• IT-Karriere:
  • Services:

Rocket Internet: Die Samwers und die Börse - wie passt das zusammen?

Anfang Oktober wollen die Samwers ihren Inkubator Rocket Internet an die Börse bringen. Golem.de ordnet die Pläne der Berliner ein, die für das systematische Klonen von Internet-Geschäftsideen bekannt sind.

Artikel von Joel Kaczmarek veröffentlicht am
Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer
Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer (Bild: Rocket Internet)

Überraschend kommt dieser Vorgang beileibe nicht: Die Vorbereitungen für Rocket Internets Gang an die Frankfurter Börse laufen schon seit einigen Monaten. Nun haben die Samwers aber erstmals offiziell detaillierte Informationen bekanntgegeben, wie man sich in Berlin den Börsengang von Rocket Internet vorstellt. Laut Informationen des Spiegel soll das 2007 gegründete Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, fließbandartig Internet-Geschäftsmodelle über den Globus auszurollen, an der Frankfurter Wertpapierbörse Anfang Oktober 2014 über den Entry Standard gehandelt werden. Darüber hinaus sei aber beabsichtigt, die Firmenschmiede in den nächsten 18 bis 24 Monaten in den General oder Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu bewegen.

Schon im Vorfeld der Ankündigung war mehrfach darüber spekuliert worden, dass die Samwers Rocket Internet aufgrund seiner verschachtelten Firmenstruktur im Open Market, zu dem auch der Entry Standard gehört, platzieren würden. Der Entry Standard ist kein amtliches, sondern ein privatrechtliches Börsensegment, das somit dem Freiverkehr zuzurechnen ist. Damit könnte Rocket Internet die strengen Transparenzvorschriften des regulierten Marktes umgehen und seine Preise durch freie Makler ermitteln lassen. Nun steht also tatsächlich ein entsprechender Vollzug bevor und für die Umsetzung dessen arbeiten die Samwers mit einigen Größen der Investmentbranche zusammen. So werden Berenberg, JP Morgan und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators das Angebot handeln und sich mit Bank of America Merrill Lynch, der Citigroup und der UBS Investment Bank als Joint Bookrunners koordinieren.

750 Millionen Euro zusätzliches Kapital

Der Börsengang soll Rocket Internet rund 750 Millionen Euro frisches Kapital bringen, das die Startup-Schmiede für das weitere Wachstum seines Firmenkonglomerats nutzen wird. An der Börse streben die Samwers dazu dem Vernehmen nach einen Wert von etwas mehr als fünf Milliarden Euro an - mit 52,3 Prozent der Anteile würde sie dies zu Multimilliardären machen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit einiger Zeit. Bereits im Mai dieses Jahres installierte Oliver Samwer mit Peter Kimpel einen versierten Finanzstrategen als CFO von Rocket Internet, der bis dahin als Managing Director bei der Investmentbank Goldman Sachs tätig war und Samwer bereits als Investor seines ersten Startups Alando kannte. Der bedeutungsvollen Personalie folgten relevante strategische Partnerschaften und neue Investments.

So investierte zunächst der philippinische Telefonkonzern PLDT stolze 333 Millionen Euro in Rocket Internet und erhielt im Gegenzug zehn Prozent der Anteile. Als eine der führenden Plattformen im Bereich Mobile Payment bot das Unternehmen damit nicht nur frisches Kapital und eine Möglichkeit, Rockets Bewertung zu verbessern, sondern auch einen wichtigen strategischen Zugang - überspringen doch viele der von den Samwers anvisierten Entwicklungsmärkte oft das stationäre Internet. Nur kurze Zeit später folgte diesem Beispiel der Internetkonzern United Internet (1&1, Web.de, GMX) und erwarb 10,7 Prozent von Rocket Internet, wofür das Unternehmen aus Montabaur 333 Millionen Euro in bar beisteuerte sowie 102 Millionen Euro über seine Anteile an Global Founders Capital, einen Investmentfonds der Samwers, den UI bereits in der Vergangenheit finanziert hatte.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Bonn-Röttgen
  2. MediaNet GmbH Netzwerk- und Applikations-Service, Freiburg im Breisgau

Noch einmal wenige Tage später informierten die Samwers schließlich darüber, dass auch der langjährige Investmentpartner Holtzbrinck Ventures seine Anteile an sieben Rocket-Gründungen zugunsten von 2,5 Prozent der Anteile an der Berliner Startup-Fabrik eingetauscht hat. Neben ihren Hauptgeldgebern - der schwedischen Investmentfirma Investment AB Kinnevik und dem amerikanischen Venture Capitalist Access Industries - haben sich die Samwers so eine breite Investorenschaft gesichert und den Wert ihres Firmeninkubators sukzessive in die Höhe getrieben. Angesichts von vielerorts roten Zahlen bleibt bei vielen potenziellen Anlegern dennoch die Frage, ob der Samwer-Plan wirklich aufzugehen vermag.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Kopieren als Geschäftsmodell? Ein Blick auf Rocket Internet 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

zoidborg 26. Sep 2014

damit er schneller scheitert. Danke Samwer!

bstea 25. Sep 2014

"Darüber wurde sich Stillschweigen vereinbart". Oft in den Nachrichten war der Wert von...

Yes!Yes!Yes! 24. Sep 2014

Kein Mitleid für die Anleger. Dummheit wird halt manchmal bestraft. Trotzdem 'ne Sauerei...

g0r3 23. Sep 2014

Und noch einer von Schlage "Ich habe eine eigene Website, nehmt mich verdammt noch mal...

Keridalspidialose 23. Sep 2014

dort greifen die Samwers zu. Und an der Börse hat es davon reichlich.


Folgen Sie uns
       


Microsoft Flight Simulator 2020 angespielt

Golem.de hat den Microsoft Flight Simulator 2020 in einer Vorabfassung angespielt und erste Eindrücke aus den detaillierten Cockpits gesammelt.

Microsoft Flight Simulator 2020 angespielt Video aufrufen
SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab
SSD vs. HDD
Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab

SSDs in NAS-Systemen sind lautlos, energieeffizient und schneller: Golem.de untersucht, ob es eine neue Referenz für Netzwerkspeicher gibt.
Ein Praxistest von Oliver Nickel

  1. Firecuda 120 Seagate bringt 4-TByte-SSD für Spieler

Corsair K60 RGB Pro im Test: Teuer trotz Viola
Corsair K60 RGB Pro im Test
Teuer trotz Viola

Corsair verwendet in der K60 Pro RGB als erster Hersteller Cherrys neue preiswerte Viola-Switches. Anders als Cherrys günstige MY-Schalter aus den 80ern hinterlassen diese einen weitaus besseren Eindruck bei uns - der Preis der Tastatur hingegen nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Corsair K100 RGB im Test Das RGB-Monster mit der Lichtschranke
  2. Corsair Externes Touchdisplay ermöglicht schnelle Einstellungen
  3. Corsair One a100 im Test Ryzen-Wasserturm richtig gemacht

Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
Ausprobiert
Meine erste Strafgebühr bei Free Now

Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
Ein Praxistest von Achim Sawall

  1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
  2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

    •  /