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Rockstar Games: GTA-5-Nutzungsberechtigungen müssen online geprüft werden

Die PC-Version von GTA 5 will Rockstar Games nicht einfach durch eine Steam-Aktivierung schützen. Stattdessen sind mehr oder regelmäßige Abfragen auf einem eigenen Portal geplant – und ein System, das zumindest auf den ersten Blick an die verhasste Root-Kit-Software Securom erinnert.
/ Peter Steinlechner
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GTA 5 am PC (Bild: Rockstar Games)
GTA 5 am PC Bild: Rockstar Games

Nachdem Rockstar Games die Systemanforderungen der PC-Fassung von GTA 5 bekanntgegeben hat, ist vor allem eines unklar: Welcher Kopierschutz soll die Vervielfältigung des Programms verhindern? Die Entwickler selbst schreiben(öffnet im neuen Fenster), dass für die einmalige Aktivierung mit einer "einmal verwendbaren Seriennummer" bei der Installation und für GTA Online eine Onlineverbindung zum hauseigenen Portal Social Club nötig ist. Das könnte zwar am Erscheinungstag zu Wartezeiten führen, aber grundsätzlich dürfte in Zeiten von Steam wohl kaum noch ein PC-Spieler ein echtes Problem mit diesem Verfahren haben.

GTA 5 Next Gen – Trailer (Launch, PS4)
GTA 5 Next Gen – Trailer (Launch, PS4) (01:06)

Deutlich problematischer: Laut Rockstar ist für "die Prüfung der Nutzungsberechtigung in bestimmten Abständen eine bestehende Internetverbindung erforderlich." Konkret muss das Spiel also mehr oder weniger oft eine Verbindung zum Social Club aufnehmen. Das war so ähnlich schon bei GTA 4 vorgesehen, funktionierte aber nicht – die Entwickler haben diese Zwangsanbindung später per Patch entfernt.

Entscheidend dürfte jetzt sein, wie der Hersteller diese Abfragefrequenz konfiguriert. Wenn es nur alle paar Wochen oder Monate nötig wäre, Kontakt mit den Servern aufzunehmen, könnte man GTA 5 am PC für längere Zeit am Stück offline spielen. In der Zeit zwischen den Prüfungen der Nutzungsberechtigung müssten sich Spieler also vergleichsweise wenig Sorgen um Technikprobleme bei Rockstar oder um DDoS-Angriffe auf das Netzwerk machen – die ein Titel wie GTA 5 wohl magisch anziehen dürfte.

Falls sich Rockstar dafür entscheidet, die Lizenz in kürzeren Intervallen abzufragen – jedes Mal, oder gar täglich -, sieht die Sache schon anders aus. Dann müssen Spieler möglicherweise damit rechnen, dass die geplante Partie GTA 5 ab und zu ausfällt. Laut den Entwicklern wird es übrigens "pro Benutzerkonto nur auf einem PC gleichzeitig möglich" sein, sich beim Social Club anzumelden. Diesen Hinweis kann man durchaus als Wink verstehen, dass Spieler eher öfter bei den Servern vorbeischauen müssen.

Authentifizierungs-Software ist Pflicht – nur welche?

Zusätzlich zu dieser Online-Überprüfung kündigt Rockstar Games im Kleingedruckten an, dass PC-Spieler zusammen mit dem Spiel eine "Authentifizierungs-Software" installieren müssen, die "bestimmte Hardware-Merkmale zu Prüfungszwecken für Nutzungsberechtigung und digitales Rechtemanagement sowie zur Systemermittlung" erkennt.

GTA 5 Next Gen – Trailer (First Person)
GTA 5 Next Gen – Trailer (First Person) (03:03)

Damit ist ganz offensichtlich ein System wie der unbeliebte Kopierschutz Securom(öffnet im neuen Fenster) gemeint, der unter anderem bei GTA 4 verwendet wurde. Welche DRM-Lösung konkret zum Einsatz kommt, verrät Rockstar noch nicht. Securom ist es vermutlich nicht: Das System gilt als veraltet und wird kaum noch verwendet. Zwar hat EA es im Sommer 2014 überraschend für eine Erweiterung von Die Sims 2 noch einmal aus der Mottenkiste geholt – aber eigentlich ist es um die Securom sehr ruhig geworden.

Es gab Hinweise darauf, dass Rockstar sich bei GTA 5 für Denuvo entschieden hat. Das ist kein klassischer Kopierschutz, der etwa das Vervielfältigen der Disc verhindern soll. Stattdessen soll die Software verhindern, dass etwa Online-DRM-Systeme umgangen werden; EA verwendet das Programm bei seinem Portal Origin. Denuvo würde grundsätzlich also gut zu den Plänen mit dem Social Club passen. Allerdings hat der österreichische Hersteller(öffnet im neuen Fenster) dementiert, dass sein System bei GTA 5 zum Einsatz kommt. Welche "Authentifizierungs-Software" nun also auf dem Rechner des Spielers installiert wird, ist derzeit schlicht unbekannt.

Offen ist derzeit auch, welche Rolle Steam zukommt, das nicht nur eine Vertriebsplattform für PC-Spiele, sondern inzwischen auch der De-Facto-Standard als Kopierschutzsystem ist. Rockstar Games hat Steam bei der Vorstellung der Systemanforderungen allerdings mit keinem Wort erwähnt. Derzeit ist nicht einmal endgültig geklärt, ob die PC-Version von GTA 5 überhaupt auf Steam verfügbar sein wird.

Zwar befindet sich das Programm dort im Angebot(öffnet im neuen Fenster) (US-Version(öffnet im neuen Fenster)), aber die Seite wirkt für ein Programm, das vergleichsweise bald erscheint, noch erstaunlich rudimentär. Denkbar ist, dass Rockstar das Spiel erst über den klassischen Handel verkauft und es erst später über Steam vermarktet. Immerhin: Nach aktuellem Stand erscheint GTA 5 erst am 24. März 2015 für PC – Rockstar hat also noch viel Zeit, die Dinge zu klären. Bei GTA 4 hat die Firma sich zwar mit dem Kopierschutz selbst bei der Community eher unbeliebt gemacht, aber ihre Vorgehensweise in FAQ rechtzeitig sehr ausführlich erklärt.


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