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Rocketlab: Kleine Rakete wird wiederverwendbar und trotzdem teurer

Der Markt der Kleinsatelliten scheint verrückt geworden zu sein. Die einen senken die Preise, die anderen erhöhen sie und alle erwarten gute Geschäfte. Aber Preise entstehen aus Angebot und Nachfrage, nicht nur aus den Kosten.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Auch kleine Raketen wie die Electron sind heute am Markt konkurrenzfähig.
Auch kleine Raketen wie die Electron sind heute am Markt konkurrenzfähig. (Bild: Rocketlab)

Es gibt keine Pläne, die Electron zu einer wiederverwendbaren Rakete weiterzuentwickeln. Für eine so kleine Rakete sei ein Verfahren wie bei der Falcon 9 zu aufwendig und die Verluste zu groß - so zumindest ließ Peter Beck lange Zeit verlauten. Aber nach den ersten sieben Flügen der Rakete und zwei größeren Messkampagnen während der letzten beiden Flüge glaubt das Unternehmen, doch einen Weg entwickeln zu können.

Inhalt:
  1. Rocketlab: Kleine Rakete wird wiederverwendbar und trotzdem teurer
  2. Electron bleibt trotz hoher Preise konkurrenzfähig

Als wichtigsten Grund für die Wiederverwendung gab Peter Beck, Gründer von Rocketlab, aber nicht die Kostensenkung an. Vielmehr soll so langfristig die immer noch zu niedrige Produktionsrate der Rakete ausgeglichen werden. Geplant war in diesem Jahr ein Start pro Monat, derzeit fliegt die Electron aber nur alle zwei Monate. Beck betonte, wie schwer die Produktion sei. Aber, wenn jede Raketenstufe nur einmal wiederverwendet werde, entspräche das einer effektiven Verdoppelung der Startrate, ohne die Produktionskapazität erhöhen zu müssen. Das Unternehmen hat in Neuseeland für die nächsten 30 Jahre die Erlaubnis für Starts alle drei Tage.

Die Wiederverwendung soll dabei anders ablaufen als bei der Falcon 9 von SpaceX. Die erste Stufe der Electron kann nicht im Flug mit Mach 8,5 die Raketentriebwerke zünden und abbremsen. Dafür reichen die Treibstoffreserven nicht. Aber ohne das Manöver ist die Geschwindigkeit beim Wiedereintritt so hoch, dass sich die Luft um die Rakete auf rund 2.500 Grad Celsius erhitzt und dabei die nur 1,8 mm dicken Kohlefaserwände der Rakete zerstört.

Aber aus den gesammelten Daten der letzten beiden Flüge wurden aerodynamische Modelle der Rakete errechnet, um Hitzeschutz an passenden Stellen anzubringen. Außerdem sollen aerodynamische Bremsen an der Rakete angebracht werden. Dann bremst die Rakete ohne Triebwerke früher und langsamer ab, so dass weniger Hitze entsteht. Genauere Details der Pläne nannte Beck dazu nicht. In einem Interview mit Ars Technica verriet Beck allerdings, dass beim zehnten Flug der Electron deutliche Änderungen an der Rakete sichtbar sein werden. Die Firma gab die Pläne bekannt, um Spekulationen beim Start vorzubeugen.

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In einer Animation wurde ein sogenannter Ballute gezeigt, eine Art Bremsschirm, der auch im Überschallbereich funktioniert und wie ein Ballon aufgeblasen wird. Anschließend soll die Raketenstufe an einem herkömmlichen Fallschirm Richtung Erde gleiten. Die leere Raketenstufe ist etwa eine Tonne schwer und soll im Flug von einem Helikopter aufgefangen werden. Laut Beck ist das der einfache Teil der Operation.

Derzeit wird der achte Flug einer Electron vorbereitet. Mit an Bord ist ein Datenrekorder namens Brutus, der Aufzeichnungen vom Wiedereintritt bis zur unvermeidlichen Zerstörung der Rakete machen soll. Anschließend wird der Rekorder im Meer geborgen.

Electron bleibt trotz hoher Preise konkurrenzfähig 
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