Abo
  • Services:
Anzeige
Das SSL-Observatory der EFF half bei der Schlüsselbeschaffung.
Das SSL-Observatory der EFF half bei der Schlüsselbeschaffung. (Bild: EFF)

Ron was wrong, Whit is right: RSA-Schlüssel unsicherer als gedacht

Das SSL-Observatory der EFF half bei der Schlüsselbeschaffung.
Das SSL-Observatory der EFF half bei der Schlüsselbeschaffung. (Bild: EFF)

Die real genutzten RSA-Schlüssel im Netz sind nicht so sicher wie viele glauben. Forscher aus der Schweiz fanden jetzt überraschend viele Duplikate und Schlüssel, die praktisch keine Sicherheit bieten. Eine andere Forschergruppe kommt zu ähnlichen Ergebnissen, warnt aber vor unnötiger Panik.

Forscher um den Mathematiker Arjen Lenstra von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne haben untersucht, wie zufällig die im Internet verwendeten Schlüssel wirklich sind. Sie sammelten dazu insgesamt 11,7 Millionen öffentliche RSA-Schlüssel im Web ein, die 6,4 Millionen unterschiedliche RSA-Moduli enthielten.

Anzeige

Bei den übrigen handelte es sich vor allem um Elgamal- und DSA-Schlüssel sowie einen einzigen ECDSA-Schlüssel.

Während unter den DSA- und Elgamal-Schlüsseln einige wenige Duplikate gefunden wurden, war das Problem bei RSA-Schlüsseln ungleich größer: Bei rund 4 Prozent kam der gleiche RSA-Modulus zum Einsatz. Von den 6,4 Millionen RSA-Moduli tauchen 71.052 (1,1 Prozent) mehr als einmal auf, einige sogar mehrere tausend Mal.

Das Problem: Findet der Besitzer eines Schlüsselpaares einen anderen mit gleichem öffentlichem Schlüssel, kann er dessen Nachrichten entschlüsseln.

Die Forscher fanden darüber hinaus 12.740 RSA-Moduli (1.024 Bit), die überhaupt keine Sicherheit bieten, da sich die entsprechenden privaten Schlüssel leicht herausfinden lassen. Die Forscher kommen allgemein zu dem Schluss, dass RSA-Schlüssel mit 1.024 Bit maximal eine Sicherheit von 99,8 Prozent bieten.

Forscher und EFF wollen Betroffene warnen

Aufgrund der großen Zahl an Betroffenen haben sich die Forscher mit der Electronic Frontier Foundation (EFF) zusammengetan, um die Betroffenen zu warnen. Das aber sei schwierig, da nicht in allen Schlüsseln korrekte Kontaktdaten hinterlegt seien. Die EFF hat mit ihrem SSL Observatory auch bei der Sammlung der Schlüssel geholfen.

Als Ursache für die sich wiederholenden RSA-Moduli vermuten die Forscher noch immer zu schwache Generatoren von Zufallszahlen. Zudem vermuten die Forscher, dass ihre Erkenntnisse nicht neu und vor allem bei Geheimdiensten bekannt sein dürften.

Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Aufsatz "Ron was wrong, Whit is right" veröffentlicht.

Alles nicht so schlimm?

Mathematikerin Nadia Heninger warnt indes vor Panik. Zusammen mit Zakir Durumeric, Eric Wustrow und Alex Halderman hat sie eine ähnliche Untersuchung durchgeführt.

Sie konnten rund 0,4 Prozent der untersuchten, für SSL genutzten Schlüssel aus der Ferne kompromittieren, da die Schlüssel - mit vorhersagbaren Zufallszahlen, die sich zum Teil wiederholten - falsch erzeugt wurden. Dabei gab es zwei Probleme: Schlüssel, die mit vorhersagbaren Zufallszahlen generiert wurden, und ein kleiner Teil von Schlüsseln, bei denen die fehlende Zufälligkeit genutzt werden konnte, um per Faktorzerlegung aus dem öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel zu bestimmen. Heninger hat zusammen mit ihren Kollegen ein Werkzeug entwickelt, das solche Schlüssel in Faktoren zerlegen kann, so dass sich binnen weniger Stunden die privaten Schlüssel bestimmen lassen.

