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Rolling Spider und Jumping Sumo: Parrots neue Minidrohnen ab Juli im Handel

Auf einer Veranstaltung in Berlin hat Parrot den Verkaufsstart für seine neuen Minidrohnen bekanntgegeben und die Preise genannt. Dabei konnte Golem.de sie ein wenig ausprobieren.
/ Alexander Merz
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Rolling Spider mit Schnurrbart-Aufkleber (Bild: Parrot)
Rolling Spider mit Schnurrbart-Aufkleber Bild: Parrot

Das französische Unternehmen Parrot hatte den fliegenden Rolling Spider und den fahrenden Jumping Sumo erstmalig auf der Messe CES 2014 in Las Vegas vorgestellt. Nun hat das Unternehmen seine beiden neuen Modelle auch in Deutschland präsentiert, Golem.de war dabei.

Parrot zeigt neue Drohnen
Parrot zeigt neue Drohnen (01:12)

Der Rolling Spider

Der Rolling Spider(öffnet im neuen Fenster) ist ein Miniquadcopter. Er passt auf einen Handteller und wiegt nur 55 Gramm. Trotz des geringen Gewichtes fühlt sich das Gehäuse stabil und hochwertig an, es erinnert an ein Matchbox-Auto. Es dürfte manchen Absturz besser verkraften als die Styroporhülle der AR.Drone.

10 Gramm schwerer wird die Drohne, wenn die Stützräder angesetzt werden. Sie dienen zum Schutz der Propeller, erlauben der Drohne aber auch, auf dem Boden oder der Zimmerdecke herumzurollen beziehungsweise kontrolliert eine Wand auf- und abzufahren. Die Stützräder wirken zwar sehr fragil, da sie aus Kohlenstofffasern bestehen, sollten sie aber einiges aushalten.

Der 550-mAh-Akku nimmt den meisten Platz im Gehäuse ein. Damit sollen bis zu 8 Minuten Flugzeit möglich sein. Wir hatten beim Antesten den Eindruck, dass die Angabe realistisch ist.

Die Sensorik sowie die Flugeigenschaften und -fähigkeiten entsprechen weitgehend denen der großen Schwester, der AR.Drone. Das gilt auch für die Fähigkeit, vorprogrammierte Kunststücke im Flug auf Knopfdruck auszuführen. Eine Funktion ist allerdings dem Rolling Spider vorbehalten: Wird er in die Luft geworfen, fliegt er automatisch, auch ohne expliziten Startbefehl.

Die Verbindung zwischen Steuergerät und Drohne wird per Bluetooth Low Energy hergestellt. Dieser Funkstandard spart zwar Strom, eine Übertragung des Kamerabildes ist dadurch aber nicht möglich . Die Kamera befindet sich an der Unterseite der Drohne und wird primär genutzt, um die Fluggeschwindigkeit zu ermitteln, analog der Funktionsweise einer optischen Maus. Eine Speicherung des Kamerabildes – nicht aber von Videos – ist trotzdem auf der Drohne selbst möglich. Das Bild kann über die eingebaute USB-Schnittstelle abgerufen werden. Leider konnten wir die Bildqualität vor Ort nicht prüfen.

Der Jumping Sumo

Das erste verfügbare fahrende Modell von Parrot ist der Jumping Sumo(öffnet im neuen Fenster) . Er fährt nach dem Segway-Prinzip nur auf zwei Rädern. Der in Bildern und Video teilweise sichtbare Schwanz dient primär nicht als Stütze, sondern es handelt sich dabei um einen Federmechanismus, der während der Fahrt über dem Boden schweben kann. Wird die Feder per Fernsteuerung gespannt und wieder ausgelöst, kann der Jumping Sumo im Stand oder während der Fahrt bis zu 80 cm hoch springen. Alternativ können mit dem Federmechanismus auch Gegenstände weggestoßen werden.

Die Räder können einfach in zwei Stellungen gedrückt werden: eng anliegend, um enge Kurvenradien und Kunststückchen zu ermöglichen, oder weiter auseinander für eine höhere Fahrstabilität. Wie auch sein fliegendes Pendant verfügt das Modell über mehrere einprogrammierte Manöver, um sich zum Beispiel per Tastendruck exakt um 90 oder 180 Grad zu drehen.

Das Videobild der eingebauten Kamera wird zur Smartphone-App übertragen und entspricht qualitativ dem Livebild der AR.Drone 2.0, wenn es nicht sogar etwas besser ist. Sowohl Videos als auch Bilder lassen sich während der Fahrt aufnehmen, auf dem Sumo selbst per USB-Stick.

Die Verbindung zwischen Steuergerät und dem Modell erfolgt per WLAN im 2,4- oder 5-GHz-Band. Der Akku ist identisch zum Akku im Rolling Spider, der Jumping Sumo soll damit aber auf gut 20 Minuten Laufzeit kommen. Auch dieser Wert schien realistisch.

Das Gehäuse des Jumping Sumos wirkt stabil, aber viele kleinere Öffnungen im Gehäuse, teilweise mit direkter Sicht auf die Elektronik, machen den Einsatz abseits von Pfützen und staubigen Pisten empfehlenswert.

Freeflight 3 und SDK

Wer bereits mit der Steuerung von Parrots AR.Drone 2.0 per Smartphone oder Tablet vertraut ist, muss nicht umlernen. Das Konzept wurde auch für die neuen Modelle übernommen. Beide lassen sich über die dritte Version der kostenlosen App Freeflight steuern. Freeflight 3 soll es für Android, iOS sowie Windows 8.1 und Windows Phone 8.1. geben. Wem die Steuerung über das Smartphone nicht zusagt oder wer experimentieren möchte, dem steht auch die direkte Programmierung per SDK offen.

Verfügbarkeit und Preis

Beide Modelle sollen in Deutschland ab Juli 2014 im Handel verfügbar sein. Der fliegende Rolling Spider hat einen unverbindlichen Verkaufspreis von 99 Euro, der fahrende Jumping Sumo soll 159 Euro kosten.


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