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Kritik an Geothermie

Denn anders als etwa in Bayern regt sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz schon seit Jahren Widerstand gegen die Tiefengeothermie und vor allem die Lithiumgewinnung. In Stutensee beispielsweise, einer Stadt zwischen Bruchsal und Karlsruhe, lehnte der Gemeinderat den Antrag auf eine Aufsuchungsbohrung durch Deutsche Erdwärme ab. Das australische Unternehmen Vulcan Energy Resources, das inzwischen von Koppar Resources übernommen wurde, erhielt eine Absage von der Gemeinde Windschläg bei Offenburg. Auch andere Gemeinden sind gegen solche Projekte.

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Zwei Gründe führen die Gegner an: Umweltverschmutzung und Bodenveränderungen. Mit letzteren wird vor allem die Gemeinde Staufen im Breisgau südlich von Freiburg in Verbindung gebracht. Dort sollte das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert im Zuge einer Renovierung mit einer Erdwärmeheizung ausgestattet werden. Kurz nach den Probebohrungen begann, sich der Boden in dem Ort zu heben, Häuser bekamen Risse. Mehr als 200 Gebäude sind betroffen.

Bei einer Untersuchung zeigte sich, dass durch undichte Bohrlöcher Wasser in eine Gipskeuperschicht vordringen konnte und in Verbindung mit Anhydrit kam, das in dem Gipskeuper eingelagert war. Das Mineral wandelt sich durch den Kontakt mit Wasser zu Gips um und vergrößert dabei sein Volumen erheblich - bis zu 60 Prozent. Durch den so entstehenden Druck hob sich der Boden.

Allerdings handelte es sich dabei um oberflächennahe Geothermie. Diese wird, wie auch im Fall des Staufener Rathauses, für Erdwärmeheizungen genutzt. Oberflächennahe Geothermiebohrungen reichen höchstens 400 Meter tief. Nach Expertenansicht können Bodenveränderungen wie in Staufen bei der Tiefengeothermie nicht passieren. Zudem sind die Behördenauflagen für tiefengeothermische Bohrungen hoch - anders als bei den oberflächennahen. Schließlich können solche Fehler durch sorgfältige Vorbereitung vermieden werden.

Allerdings kam es auch bei den geothermischen Kraftwerken in der Pfalz bereits zu Zwischenfällen, darunter leichtere Beben der Stärken 2,4 und 2,7 auf der Richterskala. Beben unter der Stärke 3 gelten als mess-, aber nicht spürbar. Kritiker befürchten zudem eine Verschmutzung des Trinkwassers.

Eine 2015 vom Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte Studie kam jedoch zu dem Schluss, dass "der vertikale Abstand zwischen den Erdbebenherden und den Deckschichten" mit mindestens 1.000 Metern groß genug sei, "dass eine Gefährdung der über den Deckschichten gelegenen, zur Trinkwassergewinnung nutzbaren Grundwasserschichten äußerst unwahrscheinlich ist". Die Erdbeben, "die durch Stimulationsmaßnahmen in der Geothermie induziert werden", seien zudem "deutlich kleiner als diejenige von Beben in anderen Bereichen der Energie- und Rohstoffgewinnung".

Falls Unternehmen wie Deutsche Erdwärme oder Vulcan Energy Resources die Genehmigungen für Aufsuchungsbohrungen erhielten, und falls sich die Lithiumgehalte als ergiebig genug erwiesen, könnte etwa Mitte der 2020er Jahre das Lithium für die Akkus von Elektroautos in der Oberrheinischen Tiefebene gefördert werden - fast unmittelbar vor der Haustür mehrerer großer Automobilhersteller.

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 Begehrtes Lithium
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voerden7 17. Okt 2019

Ich frage mich, ob wir mit unseren Strommix, der nach mein Verständnis immer...

m4mpf 16. Okt 2019

Blöd, dass man für den E-Motor und die Kabel das Kupfer halt auch noch braucht. :)

Anubiz 13. Okt 2019

Wo soll denn da Ammoniak vorkommen? Ist ja kein geschlossenes System in dem ich kaltes...

Anubiz 13. Okt 2019

Treibstoff ist eben leider viel zu billig.

mfeldt 07. Okt 2019

Bergbau führt und führte doch schon immer zu Erdbeben...


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