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Rollable-Laptops im Hands-on: Lenovo zeigt Gaming-Laptop mit seitlich ausfahrbarem Display

CES 2026
Lenovo hat sich wieder interessante Laptop -Konzepte mit aufrollbaren Displays einfallen lassen – inklusive einem 24:9-Notebook.
/ Tobias Költzsch
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Das Legion Pro Rollable von Lenovo (Bild: Martin Wolf/Golem)
Das Legion Pro Rollable von Lenovo Bild: Martin Wolf/Golem

Lenovo hat auf der Elektronikmesse CES 2026 eine Reihe von Konzeptgeräten präsentiert, die auf verschiedene Weisen ausfahrbare OLED-Displays verwenden. Mit dem Thinkbook Plus Gen6 Rollable hat der chinesische Hersteller bereits ein Notebook mit ausrollbarem Bildschirm im Portfolio, die neuen Geräte erweitern die bisherigen Konzepte.

Golem konnte sich die neuen Modelle bereits genauer anschauen. Vor allem das Legion Pro Rollable hiterließ bei uns einen guten Eindruck. Anders als beim Thinkbook Plus Gen6 Rollable (und dem ebenfalls auf der CES 2026 gezeigten Thinkpad Rollable XD, dazu gleich mehr) wird der Bildschirm beim Legion-Gaming-Laptop zur Seite hin erweitert.

Standardmäßig hat das Notebook einen 16 Zoll großen Bildschirm mit einem Seitenverhältnis von 16:10. Drücken wir einmal die Tastenkombination Fn + rechter Cursor, wird das Display sowohl links als auch rechts einige Zentimeter ausgefahren. Der Bildschirm erweitert sich dann auf 21,5 Zoll im Format 21:9.

Seitenverhältnis von bis zu 24:9 möglich

Das ist bereits deutlich breiter, als man es normalerweise bei einem Notebook gewohnt ist. Ein weiterer Druck der Tastenkombination lässt den Bildschirm noch ein Stück weiter ausfahren: In der Maximalstellung hat das Display eine Größe von 23,8 Zoll und ein Seitenverhältnis von 24:9, das ist tatsächlich sehr breit.

Das uns gezeigte Legion-Notebook ist ein Prototyp, entsprechend war der Mechanismus noch etwas laut, der Motor vibrierte zudem deutlich. Auch stellte sich das Display noch nicht auf die unterschiedlichen Bildschirmformate ein. Lenovo zeigte mit dem Serien-Rollable aber, dass der Hersteller diese Probleme lösen kann.

Lenovo Rollable Laptops im Hands on (CES 2026)
Lenovo Rollable Laptops im Hands on (CES 2026) (02:28)

Obwohl der Ausfahrmechanismus laut war, funktionierte er zuverlässig. Allerdings fiel uns auf, dass die Motoren merklich auf den Akku gehen: Während der ca. 20 Minuten, die wir mit dem Legion Pro Rollable verbrachten, sank der Akkustand von 100 auf weniger als 88 Prozent.

Die Konstruktion des Notebooks machte auf uns im ausgefahrenen Zustand einen recht stabilen Eindruck: Die Flügel lassen sich zwar etwas biegen, und das gesamte Display ist nicht verwindungssteif. Das sind aber die Bildschirme vieler anderer Notebooks auch nicht.

Schauen wir direkt auf das ausgefahrene Display, sind die Übergangsstellen zwischen dem 16 Zoll großen Hauptdisplay und den Flügeln zu erkennen. Wie bei einem faltbaren Smartphone und dessen Falz stört das beim direkten Draufschauen aber kaum.

Ausgefahrenes Display ist überraschend plan

Beim Prototypen sind auf dem Displaybereich der Flügel kleine Kratzer erkennbar, die offenbar beim Aus- und Einrollen verursacht werden. Auch das dürfte Lenovo noch korrigieren. Insgesamt ist das ausgerollte Display aber überraschend plan. Aufgrund des Motors und der mechanischen Teile ist der Deckel des Notebooks wesentlich dicker als bei herkömmlichen Laptops.

Das Legion Pro Rollable ist insgesamt kein kleines Notebook – kein Wunder, sind Gamer doch die Zielgruppe: Entsprechend dürfte im fertigen Produkt, so es denn auf den Markt kommt, leistungsfähige Hardware stecken. Das uns gezeigte Gerät basiert auf dem Legion Pro 7i mit einem Intel-Core-Prozessor und einer Nvidia GeForce RTX 5090.

Lenovos Pressematerial zufolge soll sich das Notebook für E-Sportler eignen, die mit dem Gerät auf einem breiten Bildschirm trainieren können. Aber auch für Anwendungen wie Videoschnitt ist ein breiter Bildschirm praktisch. Zudem lassen sich problemlos zwei Fenster nebeneinander auf den Desktop legen. Wann das Legion Pro Rollable erscheinen und was es kosten soll, teilte Lenovo noch nicht mit.

Lenovo erweitert seine erste Rollable-Idee

Das zweite, uns gezeigte Rollable ist das Thinkpad Rollable XD. Das Notebook ist eine Weiterentwicklung des Thinkbook Plus Gen6 Rollable, entsprechend fährt der Bildschirm auch nach oben aus. Aus einem 13,3-Zoll-Display wird so eines mit 16 Zoll. Das ist vor allem beim Lesen von Webseiten und Dokumenten praktisch.

Anders als beim Thinkbook Plus Gen6 Rollable wird der Bildschirm beim Thinkpad Rollable XD allerdings nicht komplett in der Tastatureinheit aufgerollt, sondern über die obere Kante des Notebooks auf die Rückseite gezogen. Daher ist immer ein Teil auf der Rückseite zu sehen, der Inhalte anzeigt und – wie das Display vorne – ein Touchscreen ist. Bei unserem Demogerät war beispielsweise der Teams-Status des eingeloggten Nutzers zu sehen.

Geschützt wird das rückseitige, aufrollbare Display durch eine Abdeckung aus Gorilla Glass 3, die um den Rahmen bis zur Vorderseite des Display-Deckels geht. Dort endet sie, weshalb der Hauptbildschirm des Thinkpad Rollable XD wie beim Thinkbook Plus Gen6 Rollable ungeschützt ist. Interessant ist, dass im ausgerollten Zustand der Spannmechanismus durch das transparente Glas auf der Außenseite des Deckels zu sehen ist.

Ausrollen lässt sich der Bildschirm einfach über eine Wischgeste auf dem rechten oberen Rand des Displays. Dann fährt der Bildschirm wie beim Thinkbook Plus Gen6 Rollable aus, der Motor ist dabei wesentlich leiser als beim Legion Pro Rollable. Am linken oberen Rand können wir den Spiegelungsmodus starten, der allerdings nur funktioniert, wenn der Bildschirm eingefahren ist.

Lenovo Rollable Laptops im Hands on (CES 2026)
Lenovo Rollable Laptops im Hands on (CES 2026) (02:28)

Beim Spiegeln wird der untere Teil des Displays auf dem rückseitigen Bildschirm gespiegelt. Wir fanden das einigermaßen sinnfrei, da der Bereich doch sehr klein ist - vielleicht wird manch einer aber einen Anwendungszweck finden.

Von der Konstruktion her macht das Thinkpad Rollable XD auf uns einen sehr ausgereiften Eindruck: Die Bildschirmkonstruktion wirkt stabil, im ausgefahrenen Zustand ist das Notebook auch überraschend wenig kopflastig. Wann das Notebook auf den Markt kommen und was es kosten wird, ist noch nicht bekannt.


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