Wettbewerber müssen bei null anfangen
Trotz dieser Einschränkungen sei die Übernahme seitens Rocket Lab strategisch konsequent. Rocket Lab sichert sich mit Iridium nicht nur ein weltweit anerkanntes und regulatorisch schwer replizierbares Spektrum, sondern auch ein funktionierendes, globales Satellitennetz mit etablierten Kundenbeziehungen und voraussichtlicher Restlebensdauer bis Anfang der 2030er Jahre. Damit verschafft sich Rocket Lab ein Zeitfenster, um eine nächste Satellitengeneration zu entwickeln, zu bauen und zu starten, während Wettbewerber bei null anfangen müssen.
Strategisch noch wichtiger ist jedoch der sicherheits- und verteidigungspolitische Wert der Transaktion. Rocket Lab entwickelt sich bereits seit mehreren Jahren vom reinen Startdienstleister zu einem vertikal integrierten Raumfahrtunternehmen und zunehmend zu einem Dienstleister des Pentagons. Iridium wiederum ist tief in die Kommunikationsinfrastruktur der US-Streitkräfte eingebunden. Beide Unternehmen erzielen jeweils nahezu ein Drittel ihres Umsatzes mit Regierungs- und Militäraufträgen. Iridium stellte den US-Streitkräften zuletzt rund 190.000 Satellitentelefone für einen weltweit verfügbaren Kommunikationsdienst zur Verfügung. Durch die Übernahme wird Rocket Lab seine Position als strategischer Lieferant nationaler militärischer Sicherheitsinfrastruktur deutlich ausbauen.
"Die Transaktion ist daher weniger als klassischer Konsolidierungsschritt im kommerziellen Satellitenmarkt zu verstehen, sondern als Erwerb einer seltenen Kombination aus Spektrum, globalem Marktzugang, bestehender Konstellation, operativem Cashflow und verteidigungsnaher Kundenbasis. Rocket Lab kauft damit nicht nur Iridium, sondern auch Zeit, regulatorische Sicherheit und strategische Relevanz im entstehenden Markt für satellitengestützte Direct-to-Device-Kommunikation", erklärte der Experte weiter.
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