Rockstar Games: GTA 5 zwischen Staatshilfe und Steuervermeidung

Mehr als 110 Millionen verkaufte Einheiten, aber keinen Cent Unternehmenssteuern - und sogar millionenschwere Förderung nach der Veröffentlichung: Das Entwicklerstudio Rockstar North soll mit GTA 5 den britischen Steuerzahler übermäßig zur Kasse gebeten haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von GTA 5
Artwork von GTA 5 (Bild: Rockstar Games)

Geld spielt in GTA 5 seit jeher eine entscheidende Rolle, gerade erst hat Rockstar Games im Onlinemodus ein Casino als Treffpunkt eröffnet. Im echten Leben beschert das liebe Geld dem Entwicklerstudio nun Negativschlagzeilen: Eine britische Organisation namens Tax Watch wirft den Machern vor, einerseits seit Jahren keine Unternehmenssteuern in Großbritannien zu bezahlen, andererseits aber Fördergelder zu kassieren - und einigen seiner leitenden Angestellten sehr hohe Boni zu bezahlen.

Stellenmarkt
  1. IT Solutions Architect S / 4HANA - Technical Innovation (m/w/d)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Nürnberg
  2. (Junior) IT Business Partner / Demand Manager - Sales Units (m/w/d)
    Jungheinrich AG, Hamburg
Detailsuche

Konkret geht es laut Tax Watch um die sieben britischen Niederlassungen, die Rockstar Games in Großbritannien unterhält. Die mit Abstand wichtigste ist Rockstar North in der schottischen Hauptstadt Edinburgh, wo der Großteil der Arbeit an GTA 5 und seinem Onlinemodus entstanden sein soll und immer noch entsteht - und wo übrigens auch an Red Dead Redemption 2 gearbeitet wurde und wird.

Wie und wo genau die Arbeiten an den Spielen des verschwiegenen Studios ablaufen, ist allerdings nicht klar. Die beiden bekanntesten Entwickler von Rockstar, die Brüder Dan und Sam Houser, stammen aus London, haben lange in Edinburgh gearbeitet und leben und arbeiten nun vermutlich überwiegend in New York.

Nach Angaben von Tax Watch habe Rockstar North in Großbritannien seit 2009 - dem Jahr, in dem erste Arbeiten an GTA 5 begonnen haben sollen - keinerlei Unternehmenssteuern bezahlt. Von dem 2013 veröffentlichten Spiel habe Rockstar bis Mitte 2019 nach eigenen Angaben mehr als 110 Millionen Exemplare verkauft und so rund 6 Milliarden US-Dollar an Umsatz erzielt. Außerdem schreibt Tax Watch, dass die leitenden Angestellten von Rockstar Games zwischen 2009 und 2019 rund 3,4 Milliarden US-Dollar an Boni erhalten haben.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Premiere Pro Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17./18.10.2022, Virtuell
  2. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03./04.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Besonders stört die Organisation, dass Rockstar North zwischen 2016 und 2018 rund 42 Millionen Britische Pfund (rund 46 Millionen Euro) vom Staat erhalten hat. Der Anteil entspreche rund 19 Prozent der gesamten Fördergelder, die eigentlich für kleine und mittlere Projekte gedacht seien. Außerdem sollten damit Spiele unterstützt werden, die einen besonderen kulturellen Bezug zu Großbritannien haben. GTA 5 spielt aber in der fiktiven kalifornischen Stadt Los Santos.

Als Grund für die nicht gezahlten Unternehmenssteuern nennt Tax Watch, dass in Großbritannien zwar ein wesentlicher Teil der Arbeit an GTA 5 geleistet wurde und wird, der Großteil der Gewinne aber Rockstar Games und Take 2 in den USA zugeordnet wurde - was kein ungewöhnliches, sondern ein auch bei anderen großen Konzernen zunehmend kritisiertes Modell zur Steuervermeidung ist. Die Firma hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Thema geäußert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Apfelbaum 01. Aug 2019

Wenn einzelne nicht so viel verdienen würden wie 1000 oder mehr ihrer Arbeitnehmer, wären...

dragnod0 31. Jul 2019

Genau das ist der Punkt! Auch wenn ich die Steuerumgehung der Unternehmen nicht guthei...

AlexanderZilka 31. Jul 2019

Die Leben Ihr Spiel ja so richtig aus.

sofries 30. Jul 2019

Nur weil die Studios in UK keine Unternehmenssteuern bezahlen und eine Förderung...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloudgaming
Google Stadia scheiterte nur an sich selbst

Die Technik war nicht das Problem von Alphabets ambitioniertem Cloudgaming-Dienst. Das Problem liegt bei Google. Ein Nachruf.
Eine Analyse von Daniel Ziegener

Cloudgaming: Google Stadia scheiterte nur an sich selbst
Artikel
  1. Tiktok-Video: Witz über große Brüste kostet Apple-Manager den Job
    Tiktok-Video
    Witz über große Brüste kostet Apple-Manager den Job

    Er befummle von Berufs wegen großbrüstige Frauen, hatte ein Apple Vice President bei Tiktok gewitzelt. Das kostete ihn den Job.

  2. Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor: KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer
    Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor
    KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer

    Dev-Update Die Diskussion um die kommerzielle Verwertbarkeit von Open Source erreicht Akka und Apache Flink, OpenAI macht Spracherkennung, Facebook hilft Javascript-Enwicklern und Rust wird immer siegreicher.
    Von Sebastian Grüner

  3. 40 Jahre nach dem Tod von Philip K. Dick: Die Filmwelten eines visionären Autors
    40 Jahre nach dem Tod von Philip K. Dick
    Die Filmwelten eines visionären Autors

    Vor 40 Jahren starb Philip K. Dick. Das Vermächtnis des visionären Science-Fiction-Autors lebt mit vielen Filmen und Serien fort.
    Von Peter Osteried

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV 2022 65" 120 Hz 1.799€ • ASRock Mainboard f. Ryzen 7000 319€ • MindStar (G.Skill DDR5-6000 32GB 299€, Mega Fastro SSD 2TB 135€) • Alternate (G.Skill DDR5-6000 32GB 219,90€) • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /