Rohrpostzug: Hyperloop entsteht nach Feierabend

"Was machst du am Wochenende?" "Ich baue einen Überschallzug." So in etwa mag ein Plausch mit einem Mitarbeiter von Hyperloop Transportation Technologies(öffnet im neuen Fenster) am Freitag kurz vor Feierabend ablaufen. Hyperloop Transportation Technologies (HTT) ist das Unternehmen, das das von Elon Musk erdachte Transportmittel Hyperloop bauen will.








Das Unternehmen besteht aus rund 100 Mitarbeitern. Am Hyperloop-Projekt arbeiten sie in ihrer Freizeit. Denn die meisten haben einen Hauptberuf – viele bei Technologieunternehmen wie Boeing, Airbus, SpaceX oder der US-Raumfahrtagentur Nasa. Hinzu kommt eine Gruppe von 25 Studenten der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA). Für ihre Mitarbeit erhalten sie Aktienoptionen.
Arbeit in verteilten Gruppen
Die Mitarbeiter haben verschiedene Arbeitsgruppen zu verschiedenen Aspekten des Systems gegründet. Sie kommunizieren per E-Mail und diskutieren wöchentlich miteinander. Die Hierarchien seien flach, sagte Dirk Ahlborn dem US-Technologiemagazin Wired(öffnet im neuen Fenster) . Wenn aber doch einmal eine Entscheidung von oben getroffen werde müsse, dann sei er dafür zuständig. Ahlborn ist Chef der Crowdfunding-Plattform Jumpstartfund(öffnet im neuen Fenster) . HTT ist ein Tochterunternehmen von Jumpstartfund
Die Frage, wie die Röhren, in denen der Hyperloop verkehren soll, und die Pylone, die die Röhren tragen, konstruiert werden, ist laut Ahlborn weitgehend geklärt. Das gelte auch für das Design der Kapseln, die die Passagiere befördern. Schwierigkeiten bereite jedoch noch der Antrieb.
Hyperloop fährt in einer Unterdruckröhre
Hyperloop ist eine Rohrpost für Menschen: Die Passagiere sollen in Kapseln Platz nehmen, die durch eine Röhre, in der Unterdruck herrscht, flitzen. Die Kapseln schweben auf einer Art Luftpolster. Angetrieben werden sie mit Langstator-Linearmotoren – diese Motoren bewegen auch Magnetschwebebahnen wie den Transrapid. Die Kapseln sollen fast mit Schallgeschwindigkeit reisen.
Musk, Chef des Elektroautoherstellers Tesla Motors(öffnet im neuen Fenster) und des Raumfahrtunternehmens SpaceX(öffnet im neuen Fenster) hatte eine Alpha-Version des Hyperloop-Konzepts im Sommer 2013 vorgestellt . Das Konzept ist Open Source , damit viele daran mitarbeiten und es weiterentwickeln können. Musk ist erklärter Gegner von Patenten,
Hyperloop ohne Musk
Musk selbst wollte das Hyperloop-Projekt nicht selbst umsetzen . Das hatte er schon vor der Vorstellung des Konzepts angekündigt. HTT startete noch im gleichen Jahr mit der Idee, Hyperloop per Crowdfunding und Crowdsourcing zu realisieren .
Die ersten Prototypen könnten bereits 2015 gebaut werden. Ein funktionsfähiger Hyperloop könne noch in diesem Jahrzehnt gebaut werden, sagte Ahlborn. "Das ist sicher."