Rohde & Schwarz: Messungen im Sub-THz-Bereich für 6G angelaufen

Rohde & Schwarz hat für den kommenden 6G-Standard Messungen im Sub-THz-Bereich durchgeführt. Das gab der Messtechnikexperte am 11. Januar 2023 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . In einem städtischen Mikroszenario sowie Indoor liefen die Tests bei 158 GHz und 300 GHz auf dem Campus des Herstellers in München.
Die Channel-Sounding-Messkampagne erforschte die Ausbreitungseigenschaften und sieht Sub-THz bei 100 bis 300 GHz, ein Bereich, der einen möglichen Baustein des zukünftigen 6G-Mobilfunkstandards darstellt. Das Ziel ist, Anforderungen wie einen Maximaldurchsatz um 1 TBit/s und eine extrem niedrige Latenz zu erfüllen. Mobilfunk der sechsten Generation bei 158 GHz und 300 GHz, wie von Rohde & Schwarz derzeit getestet, kann Datenübertragungsraten im Bereich von 100 GBit/s realisieren, hat Golem.de aus Expertenkreisen erfahren. Geplant ist jedoch sehr viel mehr. Die Reichweite ist mit rund 100 Metern aber sehr begrenzt. Gemäß physikalischen Grundgesetzen kommt es zu einer höheren Dämpfung der Wellenausbreitung, was aber mit Beam Forming kompensiert werden kann. Das Signal kann Wände nicht durchdringen.
Dafür hat Rohde & Schwarz von der Bundesnetzagentur eine Versuchslizenz erhalten. Die Lizenz umfasst Frequenzen im Sub-THz-Bereich wie das D-Band (110 GHz - 170 GHz) und das H-Band (220 GHz - 330 GHz), aber auch das W-Band (75 GHz - 110 GHz), FR2 (Millimeterwellen), FR3 (7 GHz - 24 GHz) und das Industriefrequenzband in Deutschland von 3,7 GHz bis 3,8 GHz.
Diskussion auf der Weltfunkkonferenz 2023
Laut Taro Eichler, Technologiemanager bei Rohde & Schwarz und verantwortlich für die Sub-THz-Messkampagne, arbeitet man dabei mit Partnern wie dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) und der Technischen Universität (TU) Berlin zusammen. "Mit unseren aktuellen Aktivitäten unterstützen wir grundlegend einen entscheidenden Schritt im Standardisierungsprozess von 6G" , meinte Eichler.
Die ersten Ergebnisse sind in den Bericht der ITU-R Arbeitsgruppe 5D (W5PD) zum Thema Technical feasibility of IMT in bands above 100 GHz eingeflossen. Dieser soll auf der Weltfunkkonferenz 2023 (WRC23) der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) besprochen werden. Auf dieser Konferenz werden voraussichtlich zusätzliche Frequenzbänder jenseits von 100 GHz und ihre Zuweisung auf der späteren WRC27 diskutiert. Das aktuelle 3GPP-Kanalmodell ist nur bis 100 GHz validiert. Für die Standardisierung von 6G könnte die Erweiterung auf höhere Frequenzen wichtig werden.



