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Wie ergiebig ist die Geothermie?

Das Problem ist, dass derzeit noch keine Methode zu Verfügung steht, wie sich das Lithium aus dem Thermalwasser extrahieren lässt. Es werden verschiedene Verfahren diskutiert und erprobt, wie Ausfällungen (Flüssig-Fest-Extraktion) oder eine Flüssig-flüssig-Extraktion. Das kanadische Unternehmen MGX gab vor zwei Jahren bekannt, es habe ein Filterverfahren entwickelt, mit dem sich Lithium und andere Metalle aus Thermalwasser filtern ließen, und testet dieses seit dem vergangenen Jahr.

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"Die Frage ist, bis zu welchem Grad bekommt man das Lithium aus dem Wasser heraus", sagt Jochen Schneider im Gespräch mit Golem.de. Er ist Chef der Agentur Enerchange, die Projekte aus dem Bereich erneuerbare Energien und vor allem aus der Tiefengeothermie betreut.

Schneider schätzt, dass mindestens die Hälfte des Lithiums zu gewinnen sei. Dann stelle sich jedoch die Frage, ob die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage noch gegeben sei. "In die Wirtschaftlichkeit geht ein, wie nachhaltig dieses Thermalwassersystem ist, um die Lithiumgewinnung zusammen mit der Energieerzeugung sinnvoll zu betreiben", sagt er. "Bei Geothermieanlagen geht man von Nutzungszeiträumen von mindestens 50 Jahren aus."

Mehrere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Extraktionsmethoden. "Ein sehr wichtiger Punkt dabei ist die Nachhaltigkeit, zum einen der Ressource, zum anderen aber auch der Methode", sagt Schneider. "Eine regenerative Energie kann nicht verknüpft sein mit umwelt- und klimaschädlicher Rohstoffgewinnung."

Ein Vorteil ist, dass für eine Lithium-Gewinnungsanlage nicht unbedingt neu gebohrt werden müsste. Die Idee ist, sie an eine der bestehenden Geothermieanlagen anzubauen. Allerdings bemühen sich Unternehmen wie die Deutsche Erdwärme auch um sogenannte Aufsuchungslizenzen, um nach Lithium-haltigem Tiefengrundwasser zu bohren.

Die Idee, Lithium aus Tiefengrundwasser zu gewinnen, ist erst wenige Jahre alt: Das US-Unternehmen Simbol Materials wollte vor rund zehn Jahren, gefördert vom US-Energieministerium, in der Salton-Sea-Region im US-Bundesstaat Kalifornien ein Geothermiekraftwerk mit angeschlossener Lithium-Gewinnung bauen. Allerdings ging Simbol Materials pleite. Ein Verkauf des Unternehmens an den US-Elektroautohersteller Tesla scheiterte 2014 - mutmaßlich am Missmanagement bei Simbol.

2017 ließen das US-Unternehmen Controlled Thermal Resources und sein australischer Partner Alger Alternative Energy das Projekt wieder aufleben. Sie planen, bis 2023 ein 50-Megawatt-Kraftwerk zu bauen und daran angeschlossen eine Anlage, die im Jahr 15.000 Tonnen Lithium liefert. Weiterer prominenter Interessent an der Lithium-Gewinnung in Salton Sea ist Berkshire Hathaway, das Unternehmen des bekannten US-Investors Warren Buffett.

Die Chance, dass das Projekt erfolgreich wird, ist durchaus gegeben.

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 Rohstoffe: Lithium aus dem heißen UntergrundBegehrtes Lithium 
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voerden7 17. Okt 2019

Ich frage mich, ob wir mit unseren Strommix, der nach mein Verständnis immer...

m4mpf 16. Okt 2019

Blöd, dass man für den E-Motor und die Kabel das Kupfer halt auch noch braucht. :)

Anubiz 13. Okt 2019

Wo soll denn da Ammoniak vorkommen? Ist ja kein geschlossenes System in dem ich kaltes...

Anubiz 13. Okt 2019

Treibstoff ist eben leider viel zu billig.

mfeldt 07. Okt 2019

Bergbau führt und führte doch schon immer zu Erdbeben...


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