Abo
  • Services:

Rosetta: Mach's gut und danke für die Bilder!

Das Ende naht: Heute wird die europäische Raumsonde Rosetta auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufsetzen und dabei zerstört werden. Es ist das Ende einer spektakulären Mission, die der europäischen Raumfahrtagentur Esa großes Prestige eingebracht hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Einschlag von Rosetta: bis zum Schluss Daten und Bilder zur Erde funken
Einschlag von Rosetta: bis zum Schluss Daten und Bilder zur Erde funken (Bild: ESA/ATG medialab)

Am Schluss sind sie wieder zusammen: Die europäische Raumsonde Rosetta wird am 30. September auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen - ganz in der Nähe des Landefahrzeugs Philae, das Rosetta vor knapp zwei Jahren auf dem Kometen abgesetzt hat.

  • Tschuri aus knapp 12 km Höhe, aufgenommen am 30. September 2016 beim Anflug (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • Rosetta wird sich dem Kometen in Schrittgeschwindigkeit nähern und aufsetzen. Den Aufprall wird die Sonde nicht überstehen. (Bild: ESA/ATG medialab)
  • Kürzlich hat Rosetta den Lander Philae gefunden. (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA - CC BY-SA IGO 3.0)
  • Rosetta wird in seiner Nähe aufsetzen. (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • Der Lander steckt in einer Spalte fest. Dorthin war er nach der Landung gedriftet. (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
  • Ausrichtung und Positon des Landers zu kennen, ist wichtig für die Auswertung seiner Daten. (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
Tschuri aus knapp 12 km Höhe, aufgenommen am 30. September 2016 beim Anflug (Bild: Esa/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)
Stellenmarkt
  1. ING-DiBa AG, Nürnberg
  2. Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH, Sankt Johann


Rosetta umkreiste den Kometen, kurz Tschuri genannt, zuletzt auf einer elliptischen Bahn, auf der sie sich ihm bis auf etwa 4 Kilometer näherte und sich dann bis auf etwa 17 Kilometer entfernte. Am 26. September hat sie diesen Orbit verlassen und sich etwas von dem Kometen entfernt. Am 29. September gegen 22:50 Uhr ist die Sonde dann auf Kollisionskurs mit Tschuri gegangen.

Rosetta findet Philae

Gegen 10 Uhr am Freitag wird die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) die letzten Kommandos an Rosetta übermitteln. Die Sonde wird zum Kometen absinken und schließlich aufsetzen. Zielgebiet ist die Ma'at-Region auf dem Kopf der Ente. Dort hat Rosetta kürzlich auch den Lander Philae entdeckt, der nach der Landung im November 2014 abgedriftet war.

Die Ma'at-Region sei "ein besonders aktives Gebiet, mit Löchern, aus denen Gas und Staub ins All geschleudert werden", sagt Stephan Ulamec. Der DLR-Wissenschaftler ist Projektleiter von Philae. Die Sonde soll sich der Kometenoberfläche langsam nähern. Während des Sinkflugs wird sie noch Daten sammeln und Bilder aufnehmen - bis zum Schluss: Die letzte Übertragung soll etwa 15 Sekunden vor dem Aufsetzen erfolgen.

Die Sonde verschläft die Reise

Es wird das Ende einer spektakulären Raumfahrtmission: Die Esa hatte Rosetta am 2. März 2004 auf die 800 Millionen Kilometer lange Reise zu 67P/Tschurjumow-Gerassimenko geschickt. Unterwegs durchquerte die Sonde zweimal den Asteroidengürtel und schickte Bilder von zwei Asteroiden zur Erde. Dann wurde sie für zweieinhalb Jahre in Tiefschlaf versetzt.

Gut 800 Millionen Kilometer musste die Sonde zum Kometen zurücklegen. Dabei passierte sie mehrfach die Erde und den Mars und nutzte die Gravitationsfelder der Planeten, um mit Gravitationsmanövern oder Swingbys zu beschleunigen. Zudem durchquerte sie zweimal den Asteroidengürtel und konnte dabei zwei Asteroiden fotografieren. Im August 2014 kam Rosetta bei Tschuri an, schwenkte in einen Orbit ein und lieferte spektakuläre Bilder vom Kometen.

