Abo
  • Services:

Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete

Die kleinste Rakete der Welt soll 5 Millionen Dollar pro Start kosten. Sie ersetzt erstmals die ineffizienten Gasturbinen durch batteriebetriebene Elektromotoren.

Artikel von veröffentlicht am
Firmengründer Peter Beck neben einer Electron-Rakete
Firmengründer Peter Beck neben einer Electron-Rakete (Bild: Rocketlab)

Die neuseeländischen Behörden haben Rocketlab die Lizenz zum Start von Raketen in Neuseeland erteilt. Das Unternehmen hat eine eigene Elektrorakete namens Electron entwickelt. Obwohl der Erstflug der Rakete noch aussteht, sind Starts damit jetzt schon bis Anfang 2018 vollständig ausgebucht. Rocketlab hat aber noch größere Pläne: Es will bis zu 100 Raketen pro Jahr starten.

Inhalt:
  1. Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
  2. Moderne Technik in der ganzen Rakete

Die neuseeländische Firma wurde schon 2007 von Peter Beck gegründet. 2009 schoss sie mit der Ätea-1 die erste neuseeländische Rakete in den Weltraum, profitierte von den ersten erfolgreichen Flügen der Falcon-Raketen des ebenfalls privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX und sicherte sich schließlich von Firmen im Silicon Valley Investitionskapital für die Entwicklung einer kleinen Rakete. Sie sollte 100 Kilogramm schwere Satelliten in einen 500 Kilometer hohen sonnensynchronen Orbit bringen.

Die Rakete ist nun fertig und noch leistungsfähiger als geplant. Es fehlt nur noch die Genehmigung der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde FAA. Denn um den Importbeschränkungen der USA zu entgehen, wurde der Unternehmenssitz in die USA verlegt. Die Raketen werden dennoch in Neuseeland gebaut und gestartet.

Die Rakete hat batteriebetriebene Triebwerke

Die Rakete hat aus gutem Grund den Namen Electron erhalten: Sie hat Elektromotoren. Das soll ein Dilemma von Raketen lösen: Die komplexe Technik von Raketentriebwerken wird ineffizient, wenn sie besonders kleine Triebwerke antreiben soll. Konstruktionen mit Gasgeneratoren und Turbinen, um die Treibstoffpumpen anzutreiben, würden schwer und aufwendig in der Herstellung. Oft wird deshalb bei kleinen Triebwerken auf die Pumpe verzichtet und der Treibstofftank unter hohen Druck gesetzt. Aber dabei steigt das Gewicht des Tanks und der Druck ist im Vergleich zu einem Triebwerk mit Förderpumpe deutlich niedriger. Je niedriger der Förderdruck im Triebwerk, umso schlechter wird aber die Effizienz. So hat die Rakete nicht nur schwerere Tanks, sondern verbraucht für den gleichen Schub auch noch mehr Treibstoff.

Stellenmarkt
  1. D. Kremer Consulting, Meerbusch
  2. Controlware GmbH, München

Rocketlab löst das mit dem Rutherford-Raketentriebwerk. Es wird mit Kerosin und Sauerstoff angetrieben. Aber anstatt die Pumpen mit heißen Gasen über eine Gasturbine anzutreiben, kommen Elektromotoren und eine Lithium-Polymer-Batterie zum Einsatz. Inzwischen ist die Batterietechnik fortgeschritten genug dafür. Der Grund dafür ist, dass ohne Luft kein Sauerstoff für die Gasturbine vorhanden ist und zusätzlich mit Kerosinüberschuss gekühlt werden muss, damit die Verbrennungstemperaturen nicht zu hoch sind. Dadurch sinkt die effektive Energiedichte des Treibstoffs auf weniger als ein Zehntel der normalen Verbrennung mit Luft. Dadurch werden Batterien konkurrenzfähig mit Kerosin und Sauerstoff, zumal sie für den Zweck nicht wiederaufladbar sein müssen. Die ersten Untersuchungen zur Verwendung dieser Technik gab es schon Anfang der 2000er Jahre.

Moderne Technik in der ganzen Rakete 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. Gratis (Bethesda-Account nötig)
  2. (u. a. Gaming-Monitore und PCs)
  3. 76,57€
  4. 59,99€ (bei otto.de)

Dennis_2k5 03. Okt 2016

Das Raketen und Flugzeuge rein elektrisch laufen, wird noch mind. 10 Jahre dauern! Denkt...

Vanger 28. Sep 2016

kleinste Rakete der Welt die regelmäßig kommerzielle Nutzlast ins Weltall befördert Dass...

cpt.dirk 24. Sep 2016

Ein paar Nuklearbatterien in Satelliten waren wohl auch dabei, wenn sie heute aus diesem...

smirg0l 23. Sep 2016

Viel besser: http://www.ronpatrickstuff.com/ ;)

ArcherV 23. Sep 2016

Verbraucht deine Dieselpumpe auch so die 10% vom deinem Gesamtverbrauch? Nein? Also Äpfel...


Folgen Sie uns
       


LG G8 Thinq - Hands on (MWC 2019)

LG hat auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona das G8 Thinq vorgestellt. Das Smartphone kann mit Luftgesten gesteuert werden. Wir haben viele Muster in die Luft gemalt, aber nicht immer werden die Gesten korrekt erkannt.

LG G8 Thinq - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch


    Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
    Tom Clancy's The Division 2 im Test
    Richtig guter Loot-Shooter

    Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
    Von Jan Bojaryn

    1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
    2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

    Flugzeugabsturz: Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb
    Flugzeugabsturz
    Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb

    Wegen eines bekannten Softwarefehlers wird der Flugbetrieb für Boeings neustes Flugzeug fast weltweit eingestellt - Die letzte Ausnahme war: die USA. Der Umgang der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde mit den Problemen des neuen Flugzeugs erscheint zweifelhaft.

    1. Boeing Rollout der neuen 777X in wenigen Tagen
    2. Boeing 747 Der Jumbo Jet wird 50 Jahre alt
    3. Lufttaxi Uber sucht eine weitere Stadt für Uber-Air-Test

      •  /