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Electron bleibt trotz hoher Preise konkurrenzfähig

Die Electron hat auf dem Markt für Kleinsatelliten von 50 bis 150 kg Masse eine gewisse Monopolstellung. In anderen Raketen sind derart kleine Satelliten grundsätzlich nur Nebennutzlast, ohne die Chance einen eigenen Orbit zu bestimmen. Die nächstgrößeren Raketen auf dem kommerziellen Markt sind die europäische Vega und die indische PSLV. Sie haben etwa die zehnfache Nutzlast.

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Weltweit gibt es über 100 Firmen, die derzeit solche Kleinraketen entwickeln, aber Rocketlab ist die einzige Firma, deren Raketen tatsächlich fliegen. Vor kurzem startete die Firma iSpace erfolgreich eine Rakete. Die besteht allerdings größtenteils aus chinesischer Militärtechnik und es ist nicht klar, ob sie international angeboten wird.

Durch die Nachfrage am Markt ist die Electron bei weitem überbucht. So konnte das Unternehmen den Preis zum Start einer eigenen Rakete auf 7,5 Millionen US-Dollar anheben. Ursprünglich waren es nur 5 Millionen US-Dollar. Zumindest ein Teil der Preiserhöhung wird aber wohl dazu dienen müssen, die ungeplant niedrige Startrate auszugleichen. Im August hätte schon der achte Raketenstart dieses Jahr stattfinden sollen, es ist aber erst der vierte.

Kleine Raketen sind flexibler

Durch die Möglichkeit, eine eigene Rakete für einen Satelliten zu buchen, ist die Electron trotz des höheren Preises mit Vermittlern von Sammelflügen konkurrenzfähig, auch mit SpaceX. Spaceflight, der größte Vermittler von Mitfluggelegenheiten, verlangt 4 bis 6 Millionen US-Dollar für den Start eines 50 bis 200 kg schweren Satelliten. Spaceflight kann dabei aber keinen eigenen Orbit anbieten, während Rocketlab die Satelliten individuell präzise aussetzt.

SpaceX wird mit Startpreisen von etwa 2,25 Millionen US-Dollar in der Kategorie beide Unternehmen nochmals deutlich unterbieten. Die Firma konzentriert sich dabei aber auf größere Nutzlasten im Bereich von 300 kg und mehr. An den acht größeren Montagepunkten können mit entsprechendem Aufpreis bis 700 kg Nutzlast angebracht werden. Ein weiterer Punkt steht auch für noch größere Satelliten zur Verfügung.

Die Leistungsreserven sind beim Start mit der Falcon 9 groß. Allerdings soll immer nur eine Rakete pro Jahr einen solchen Sammelstart fliegen und das auch nur in einen 500 bis 600 km hohen sonnensynchronen Standardorbit für Erdbeobachtung und ähnliche Zwecke. Wer kurzfristig eine Startgelegenheit braucht, einen Satelliten zur Weiterentwicklung testen will, kann nicht unbedingt auf das nächste Jahr warten. Konkurrenz ist auf dem Markt also auch mit höheren Preisen möglich. Für Vermittler wie Spaceflight ist SpaceX allerdings eine direkte Konkurrenz für einen großen Teil des Angebots geworden.

Rocketlab bietet außerdem noch die neue Plattform Photon, eine weiterentwickelte Variante der Oberstufe der Electron. Sie kann gleichzeitig als Satellit funktionieren. Kunden können damit auf die eigene Entwicklung von Antrieb, Lageregelung und Energieversorgung verzichten. Außerdem spart die Weiterverwendung der Oberstufensysteme auch Masse ein, so dass mehr Gewicht für Instrumente auf dem Satelliten übrig bleibt.

Ob Rocketlab auch eine größere Rakete entwickelt, bleibt abzuwarten. Bislang streitet Peter Beck alle Spekulationen in die Richtung ab. Das tat er zuvor aber auch bei der Wiederverwendung.

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 Rocketlab: Kleine Rakete wird wiederverwendbar und trotzdem teurer
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