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Rocket Lake: Intel bestätigt nächste Desktop-CPU für Anfang 2021

Ein allerletztes Mal noch 14 nm: Mit Rocket Lake alias 11th Gen Core bringt Intel schnellere Kerne und PCIe Gen4.
/ Marc Sauter
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Ein älterer Intel-Wafer mit 14-nm-Dies (Bild: Intel)
Ein älterer Intel-Wafer mit 14-nm-Dies Bild: Intel

Eine Ära neigt sich dem Ende zu: Im ersten Quartal 2021 will Intel mit Rocket Lake S die letzte Desktop-CPU-Generation veröffentlichen, die auf dem eigenen 14-nm-Verfahren basiert. Die soll als 11th Gen Core in den Handel kommen, das bestätigte der Hersteller per Blog-Eintrag(öffnet im neuen Fenster) . Zuvor waren Roadmaps durchgesickert(öffnet im neuen Fenster) , die einen Start für März in Aussicht gestellt hatten.

Während Comet Lake S wie der Core i9-10900K (Test) auf der mittlerweile seit 2015 verwendeten Skylake-Microarchitektur basiert, soll Rocket Lake S eine modernere Technik verwenden. Diese fasst Intel als Cove-Familie zusammen, die sich wie folgt aufteilt: Bei Cannon Lake wie dem Core i3-8121U wird Palm Cove verwendet, für Ice Lake wie dem Core i7-1065G7 hingegen Sunny Cove und bei den Tiger Lake wie dem Core i7-1185G7 (Test) für Ultrabooks dann Willow Cove.

Für Rocket Lake S hingegen soll eine Abwandlung namens Cypress Cove verwendet werden, welche unbestätigten Daten zufolge etwa 10 Prozent mehr Leistung pro Takt (IPC) aufweisen soll als die Skylake-Technik. Für Sunny Cove nennt Intel selbst rund 18 Prozent, diese Architektur gibt es genauso wie Palm Cove und Willow Cove jedoch nicht für Desktop-Chips, sondern nur für Ultrabook-SoCs.

Intel-µArchs für Desktop-CPUs im Überblick
Chip Fertigung CPU-Kerne µArch Sockel Launch
Broadwell Core i7-5775C 14 nm 4 Broadwell LGA 1150 2015
Skylake Core i7-6700K 14 nm 4 Skylake LGA 1151 2016
Kaby Lake Core i7-7700K 14+ nm 4 Kaby Lake LGA 1151 2017
Coffee Lake Core i7-8700K 14++ nm 6 Kaby Lake LGA 1151 v2 2018
Coffee Lake R Core i9-9900K 14++ nm 8 Kaby Lake LGA 1151 v2 2019
Comet Lake Core i9-10900K 14+++ nm 10 Kaby Lake LGA 1200 2020
Rocket Lake Core i9-11900K 14+++ nm 8 Cypress Cove LGA 1200 2021
Alder Lake (?) 10 nm ESF 8+8 Golden Cove + Gracemont LGA 1700 2021
Raptor Lake (?) 10 nm ESF 8+8 Ocean Cove + Gracemont (?) LGA 1700 2022
Meteor Lake (?) 7 nm EUV (?) Redwood Cove + Gracemont (?) LGA 1700 2023
Lunar Lake (?) (?) (?) (?) (?) (?)

Rocket Lake S wäre damit eine Frankenstein-CPU, sofern Intel tatsächlich eine Cove-Architektur als Backport für 14 nm bringt. Es ist wahrscheinlich, dass die Mikroarchitektur mit einigen neuen Befehlssätzen wie den VNNI (Vector Neural Network Instructions) sowie dem GNA 1.0 (Gaussian Neural Accelerator) daher kommt und die Leistung pro Takt ebenfalls steigt, da die CPU-Kerne größere L1/L2-Puffer aufweisen und Front/Backend überarbeitet wurden.

Rocket Lake S soll mit acht Kernen antreten, was einen Rückschritt verglichen zu den zehnkernigen Comet Lake S bedeuten würde. Der gegebenenfalls höhere Takt und die ebenfalls höhere IPC sollen das ausgleichen oder überkompensieren. CML-S und RKL-S passen beide in Mainboards mit Sockel LGA 1200, allerdings plant Intel neue Chipsätze mit PCIe Gen4 statt PCIe Gen3 sowie x8- statt x4-Link. Rocket Lake S hat zudem 20 PCIe-Gen4-Lanes, die sich in x16 für die Grafikkarte plus x4 für eine NVMe-SSD aufteilen.

Da im zweiten Halbjahr 2021 mit Alder Lake S offiziell schon der erste Desktop-Chip mit 10 nm Super Fin (früher 10++ nm) ansteht, wird Rocket Lake S wohl nicht nur die letzte 14-nm-CPU sein, sondern wie einst Broadwell DE ( Core i7-5775C m Test ) auch schnell von einem Nachfolger abgelöst werden.

AMD wiederum wird am morgigen 8. Oktober 2020 die Ryzen 5000 (Vermeer) ankündigen und innerhalb weniger Wochen in den Handel bringen. Die CPUs werden die App- und Gaming-Performance erneut steigern, weshalb Intel - bis Rocket Lake S erscheint - selbst in Spielen die Führung abgeben dürfte.


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