Root-Zugriff möglich: Falsch gesetztes Zeichen reißt Lücke in den Linux-Kernel
Sicherheitsforscher von Exodus Intelligence haben Details zu einer bereits im Februar gepatchten Sicherheitslücke im Linux-Kernel veröffentlicht. Angreifer können sich damit auf anfälligen Systemen Root-Rechte verschaffen. Wie Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf einen ausführlichen Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) der Forscher berichtet, lag die Ursache für die Lücke in nur einem einzigen fehlerhaft gesetzten Ausrufezeichen.
Die besagte Sicherheitslücke ist als CVE-2026-23111(öffnet im neuen Fenster) registriert und erreicht mit einem CVSS-Wert von 7,8 einen hohen Schweregrad. Angreifer mit einfachen Benutzerrechten können damit auf anfälligen Linux-Systemen ihre Rechte ausweiten und Code als Root zur Ausführung bringen.
Die Ursache der Lücke liegt den Angaben zufolge im Kernel-Subsystem Nftables(öffnet im neuen Fenster), welches primär der Filterung von Netzwerkpaketen dient. Die Forscher fanden in der zugehörigen Datei nf_tables_api.c eine fehlerhafte Codezeile, bei der vor einer Bedingung ein Ausrufezeichen gesetzt war, welches dort nicht hätte stehen dürfen. Dadurch wurde die Bedingung fälschlicherweise negiert, was einen Use-after-free-Bug zur Folge hatte.
Erfolgsrate von Auslastung abhängig
Bei eigenen Tests mit einem für CVE-2026-23111 entwickelten Exploit haben die Sicherheitsforscher zumindest Debian Bookworm, Debian Trixie sowie Ubuntu 22.04 LTS und 24.04 LTS für anfällig befunden. Zur Anfälligkeit anderer Linux-Distributionen machten die Forscher hingegen keine Angaben. Die Ausnutzung soll sich zudem unter Ubuntu und Debian jeweils geringfügig unterscheiden.
Wer sich für weitere technische Details zu CVE-2026-23111 interessiert, findet diese im Blogbeitrag von Exodus Intelligence(öffnet im neuen Fenster). Demnach hängt die Erfolgsrate des Exploits von der Auslastung des Heap-Speichers des Linux-Kernels ab. Bei einem System im Leerlauf erreichten die Forscher eine Erfolgsquote von 99 Prozent, bei hoher Auslastung nur noch etwa 80 Prozent.
Den Angaben zufolge wurde die Lücke schon Anfang 2025 entdeckt. Ein Patch steht allerdings erst seit Februar 2026(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Eine Begründung dafür, dass die Bereitstellung einer Korrektur etwa ein Jahr gedauert hat, liefern die Forscher allerdings nicht. Sicherheitsforscher von Fuzzing Labs haben ebenfalls eine ausführliche Analyse zu CVE-2026-23111 veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster).
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 10.06.2026 veröffentlicht. Da das Thema für unsere Leserschaft weiterhin von hohem Interesse ist, spielen wir den Beitrag an dieser Stelle erneut aus.
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