Kometen, die von Rosetta und seinem Lander Philae gemacht wurden, per Funk zur Erde gesendet.

"Wir sind angekommen. Zehn Jahre lang saßen wir im Auto und warteten darauf, ins wissenschaftliche Disneyland zu kommen, und wir sind noch nicht einmal ausgestiegen und haben uns angesehen, was vor dem Fenster liegt" , sagte Mark McCaughrean(öffnet im neuen Fenster) , leitender wissenschaftlicher Berater bei der Esa, damals.

Rosetta umkreiste Tschuri zwei Jahre lang und näherte sich dem Kometen dabei bis auf zwei Kilometer an. Dabei wurden einige Entdeckungen gemacht, etwa die außergewöhnliche Form.

Die ersten detaillierten Bilder zeigten, dass der Komet 67P nichts mit dem kartoffelförmigen Felsen gemein hatte, der von der Fachwelt erwartet wurde. Stattdessen erwies sich der Komet als zweigeteiltes Quietscheentchen – das Resultat zweier vollwertiger Kometen, die mit geringer Geschwindigkeit in einem jungen Sonnensystem kollidierten.

Erdähnliche Gase strömen aus dem Kometen

Rosetta dokumentierte auch das ausströmende Gas des Kometen(öffnet im neuen Fenster) . Bis zu zwei Badewannen voller Wasserdampf(öffnet im neuen Fenster) und 1.000 Kilogramm Staub entweichen pro Sekunde von der Kometenoberfläche. Diese bilden den charakteristischen, 100 Millionen Kilometer langen Schweif von Tschuri. Die Zusammensetzung des Wasserdampfs unterscheidet sich jedoch erheblich von der auf der Erde.

In dem Strom befand sich viel organisches Material. Andere Daten zeigten, dass einige Edelgase in der Erdatmosphäre von Kometen stammen. Daraus resultierte die Hypothese, dass ein Strom von Kometeneinschlägen die Erde auch mit lebensfördernden Substanzen versehen haben könnte.

Als Krönung der Mission setzte Rosetta Philae, eine Art Mini-Labor, auf den Kometen ab .

Das Ende der Mission

Nach mehr als einem Jahrzehnt im Weltraum und zwei Jahren der Erforschung des Kometen 67P stürzte die Rosetta am 30. September 2016 wie geplant auf die Oberfläche des Himmelskörpers(öffnet im neuen Fenster) . Auf dem Weg dorthin sendete die Sonde immer detailliertere Bilder des Kometen zur Erde.

Rosettas letztes Bild(öffnet im neuen Fenster) war eine verschwommene Momentaufnahme der Einschlagstelle. Diese wurde nach der antiken Stadt Sais (Ägypten) benannt, in der sich der Stein von Rosetta ursprünglich befand.

Vier Jahre nach dem Ende der Mission wurden auf Tschuri auch erstmals Polarlichter auf einem Kometen beobachtet(öffnet im neuen Fenster) . Und im Jahr 2021 näherte sich der Komet(öffnet im neuen Fenster) 67P der Erde so stark wie seit 200 Jahren nicht mehr. Dabei lagen zwischen Erde und dem Kometen samt den beiden ausrangierten Raumfahrzeugen 62,8 Millionen Kilometer.


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