Abo
  • IT-Karriere:

Rollenspiele mit Sprachassistenten: Alexa, töte den Ork!

Können die smarten Lautsprecher im Wohnzimmer, die mit uns sprechen, auch Geschichten erzählen und uns dabei mitmachen lassen? Sind Titel wie Skyrim Very Special Edition und Westworld: The Maze Marketing-Gags oder echte immersive Erlebnisse?

Artikel von Marcus Richter veröffentlicht am
Very Special Edition mit Schauspieler und Comedian Keegan-Michael Key in der Hauptrolle
Very Special Edition mit Schauspieler und Comedian Keegan-Michael Key in der Hauptrolle (Bild: Bethesda)

Computerspiele wie The Elder Scrolls V: Skyrim haben ihre Wurzel im Erzählrollenspiel: Ein paar Menschen sitzen um einen Tisch, einer davon leitet an und erzählt den Handlungsrahmen. Alle anderen erzählen die Handlungen einzelner Figuren, so entsteht eine Geschichte. Was liegt da näher, als Computer, mit denen wir per Sprache kommunizieren können, als Spielleiter einzusetzen? Die Ankündigung auf der E3, dass mit Skyrim jetzt eine der beliebtesten Rollenspielmarken auch mit Amazons Assistent Alexa funktioniere, erregte Aufsehen.

Inhalt:
  1. Rollenspiele mit Sprachassistenten: Alexa, töte den Ork!
  2. Stimmungsvoll: Westworld: The Maze

Jetzt ist die Skyrim Very Special Edition erschienen (Skill, Trailer), allerdings komplett auf Englisch und nur für Amazon-Konten, die ihre Heimatadresse in den USA angegeben haben. Das Spiel wird als ganz normaler Skill installiert - so nennt Amazon seine Apps für den digitalen Assistenten. Nach dem Startkommando "Alexa, open Skyrim" kann es losgehen, alle Sprachausgaben erfolgen auf Englisch.

Skyrim wird schnell langweilig

Um es vorwegzunehmen: Das Ganze ist kein hochimmersives, interaktives Audioerlebnis, sondern ein elaborierter Marketing-Gag, der immer wieder dieselbe Spielschleife wiederholt: Man wählt - durch Sagen des richtigen Stichworts - einen von zwei Wegen, hört eine belanglose Geschichte ("Dem Lehrling ist etwas gestohlen worden, willst du es zurückholen?") und kämpft sich durch einen Dungeon. Dieser besteht wiederum aus Wegwahl und Kämpfen, während derer man zwischen Waffe, Zauber und Drachenschrei entscheiden kann. Nach ein paar Kämpfen ist es vorbei.

Die lustigsten Momente sind die Insiderwitzchen. Wenn man einen toten Abenteurer findet, der an einem Pfeil im Knie gestorben ist oder das Finden einer neuen Waffe mit einem sarkastischen "Oh, shiny" kommentiert wird, werden Fans schmunzeln. Aber der Humor erschöpft sich schnell.

Stellenmarkt
  1. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen
  2. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Sankt Wendel

Die größte Enttäuschung ist der völlig lieblose Umgang mit Klang. Obwohl es um ein Spiel für einen smarten Lautsprecher geht, gibt es keine Hintergrundgeräusche, keinen Soundtrack, keine Sprecher. Alles, was man hört, ist die abgehackte emotionslose Sprachausgabe der Alexa-Stimme, die nur manchmal zynisch oder arrogant wirkt. Wenn zum wiederholten Male derselbe Spruch zur Wegkreuzung, zum Eintritt in den Dungeon oder zum Bosskampf erklingt, ist nicht zu unterscheiden, ob die leiernde, synthetische Alexa unfreiwillig komisch ist oder sich die Entwickler gezielt über repetitive Aufgaben in Rollenspielen lustig machen. Selbst wenn man Alexa vielleicht noch mit einer größeren Bandbreite von Emotionen hätte programmieren können: Derzeit klingt die Stimme noch zu künstlich für echte Atmosphäre.

Einzige Ausnahmen sind die Tonsignale von "Deine Fähigkeit wurde besser" und "Die Quest ist abgeschlossen", die Fans aus dem Spiel kennen. Von Fantasy-Flair und Atmosphäre ist hier allerdings nichts zu hören. Spätestens nach einer halben Stunde hat man alles, was das Spiel zu bieten hat, gehört und kann die Skyrim Very Special Edition wieder löschen.

Alexa-Stimme nervt schnell

Auf dem deutschen Markt für Rollenspiele mit Alexa-Beteiligung sucht man bekannte Namen wie Skyrim vergeblich. Es gibt nur wenige Rollenspieltitel. Das interessanteste Konzept - und das mit den meisten Bewertungen - heißt spartanisch "Rollenspiel Soloabenteuer" (Skill, Webseite).

Es handelt sich um einen technischen Rahmen für Einzelspielergeschichten, sechs Abenteuer werden mitgeliefert. Es steht Nutzern frei, eigene Geschichten zu schreiben und abzugeben. Dazu bietet der Macher Ferenc Hechler auf seiner Seite eine Anleitung an. Nachdem man die Geschichte auf der eigenen Alexa für gut befunden hat, kann man sich an den Entwickler wenden, der das Abenteuer dann in Rollenspiel: Soloabenteuer mit aufnimmt.

