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Rechentricks sollen die Kosten senken

Um mit den Preisen der Konkurrenz mitzuhalten, zeigt die Webseite den "ULA value added", also den Zusatznutzen beim Start mit der Rakete, an. In einem Beispiel auf der Pressekonferenz sollten dadurch mehr als die Hälfte der Startkosten kompensiert werden und die Rakete weniger kosten als eine Falcon 9. Dabei verweist die Webseite auf Einsparungen durch pünktlichere Starts. Dazu kommen Einsparungen durch niedrigere Versicherungsprämien im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt und höhere Lebenszeiten von Satelliten durch Optimierung der Einschussbahn. Die Grundlagen, auf denen einige dieser Einsparungen berechnet werden, sind aber durchaus fragwürdig.

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Der Durchschnitt der weltweiten Versicherungsprämien wird hauptsächlich durch die unzuverlässige russische Proton-Rakete bestimmt. Andere Raketen der gleichen Leistungsklasse haben hingegen weitgehend vergleichbare Versicherungsprämien, die somit alle unter dem weltweiten Durchschnitt liegen. Darauf hatte auch die Explosion einer Falcon-9-Rakete bei einem Test keinen Einfluss, weil der Satellit zu dem Zeitpunkt noch von einer Frachtversicherung gedeckt war.

Pünktliche Starts sparen Geld

Einsparungen durch eine höhere Lebensdauer nach einem Start in einen besseren Orbit als dem geplanten gibt es tatsächlich. Wenn ein Satellit nur in einen Übergangsorbit gestartet wird, muss der Satellit anschließend eigenen Treibstoff aufwenden, um in den endgültigen Orbit zu gelangen. Mit dem gleichen Treibstoff muss der Satellit aber auch Korrekturmanöver von unvermeidlichen Bahnabweichungen durch Gravitationseffekte durchführen, weshalb mehr Treibstoff eine höhere Lebensdauer des Satelliten ermöglicht.

Eine Rakete mit einem entsprechend flexibel programmierten Flugcomputer kann nicht verwendete Treibstoffreserven der Rakete dazu benutzen, den Aufwand des Satelliten noch etwas weiter zu reduzieren und so dessen Treibstoffreserven zu erhöhen. Aber darauf sind alle Raketen programmiert. Es ist also kein besonderer Kostenvorteil, den die ULA dort für sich verbuchen kann. Tatsächlich ernstzunehmen sind dagegen die potenziellen Einsparungen durch die üblicherweise geringeren Verzögerungen von Starts mit der ULA, vorausgesetzt, dass der Kunde die Kapazität des Satelliten tatsächlich sofort voll ausnutzen kann. Wer aber viel zusätzlichen Umsatz durch einen kurzfristig geplanten Start mit einer Atlas V machen will, muss auch das zusätzlich bezahlen und auf Platz im Terminplan der ULA hoffen.

Letztendlich handelt es sich bei Rocketbuilder.com um eine reine PR Maßnahme der ULA im Wettbewerb mit der Konkurrenz. Sie weist zurecht darauf hin, dass der Preis einer Rakete allein nicht die einzige Erwägung beim Start eines Satelliten ist. Hier muss SpaceX klar nachziehen. Allerdings ist auch offensichtlich, dass die ULA versucht, die Kosten ihrer Atlas-V-Rakete in der Öffentlichkeit schön zu rechnen, mit teilweise fadenscheinigen Methoden.

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