Wo bleibt das Kobalt?

Im Kongo wird zwar weltweit das meiste Kobalt abgebaut. Aber nur knapp über ein Prozent des raffinierten Kobalts stammt auch von dort. Die Verarbeitung und damit auch die Wertschöpfung findet anderswo statt: Rund 95 Prozent der kongolesischen Produktion - industrieller wie artisanaler - gehen nach China, wo es zu Herstellung von Akkus und elektronischen Geräten verwendet wird. Ein Teil geht zum gleichen Zweck nach Südkorea und Japan.

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Das Problem sei die komplexe Handelskette, über die das artisanale Kobalt auf den Markt komme, sagt Näher: Die Kooperativen verkauften es an einen Zwischenhändler, die es dann oft an den nächsten weiterverkauften. "Dann wird es undurchsichtig", sagt Näher. "Es gibt verschiedene Handelsketten und sehr viele Akteure. Wir wissen nur ungefähr, wie die Ströme sind, und was wohin geht."

Ein Teil des Kobalts geht an kleinere industrielle Minen, die es ihrer eigenen Produktion beimischen. Ein Teil des Kobalts aus dem Kleinbergbau wird illegal aus dem Land geschafft, zum Teil über das Nachbarland Sambia. Der Rest wird legal exportiert und kommt bei der Verarbeitung zur industriellen Produktion. "Es gibt eine Kontamination von Kobalt aus artisanalen Minen in den industriellen Bergbau", sagt Näher. "Um sicherzugehen, dass da keine Kontamination stattfindet, müsste man vor Ort, wo Kupfer und Kobalt verhüttet werden, Leute haben, die genau überwachen, was in die Schmelze reinkommt und woher das stammt."

Die Politik im Kongo hat ein gewisses Interesse, dass sich das ändert - der artisanale Bergbau trägt nicht dazu bei, dass sich das Image des Landes in der Welt bessert. Allerdings will sie dafür kein Geld ausgeben. Genau das wäre aber notwendig. Zudem ist die Politik selbst die Ursache, dass es den Kleinbergbau im Kongo überhaupt gibt.

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Der Kongo ist seit den 1960er-Jahren Marktführer beim Kobalt. Bis in die 1990er wurde der Rohstoff in industriellen Minen abgebaut. Doch als die damalige Regierung die Löhne nicht mehr bezahlen konnte, erlaubte sie Bergleuten und kleinen Kooperativen, auf eigene Faust Kobalt abzubauen und zu verkaufen. "Damit wurde der artisanale Sektor erst geschaffen, praktisch vom Staat, und er ist nie wieder verschwunden", sagt Näher.

Er wird eher größer, und das wird sich so schnell nicht ändern.

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waldschote 24. Jan 2019

Na, da wo das Benzin auch herkommt, aus dem Zapfhahn natürlich ;)

Aki-San 24. Jan 2019

Das Problem mit blue crude ist das gleiche wie mit allen anderen Energieträgern. Man hat...

Aki-San 24. Jan 2019

Naja, man muss immer beide Seiten beachten. Wenn hier ein zuerst gut wirkender Artikel...

jose.ramirez 23. Jan 2019

Und Autos mit Wasserstoff als Treibstoff sind dann keine Elektroautos? Willst Du den...

Anonymer Nutzer 22. Jan 2019

Alles auf den Verbraucher schieben klingt wie wenn man Raubtiere im Zoo mit Waisenkindern...



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