Bei den mitgelieferten Geschichten wird teilweise sogar eine Verknüpfung mit dem echten Rollenspiel Das Schwarze Auge mitgedacht. Wer will, kann die im Regelwerk vorgeschriebenen Charakterdaten und Würfel benutzen. Allerdings ist die technische Umsetzung des Regelwerks im Skill nicht mitprogrammiert. Man muss sich seinen eigenen Charakter nach dem Regelwerk erstellen und selber würfeln - allerdings in echt, denn der Skill fragt nur ab, ob man einen Würfelwurf bestanden hat oder nicht.

Das mag auf den ersten Blick bedauerlich erscheinen. Andererseits wäre es sicher wenig erbaulich, Alexa mühselig alle Charakterwerte einzudiktieren. Außerdem nimmt Alexa hier tatsächlich die Rolle einer Spielleiterin ein: Auch ein Mensch würde in dieser Position die Geschichte immer so weit erzählen, bis die Spielenden vor einer Entscheidung stehen, diese treffen müssen und dann selber würfeln - was allemal spannender sein dürfte, als das Ergebnis von einer Roboterstimme angesagt zu bekommen.

Technisch ist alles so, als wenn einem jemand aus einem sogenannten Choose-your-own-Adventure-Buch vorlesen würde. Man wählt aus vorgegebenen Optionen eine durch ein Antwort-Stichwort aus. Echte Gespräche oder Handlungsfreiheit gibt es - wie auch in solchen Büchern üblich - nicht. Durch die Stimme und die Abfrage der Würfelergebnisse wirkt trotzdem alles fast wie ein Erzählrollenspiel. Allerdings nervt die künstlich abgehackte Alexa-Stimme dennoch schnell.

Alexa wird hier in der Standardeinstellung zum Vorlesen der Texte benutzt, es gibt also keine stimmliche Abwechslung und es kommt auch hier wenig Atmosphäre auf. So wünscht man sich schnell entweder die Rollenspielbücher oder echte Mitspieler.

Stimmungsvoll: Westworld: The Maze 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 43,99€
  3. (-67%) 29,99€
  4. 4,31€

Peter Brülls 31. Jul 2018

Warum? Ist doch prinzpiell nicht anderes als ein Kreuzworträtsel zu lösen, ein Buch zu...

KingTobi 31. Jul 2018

Auch nicht schlecht zum reinschnuppern ist "Die Meisterin".

SanderK 29. Jul 2018

Gab es nicht schon mal, Vor vielen vielen Jahren, mal ein Projekt für wow und sprach...

AhmedZingg 28. Jul 2018

hello my name ist Falconhoof. https://www.youtube.com/watch?v=_ZyQQqXBpG8

medium_quelle 27. Jul 2018

Ich bräuchte Alexa zum Angeln. Durch die Wohnung hüpfend immer "Alexa fang" und "Alexa...


Folgen Sie uns
       


Control - Fazit

Ballern in einer mysteriösen Behörde, seltsame Vorgänge und übernatürliche Kräfte: Das Actionspiel Control von Remedy Entertainment bietet spannende Unterhaltung.

Control - Fazit Video aufrufen
Sonos Move im Test: Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos
Sonos Move im Test
Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos

Der Move von Sonos überzeugt durch Bluetooth und ist dank Akku und stabilem Gehäuse vorzüglich für den Außeneinsatz geeignet. Bei den Funktionen ist der Lautsprecher leider nicht so smart wie er sein könnte.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Update für Multiroom-Lautsprecher Sonos-App spielt keine lokalen Inhalte mehr vom iPhone ab
  2. Smarter Lautsprecher Erster Sonos-Lautsprecher mit Akku und Bluetooth
  3. Soundbars Audiohersteller Teufel investiert in eigene Ladenkette

Programmiersprache: Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken
Programmiersprache
Java 13 bringt mehrzeilige Strings mit Textblöcken

Die Sprache Java steht im Ruf, eher umständlich zu sein. Die Entwickler versuchen aber, viel daran zu ändern. Mit der nun verfügbaren Version Java 13 gibt es etwa Textblöcke, mit denen sich endlich angenehm und ohne unnötige Umstände mehrzeilige Strings definieren lassen.
Von Nicolai Parlog

  1. Java Offenes Enterprise-Java Jakarta EE 8 erschienen
  2. Microsoft SQL-Server 2019 bringt kostenlosen Java-Support
  3. Paketmanagement Java-Dependencies über unsichere HTTP-Downloads

HP Pavilion Gaming 15 im Test: Günstig gut gamen
HP Pavilion Gaming 15 im Test
Günstig gut gamen

Mit dem Pavilion Gaming 15 bietet HP für 1.000 Euro ein Spiele-Notebook an, das für aktuelle Titel genügend 1080p-Leistung hat. Auch Bildschirm und Ports taugen, dafür nervt uns die voreingestellte 30-fps-Akku-Drossel.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebooks Asus ROG mit Core i9 und fixen oder farbstarken Displays

    •  /