Philae bohrt Tschuri an

Am 12. November 2014 kam dann der Höhepunkt der Mission: Rosetta setzte Philae ab. Zwar war der Lander nur wenige Tage aktiv - nach dem Drift über den Kometen blieb er in einer Spalte hängen und bekam nicht genug Sonnenlicht, um seinem Akku wieder aufzuladen. Doch die Zeit reichte aus, um Fotos aufzunehmen, Daten zu sammeln und ein Loch in den überraschend harten Untergrund zu hämmern.

Im Juni 2015 meldete sich der Lander noch einmal. Anfang dieses Jahres versuchte das DLR erneut, Philae zu reaktivieren, aber vergeblich. Im Februar gab das DLR Philae auf.

Rosetta war ein Erfolg

Die Rosetta-Mission war ein großer Erfolg für die Esa: Sie hatte es geschafft, eine Sonde auf eine lange und weite Reise zu einem Rendezvous zu schicken und zum ersten Mal ein Raumschiff von der Erde auf einem Kometen landen zu lassen. Sie war ein Grund dafür, dass die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Europäer mit dem Bau des Servicemoduls für das US-Raumfahrzeug Orion beauftragt hat, das 2018 um den Mond fliegen soll.

Am 30. September 2016 endet die Rosetta-Mission: Gegen 12:40 Uhr wird die Sonde auf dem Kometen aufsetzen. Obwohl sie zum Schluss nur noch mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein wird, wird sie den Aufprall voraussichtlich nicht überstehen. Wegen der langen Laufzeit wird das letzte Signal von Rosetta gegen 13:20 Uhr - mit einer Toleranz von 20 Minuten - auf der Erde ankommen.

"Natürlich ist es in gewisser Weise ein sentimentaler Anlass, wenn eine Mission, an der man über zwei Jahrzehnte gearbeitet hat, mit so einem Impakt endgültig zu Ende geht", sagt Ulamec. "Andererseits haben wir so viele Daten gewonnen, dass man auch nicht traurig sein sollte."

Nachtrag vom 30. September 2016, 13:36 Uhr

Rosetta ist pünktlich auf dem Kometen gelandet. Um 13:19 Uhr sei das Signal verstummt, twitterte die Esa. Damit sei die Rosetta-Mission vollendet



Anzeige
Top-Angebote
  1. 159,00€
  2. (u. a. Vertigo, Vier Fäuste für ein Halleluja)
  3. (u. a. Der weiße Hai, Der blutige Pfad Gottes)
  4. 259,00€

dreamtide11 05. Okt 2016

Doch, tut es. Ich habe Abo, ist auch aktiv. Es hüpft mit uBlock oder ohne.

baldur 02. Okt 2016

Wer weiß.. in ein paar Hundert Jahren sammelt jemand vielleicht wirklich die ganzen...

frostbitten king 01. Okt 2016

Hab die streams verfolgt, glaub sie haben gesagt 0.9m/s war die Geschwindigkeit.

moltenCore 01. Okt 2016

... als im Jahr 2004 die Meldung rauskam: Der Start von ROSETTA verzögert sich wegen...

Anonymer Nutzer 30. Sep 2016

Gelandet? Es ist auf aufgeschlagen, alle Systeme die es am Boden halten sollten haben...


Folgen Sie uns
       


Huawei Matebook 14 - Hands on (MWC 2019)

Das Matebook 14 ist eines von zwei neuen Notebooks, das Huawei auf dem MWC 2019 vorgestellt hat. Golem.de hat sich das Gerät genauer angeschaut.

Huawei Matebook 14 - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android, Debian, Sailfish OS Gemini PDA bekommt Dreifach-Boot-Option

Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
Tom Clancy's The Division 2 im Test
Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
Von Jan Bojaryn

  1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
  2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

Uploadfilter: Voss stellt Existenz von Youtube infrage
Uploadfilter
Voss stellt Existenz von Youtube infrage

Gut zwei Wochen vor der endgültigen Abstimmung über Uploadfilter stehen sich Befürworter und Gegner weiter unversöhnlich gegenüber. Verhandlungsführer Voss hat offenbar kein Problem damit, wenn es Plattformen wie Youtube nicht mehr gäbe. Wissenschaftler sehen hingegen Gefahren durch die Reform.

  1. Uploadfilter SPD setzt auf Streichung von Artikel 13
  2. Uploadfilter Koalition findet ihren eigenen Kompromiss nicht so gut
  3. Uploadfilter Konservative EVP will Abstimmung doch nicht vorziehen

    •  /