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Rogue-likes: Von Pixeln, Permadeath und prozedural generierten Welten

Dwarf Fortress, Caves of Qud und Jupiter Hell: Sogenannte Rogue-likes sind derzeit wieder schwer angesagt. Worum es dabei geht und woher die neue Begeisterung für das Genre kommt, hat Golem.de einige der Entwickler gefragt.

Artikel von Rainer Sigl veröffentlicht am
Artwork von Caves of Qud
Artwork von Caves of Qud (Bild: Freehold Games)

Es gibt nur wenige Computerspiele, die ein Genre begründet haben - und ein Genre mit 40 Jahren Kontinuität schon gar nicht. Dem Rollenspiel Rogue, 1980 erschienen, ist das geglückt. Damit dürfte es eines der einflussreichsten Games der Geschichte sein. Das komplexe, dank Elementen wie Permadeath und zufallsgenerierten Umgebungen endlos spielbare Fantasy-RPG in ASCII-Grafik hat im Verlauf der Jahrzehnte eine Vielzahl von Epigonen inspiriert, die liebevoll "Rogue-likes" genannt werden, also "Spiele wie Rogue".

Inhalt:
  1. Rogue-likes: Von Pixeln, Permadeath und prozedural generierten Welten
  2. Dwarf Fortress und Cogmind
  3. Jupiter Hell und Ausblick

Das Kultspiel Nethack gehört dazu, aber auch Angband, ToME, ADoM und DCSS zählen zu den großen Erben - und eigentlich muss man sogar Titel wie Diablo zu den indirekten Rogue-Nachfahren zählen. Klassische Rogue-likes sind eine ebenso altehrwürdige wie nerdige Games-Subkultur, mit einer großen Open-Source-Tradition, riesiger Community, Game-Jams und Konferenzen.

Dass Rogue heute nicht nur unter Spezialisten bekannt ist, ist dem Aufblühen der Indieszene zu verdanken. Vor allem im vergangenen Jahrzehnt haben unabhängig entwickelte Bestseller wie Spelunky, Faster Than Light (FTL) und The Binding of Isaac gezeigt, dass sich die spielerische DNA von Rogue fast beliebig mit anderen Spielmechaniken zu endlos unterhaltsamen Rogue-like-likes (oder einfacher Rogue-lites) kombinieren lässt.

Die grundlegenden Charakteristika blieben oft erhalten: Statt Respawn oder Savegame gibt es Permadeath, also ein "Zurück zum Start" nach dem Tod. Dazu gehören aber auch prozedural generierte Umgebungen und großer Abwechslungsreichtum, was mögliche Spielstile angeht.

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Gleichzeitig mit dem Interesse an den Rogue-lites erwachte aber auch die Neugier für klassische Rogue-likes erneut. So sehr, dass sich viele neue und alte Entwickler aus der Szene inzwischen an neuen, kommerziellen Titeln versuchen.

Caves of Qud: Rollenspiel zum Staunen

Eines der kommerziell erfolgreichsten modernen Rogue-likes ist Caves of Qud. Das minimalistisch aufbereitete, aber dafür spielmechanisch und vor allem narrativ ambitionierte Rogue-like ist seit 2015 im Early Access auf Steam erhältlich und hat sich bereits 85.000-mal verkauft.

Die Arbeit daran hat allerdings schon zehn Jahre vorher begonnen, wie sein Schöpfer Brian Bucklew sagt. "Von einem Business-Standpunkt aus betrachtet, wenn man all die Stunden, die in Caves of Qud geflossen sind, einberechnet, ist es ein zutiefst unprofitables Spiel", sagt er.

Zwölf Mitarbeiter schreiben und coden in Teilzeit neben ihren eigentlichen Jobs im Entwicklerstudio Freehold Games. Bucklew sagt, dass seine kommerziellen Erwartungen bei weitem übertroffen wurden. "Die Einkünfte aus dem Verkauf erlauben es ein paar Leuten, ein bescheidenes Einkommen daraus zu bestreiten - im Indie-Business heute ist das schon ein schöner Erfolg."

Das Early-Access-Modell hat sich dabei als besonders segensreich erwiesen. "Wir haben erstaunlich viel Geld im Early Access eingenommen und alles sofort in die Verbesserung des Spiels und die Vergrößerung des Teams investiert. Die neuen Mitarbeiter haben enorm viel zum Spiel beigetragen, das wäre alles ohne Early Access nicht möglich gewesen."

  • Rogue hat das Genre der Rogue-likes quasi erfunden. (Bild: Rogue)
  • Brian Bucklew, Chefentwickler von Caves of Qud (Bild: Freehold Games)
  • Artwork von Caves of Qud (Bild: Freehold Games)
  • Tarn und Zach Adams entwickeln Dwarf Fortress. (Bild: Bay 12 Games)
  • Artwork von Dwarf Fortress (Bild: Bay 12 Games)
  • Artwork von Cogmind (Bild: Grid Sage Games)
  • Kornel Kisielewicz arbeitet am grafisch aufwendigen Jupiter Hell. (Bild: Chaosforge)
  • Artwork von Jupiter Hell (Bild: Chaosforge)
Brian Bucklew, Chefentwickler von Caves of Qud (Bild: Freehold Games)

2021 soll Caves of Qud den Early Access verlassen. Schon jetzt kann man es als modernen Klassiker der Nische bezeichnen. Vor allem die bei jedem Spielstart erneut erfolgende prozedurale Generierung seiner historischen Vorgeschichte, die man wie ein Archäologe beim Spielen aus Bibliotheken, Inschriften und sonstigen Ruinen rekonstruieren kann, macht es gemeinsam mit außergewöhnlich stimmungsvoll geschriebenen Texten zum beinahe literarischen Spiel.

Das ist kein Wunder, schließlich zählt Bucklew doch Jorge Luis Borges, den Science-Fiction-Großmeister Gene Wolfe und Der Wüstenplanet von Frank Herbert zu seinen wichtigsten Inspirationsquellen.

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Dwarf Fortress und Cogmind 
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Fernando-05 14. Mär 2020

Keiner hat sich vor 40 Jahren vorstellen können was die heutigen Spiele können. Im Jahr...

ww 10. Mär 2020

HA! War bei mir auch ne ganze Zeit lang kultig und mein erstes Rougelike!

Kahmu 09. Mär 2020

Das hat ja nicht zwingend etwas mit Roguelikes zu tun. Beispiele: Bei FTL muss man Glück...

Kahmu 09. Mär 2020

Am Pc verbringe ich meine meiste Zock-Zeit definitiv mit Indie-Roguelik(t)es. So gut und...

Gonk 05. Mär 2020

Ich kann an dieser Stelle Andor's Trail für Android empfehlen. Da gibt esc seit neustem...


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