Rollarray: Solarstrom von der Rolle

Ausrollen statt auslegen: Das britische Unternehmen Renovagen(öffnet im neuen Fenster) hat ein elastisches Photovoltaikmodul (PV) entwickelt, das am Einsatzort ausgerollt wird. Es soll den Dieselgenerator ersetzen. Wichtigster Abnehmer des Rollarray(öffnet im neuen Fenster) wird voraussichtlich das Militär.
Die Solarzelle wird aufgerollt, um die Rolle in einem Anhänger zu transportieren. Darin befindet sich auch noch ein Akku mit Wechselrichter. Als Zugfahrzeug reicht laut Renovagen ein Fahrzeug mit Vierradantrieb wie etwa ein Land Rover. Vor Ort wird der Anhänger abgekoppelt, dann wird das Solarmodul wie ein Rollrasen ausgelegt - das Abrollen übernimmt das Auto.
Das Solarmodul gibt es in verschiedenen Größen
Den Solargenerator soll es in verschiedenen Größen geben: von einer Version für einen kleinen Anhänger über die 50 Meter lange Version für einen Container, der auf eine 463L-Pallette(öffnet im neuen Fenster) für militärische Luftfracht passt, bis hin zum Rollarray im 20-Fuß-Standardcontainer(öffnet im neuen Fenster) . Die Leistung ist von der Größe abhängig. Der Rollarray für den kleine Anhänger liefert 18 Kilowatt (kW), die 50-Meter-Version 100 kW. Die Solarzelle im Container soll 300 kW schaffen.
Rollarray kann auch bei starkem Wind eingesetzt werden: Ab Windgeschwindigkeiten von etwa 60 Kilometern pro Stunde wird er mit Pflöcken im Boden befestigt. Die Befestigung soll bis zu einer Windgeschwindigkeit von knapp 130 Kilometern pro Stunde halten - das ist Windstärke 12, also Orkan.
Rollarray soll Strom in Notstandsgebieten liefern
Rollarray soll Dieselgeneratoren ersetzen und in Katastrophengebieten schnell Strom für die Rettungskräfte liefern, für eine Notambulanz oder für die Trinkwasseraufbereitung. Als Hauptkunden sieht Renovagen allerdings das US-Militär, das viele Dieselgeneratoren im Einsatz hat.
Rollarray könnte hier in mehrfacher Hinsicht Vorteile bringen: Das Solarmodul ist günstiger im Betrieb, macht unabhängig vom Nachschub und ist zudem noch umweltfreundlich. Das US-Militär sucht bereits nach solchen Alternativen: Seit Anfang des Jahres testet die US-Marine eine Brennstoffzelle , die ein unabhängiges Stromnetz betreibt. Entwickelt wurde das System von Boeing und dem Dresdner Unternehmen Sunfire.
Der Erfinder war genervt vom Lärm
Die Idee, einen solaren Ersatz für den Dieselgenerator zu entwickeln, kam Renovagen-Gründer John Hingley auf einer Weltreise: In Thailand war er genervt von den lauten Dieselmotoren, die rund um die Uhr liefen, um Strom zu erzeugen.
Derzeit sucht Renovagen Investoren über die Crowd-Investment-Plattform Crowdcube(öffnet im neuen Fenster) . Bis Mitte April wollte das Unternehmen 600.000 britische Pfund sammeln, umgerechnet knapp 750.000 Euro. Elf Tage vor Ende sind bereits 627.000 Pfund zusammengekommen.
Die aufrollbaren Solarmodule sollen im Sommer auf den Markt kommen.



