Ron Sommer: Ex-Telekom-Chef greift Nachfolger an
Der frühere Vorstandschef der Deutschen Telekom Ron Sommer wirft seinen Nachfolgern strategische Fehler vor, die viele Probleme des Telekommunikationskonzerns verursacht hätten. Sommer sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Kritik an dem von ihm zu verantwortenden Einstieg in den US-Markt könne er bis heute nicht nachvollziehen. Die USA seien ein Traummarkt. "Der Fehler war, dass die Telekom nach meinem Weggang die USA ein paar Jahre massiv vernachlässigt hat, was Investitionen angeht. Das dürfen sie in der schnelllebigen Telekommunikationsbranche nicht."
Kritiker werfen Sommer vor, den Einstieg in den US-Markt viel zu teuer bezahlt zu haben.
Ein weiterer großer strategischer Fehler sei der Rückzug aus dem russischen Markt gewesen. Der Verkauf der Telekom-Anteile an dem russischen Mobilfunkbetreiber Mobile Telesystems (MTS) habe zwar schnell Geld in die Kassen gebracht. "Aber heute wären die Anteile doppelt so viel wert und strategisch wäre man viel weiter" , erklärte Sommer. In der Zeit von 2003 bis 2005 verkaufte die Telekom ihre Anteile an MTS für rund 3 Milliarden Euro, um die Schulden des Konzerns zu senken.
Vor zwölf Jahren hatte Sommer, der am kommenden Dienstag 65 Jahre alt wird, den Chefposten bei der Telekom verloren. Wie er den Machtverlust im Jahr 2002 verkraftet habe? Sommer zögerte einen Augenblick, bevor er die Frage beantwortete. "Das war sehr schwierig" , räumte er ein.
Heute ist Sommer Aufsichtsratsvorsitzender bei MTS und Aufsichtsratsmitglied beim dem indischen IT-Konzern Tata Consultancy. Der heutige Telekom-Chef Tim Höttges findet zum Geburtstag einige lobende Worte für Sommer: "Er ist es in erster Linie gewesen, der die Deutsche Telekom zu einem privatwirtschaftlichen und marktorientierten Unternehmen gemacht hat."
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