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Iridiums Satellitenflotte gilt nicht mehr als zukunftssicher

Bemerkenswert ist, dass Rocket Lab noch im Oktober 2025 anlässlich der Quartalsergebnisse erklärt hatte, keine Milliardenbeträge in Frequenzspektrum investieren zu wollen. Formal mag dies weiterhin zutreffen, weil Rocket Lab nicht isoliert Spektrum erwirbt, sondern ein operatives Unternehmen mit bestehender Infrastruktur, Kundenbasis und Cashflow. Wirtschaftlich wird die dem Übernahmeangebot zugrunde liegende Bewertung Iridiums dem Spektrum jedoch sehr wohl einen Milliardenwert beimessen müssen. "Ohne Iridiums weltweit anerkanntes L-Band-Spektrum wäre die strategische Logik der Transaktion kaum zu erklären", sagte der Insider.

Iridium bietet Direct-to-Device von Pol zu Pol

Iridium ist derzeit der einzige Direct-to-Device- beziehungsweise mobile Satellitendienst mit wirklich globaler Abdeckung von Pol zu Pol. Möglich wird dies durch die polare Orbitalgeometrie der Konstellation und durch Inter-Satellite-Links, die Verbindungen auch außerhalb der Reichweite von Bodenstationen ermöglichen. Hinzu kommt ein weltweit etabliertes, exklusiv genutztes Frequenzspektrum im Bereich von 1616 bis 1626,5 MHz sowie Marktzugang in nahezu allen Ländern. Neue D2D-Anbieter wie SpaceX oder AST SpaceMobile werden hingegen Jahre benötigen, um eine vergleichbare regulatorische Präsenz in allen Zielmärkten aufzubauen.

Gleichzeitig ist Iridiums heutige Satellitenflotte technologisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die zweite Generation, Iridium Next, wurde zwischen 2017 und 2019 gestartet. Vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung im D2D-Markt gilt sie inzwischen zwar als funktional robust, aber nicht mehr als zukunftssicher. Iridium arbeitet zwar an der Einführung des 5G-NTN-Standards auf der bestehenden Flotte. Anders als breitbandigere D2D-Systeme wird dieser Dienst jedoch auf die schmalbandige NB-IoT-Variante von 5G beschränkt bleiben. Er eignet sich damit nur für Messaging, Tracking, Notfallkommunikation und industrielle IoT-Anwendungen, nicht jedoch für breitbandige Smartphone-Konnektivität.

Eine weitere technische Einschränkung liegt im bestehenden TDD-Übertragungsverfahren. Bei Time Division Duplex senden Endgeräte und Satelliten abwechselnd auf derselben Frequenz. In terrestrischen Netzen ist dies beherrschbar; in Satellitennetzen führen die langen Signallaufzeiten jedoch zu zusätzlichem Protokoll- und Guard-Time-Aufwand. Dadurch geht Übertragungskapazität verloren, weil beide Gegenstellen jeweils auf die Signale der anderen Seite warten müssen. Für schmalbandige Anwendungen ist dies akzeptabel, für kapazitätsstarke D2D-Dienste jedoch strukturell nachteilig.


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