Dennoch hält Heninger das Ganze für kein großes Problem: Betroffen seien verschiedene Embedded-Geräte wie Router gewesen, keine großen Webserver. Es sei daher keinesfalls so, dass die Ergebnisse die um E-Commerce genutzte Verschlüsselung infrage stellen. Allerdings fanden Heninger und ihre Kollegen bei einigen Produkten fast aller großen Hersteller entsprechende Probleme. Sie gehen davon aus, dass rund 200.000 Geräte betroffen sind, was rund 4,1 Prozent der von ihnen untersuchten SSL-Schlüssel entspricht.

Ihre Ergebnisse halten Heiniger und Kollegen noch zurück, um erst die Hersteller zu informieren. Sie wollen dann jedes betroffene Gerät benennen und eine Website einrichten, auf der Nutzer ihren Router testen können.


eye home zur Startseite
ursfoum14 16. Feb 2012

Es kommt mir nicht ganz klar wo diese RSA Schlüssel hier gegrade zum Einsatz kommen Ich...

ap (Golem.de) 15. Feb 2012

Danke für den Hinweis. Wir haben es korrigiert!

sasquash 15. Feb 2012

Danke danke Leute!! Allerdings hab ich das Ganze schon vor 'ner halben Ewigkeit...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
  2. M-net Telekommunikations GmbH, München
  3. Ratbacher GmbH, Raum Berlin
  4. über Harvey Nash GmbH, Stuttgart


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 19,99€
  3. 69,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Folgen Sie uns
       


  1. MWC Shanghai

    LTE-Technologie erreicht Latenz von unter zwei Millisekunden

  2. Landkreis Plön

    Tele Columbus bringt Gigabit-Zugänge in 15.000 Haushalte

  3. Innovation Days

    Ericsson liefert Basisstation an 5G Lab Germany

  4. Für Lokalsender

    Kabelnetzbetreiber wollen 250 Millionen Euro Rundfunkgebühr

  5. Linux-Kernel-Security

    Torvalds bezeichnet Grsecurity als "Müll"

  6. Zolo Liberty Plus

    Drahtlose Ohrstöpsel auf Kickstarter für nur 100 US-Dollar

  7. Eckpunkte

    Bundesnetzagentur sieht 5G bei 2 GHz und 3.400 bis 3.700 MHz

  8. Internet sofort

    Das Warten auf den Festnetzanschluss kann teuer werden

  9. Ransomware

    Petya-Kampagne nutzt Lücke in Buchhaltungssoftware

  10. 10 GBit/s

    Erste 5G-Endgeräte sind noch einen Kubikmeter groß



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Dirt 4 im Test: Vom Fahrschüler zum Rallye-Weltmeister
Dirt 4 im Test
Vom Fahrschüler zum Rallye-Weltmeister

Mesh- und Bridge-Systeme in der Praxis: Mehr WLAN-Access-Points, mehr Spaß
Mesh- und Bridge-Systeme in der Praxis
Mehr WLAN-Access-Points, mehr Spaß
  1. Aruba HPE Indoor-Tracking leicht gemacht
  2. Eero 2.0 Neues Mesh-WLAN-System kann sich auch per Kabel vernetzen
  3. BVG Fast alle Berliner U-Bahnhöfe haben offenes WLAN

Mobile-Games-Auslese: Ninjas, Pyramiden und epische kleine Kämpfe
Mobile-Games-Auslese
Ninjas, Pyramiden und epische kleine Kämpfe
  1. Ubisoft Chaoshasen, Weltraumaffen und die alten Ägypter
  2. Monument Valley 2 im Test Rätselspiel mit viel Atmosphäre und mehr Vielfalt
  3. Mobile-Games-Auslese Weltraumkartoffel und Bilderbuchwanderung für mobile Spieler

  1. Re: " ... verfassungsrechtlich bedenklich ... "

    Shik3i | 03:39

  2. Re: Passender XKCD

    Shik3i | 03:26

  3. Dank Landwohnsitz ...

    Umaru | 02:59

  4. Re: GPL?

    picaschaf | 02:47

  5. Re: Golem Journalismus ist Müll

    strike | 02:29


  1. 18:23

  2. 17:10

  3. 16:17

  4. 14:54

  5. 14:39

  6. 14:13

  7. 13:22

  8. 12:03


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel