ACI wollte Wünsche der Bolivianer erfüllen

Sein Unternehmen wollte ursprünglich die sogenannte Restsole aus der Gewinnung von Kaliumchlorid nutzen, um daraus Lithiumhydroxid herzustellen. Darüber hinaus wollte das Unternehmen alle Wünsche der Regierung erfüllen. Dazu zählten laut Schmutz die Ausbildung von Mitarbeitern, der Know-how-Transfer sowie der Umwelt- und Klimaschutz. So wollte ACI eine Solaranlage mit 30 Megawatt Leistung aufbauen. Durch die Nutzung der Restsole hätte die Anlage sogar sauberes Wasser produzieren können, das an die Bevölkerung und Landwirtschaft hätte abgegeben werden können.

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An dem neuen Bewerberverfahren hat sich ACI Systems jedoch nicht beteiligt. Dennoch hat Schmutz mit dem Kapitel Bolivien noch nicht ganz abgeschlossen, sondern das Projekt vorläufig nur "geparkt", wie er im Gespräch mit Golem.de erläuterte. Auch mit der neuen Regierung unter Arce hat Schmutz schon Gespräche geführt. Doch nach seiner Einschätzung gestaltet sich eine Entscheidungsfindung sehr schwierig und langwierig.

Es herrsche eine gewisse Lähmung vor, da nicht immer identische Interessen und Ziele verfolgt würden. ACI habe Ende 2021 sogar eine Delegation von zehn Bürgermeistern und Repräsentanten aus der Region um den Salar de Uyuni empfangen. Denn dem Unternehmen war vorgeworfen worden, die lokale Bevölkerung zu wenig einbezogen zu haben. Vorläufig verfolgt Schmutz das Projekt jedoch nicht aktiv weiter. "Es hat keinen Zweck, ständig gegen eine Gummiwand zu laufen", sagt er.

Können die Chinesen sich durchsetzen?

Kann es also den Chinesen gelingen, die bolivianische Gummiwand zu durchbrechen? Immerhin dürfte ein Konzern wie CATL, der als weltgrößter Produzent von Elektroautoakkus gilt, ganz andere finanzielle und personelle Ressourcen als ein mittelständisches Familienunternehmen haben. Unklar ist zudem, welche Versprechen China möglicherweise den Bolivianern macht, um die Infrastruktur in der Andenregion auszubauen.

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Gerade Bolivien hat im Vergleich zu den Nachbarstaaten Chile und Argentinien einen großen Nachholbedarf. Der Norden Chiles ist hingegen sehr gut erschlossen, was unter anderem am Kupferbergwerk Chuquicamata liegt - einem der größten der Welt. Zudem gibt es dort Überseehäfen, von denen aus das Lithium verschifft werden könnte.

Für Schmutz wäre eine solche Entwicklung gefährlich: "Wenn wir in Europa die Produkte herstellen wollen, dann brauchen wir Zugang zum Rohstoff, zumindest in einem Anteil von 30 Prozent." Schon jetzt kontrolliere China direkt oder indirekt 70 bis 75 Prozent des weltweit verfügbaren Lithiums. Mit dem Ziel: "Die wollen uns nicht Lithium verkaufen, nicht Batterien verkaufen, die wollen uns Autos verkaufen."

Es ist daher kein Zufall, dass deutsche Firmen sich verstärkt für Boliviens Nachbarländer Chile und Argentinien interessieren.

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 Jahrelange Vorlaufzeiten für Lithiumproduktion erforderlichChile und Argentinien als Standort attraktiver 
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