Rohstoffe: Simbabwe verbietet Ausfuhr von unverarbeitetem Lithium

Die Wertschöpfung soll im Land bleiben: Die Regierung von Simbabwe hat die Ausfuhr von unverarbeitetem Lithium verboten. Sie will so verhindern, dass ausländische Unternehmen das große Geld mit Rohstoffen verdienen, die in dem südostafrikanischen Land abgebaut werden.
In Simbabwe wird in mehren Minen Lithium gefördert. Der Großteil des Erzes verlässt das Land unverarbeitet, zum Teil wird es geschmuggelt. Die Verarbeitung und damit die Wertschöpfung findet anderswo statt. Das wolle die Regierung ändern, berichtet die Onlinezeitung Zimbabwe Mail(öffnet im neuen Fenster) .
Bergbauminister Winston Chitando gab deshalb einen Erlass mit dem Titel Base Minerals Export Control (Unbeneficiated Lithium Bearing Ores) Order, 2022 heraus, der den Export von Rohlithium unter Strafe stellt. Produzenten können Ausnahmegenehmigungen erwirken, müssen dann allerdings eine Exportsteuer von 15 Prozent bezahlen. Verarbeitetes Lithium hingegen kann steuerfrei exportiert werden.
Lithium soll im Land verarbeitet werden
Ziel der Regierung ist, dass im Land abgebaute Rohstoffe auch dort verarbeitet werden, damit das Land den finanziellen Nutzen davon hat und Arbeitsplätze geschaffen werden. Neben Lithium wird in Simbabwe auch Gold abgebaut. Die Regierung schätzt die Verluste durch den Export und den Schmuggel von Rohstoffen auf rund 1,8 Milliarden US-Dollar im Jahr. Geschmuggelt wird allerdings hauptsächlich Gold.
Lithium ist als Rohstoff für Akkus vor allem für Elektroautos inzwischen sehr begehrt. Der Preis für das Alkalimetall verdoppelte sich im vergangenen Jahr annähernd. Simbabwe hat die größten Lithiumvorkommen in Afrika. Die derzeit größte Mine befindet sich 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare und verfügt über eine Reserve von etwa 11 Millionen Tonnen Lithiumerz. Eine weitere Mine soll künftig 2,5 Millionen Tonnen im Jahr fördern. Die Regierung des Landes hofft, mit den Lithiumvorkommen künftig 20 Prozent des globalen Bedarfs an decken zu können.