Weltraumkonzern: Warum Rocket Lab 8 Milliarden Dollar für Iridium bezahlt
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Rocket Lab übernimmt den Satellitenkommunikationsanbieter Iridium Communications für rund 8 Milliarden US-Dollar. Das gab der Weltraumkonzern am 29. Juni 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Durch die Übernahme werden das Geschäft von Rocket Lab mit Trägerraketen und der Satellitenfertigung mit dem globalen L-Band-Satellitennetzwerk, den lizenzierten Frequenzen und dem Kundenstamm von Iridium – mehr als 2,5 Millionen Abonnenten aus den Bereichen Regierung, Militär, Luftfahrt, Schifffahrt und kommerziellen Märkten – zusammengeführt.
Die Iridium-Aktionäre erhalten 27 US-Dollar in bar sowie Rocket-Lab-Aktien, was einem Gesamtwert von 54 US-Dollar pro Iridium-Aktie entspricht. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet. Der Hauptsitz der US-amerikanischen Iridium Communications befindet sich in McLean, Virginia, in der Metropolregion Washington. Rocket Lab mit Hauptsitz im kalifornischen Long Beach, betreibt einen Raketenstartplatz in Neuseeland.
Zur Finanzierung des Baranteils der Übernahme sicherte sich Rocket Lab Zusagen für einen Überbrückungskredit in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar von der Deutschen Bank und Wells Fargo. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass es neben zusätzlicher Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung auch vorhandene Barmittel einsetzen wolle.
Weitere Interessenten: Amazon, Blue Origin und SpaceX
Ein Übernahmeangebot für Iridium war im Markt bereits seit dem vergangenen Jahr erwartet worden, sagte ein Branchenexperte Golem. Zuletzt hatte auch das Iridium-Management entsprechende Andeutungen gemacht. Offen blieb allerdings, wer als Käufer auftreten würde. Neben Rocket Lab wurden insbesondere Amazon, Blue Origin und SpaceX als strategische Interessenten gehandelt.
Amazon galt demnach als naheliegender Kandidat, nachdem der Konzern erst im April die Übernahme von Globalstar angekündigt hatte. Durch einen Erwerb von Iridium hätte Amazon das benachbarte Globalstar-Spektrum strategisch ergänzen und seine Position im Direct-to-Device-Markt erheblich festigen können. Auch Blue Origin kam als Käufer in Betracht, nachdem das Unternehmen mit Terawave jüngst eine eigene Satellitenkonstellation angekündigt hatte. SpaceX wiederum drängt bereits aggressiv in den D2D-Markt und hatte im September Frequenznutzungsrechte von Echostar im Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar erworben. Diese Rechte sind jedoch nicht überall regulatorisch abgesichert und werden gerade in Europa zumindest teilweise infrage gestellt.
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