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Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer
Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer (Bild: Rocket Internet)

Fast nur Verluste - wie soll das funktionieren?

Insbesondere der Umstand, dass ein Großteil der Samwer'schen Fließbandgründungen noch rote Zahlen schreibt, ruft nach wie vor Verwunderung bei Außenstehenden hervor. Allen voran Zalando musste sich daher in der Vergangenheit wiederholt die Frage gefallen lassen, ob sein Geschäftsmodell angesichts der auftretenden Millionenverluste überhaupt tragen könne. Im August dieses Jahres gab der Modeversender nun an, in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich profitabel zu arbeiten. Im wichtigen deutschen Markt hat Zalando schwarze Zahlen demnach also sechs Jahre nach seiner Gründung erreicht und bestätigt damit die Behauptung von Rocket-Lenker Oliver Samwer, der Kritikern gerne einmal vorrechnet, dass es rund sieben Jahre dauere, bis E-Commerce-Unternehmen jener Größe, wie Rocket Internet sie baut, profitabel arbeiten.

Und tatsächlich tut sich die deutsche Presselandschaft nach wie vor schwer damit, dass es für Startups durchaus üblich ist, lange rote Zahlen zu schreiben und deshalb auf Investorengelder angewiesen zu sein - insbesondere wenn das jeweilige Unternehmen einen umfangreichen Wachstumskurs anstößt. Bei E-Commerce-Modellen wie jenem von Zalando kommt hinzu, dass Kollektionen oft teuer im Voraus eingekauft werden müssen, was viel Kapital bindet und stets ein gewisses Risiko birgt. Nicht zu vergessen die Kosten für Logistik, teures Marketing und das Dauerthema Retouren. In Summe ist es also durchaus nicht unplausibel, wie Oliver Samwer vorrechnet, bei einem Unternehmen wie Zalando, das in kurzer Zeit in 15 Märkte expandierte, lange mit Verlusten zu arbeiten.

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Die Eroberung der Entwicklungsmärkte

Und dennoch überrascht es, wie konsequent Rockets Portfolio mit Verlusten zu kämpfen hat, schreiben doch praktisch alle bedeutenden Firmen des Unternehmens noch keine schwarzen Zahlen. Nach eigenen Angaben will Rocket Internet es 2013 auf 757 Millionen Euro Nettoumsatz gebracht haben, was bedeutet, dass der Inkubator mit einem Börsenwert von fünf Milliarden Euro fast sieben Mal so viel wert wäre, wie er pro Jahr umsetzt. Ein durchaus hoher Wert, vor allem wenn man bedenkt, dass Rocket Internet seinen Jahresumsatz nur für jene Firmen angibt, die es als Proven Winners bezeichnet und damit Unternehmen meint, bei denen es sich um Marktführer in ihrem Segment handelt, die im besten Falle schon profitabel sind. Die umfangreichen Verluste sind in dieser Rechnung also vielfach noch nicht bedacht. Dennoch hat Oliver Samwer ein Argument auf seiner Seite, mit dem er in der Vergangenheit viele Granden der Old Economy sogar zu einem Investment in Rocket Internet bewegen konnte: die Erschließung von Internetentwicklungsmärkten wie Afrika, Südostasien oder Lateinamerika. Zum einen fehlt es in diesen Regionen häufig an der notwendigen Infrastruktur, weshalb Rocket-Gründungen nicht selten in den Bau von Lagerhäusern investieren müssen oder Teile der Logistik sogar selbst umsetzen. Umstände, die die Kosten noch einmal bedeutend anschwellen lassen.

Zum anderen versteht es Oliver Samwer sehr geschickt, die Angst der Old Economy zu schüren, in der digitalen Welt in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Er, der in der Vergangenheit an Dutzenden erfolgreichen Internetverkäufen partizipiert hat und zum richtigen Zeitpunkt sowie zu einem exorbitanten Preis auszusteigen weiß, wirkt da wie ein Heiland, der das Geschäft im Internet verstanden zu haben scheint. Gegenüber seinen Anlegern wartet er mit dem Versprechen auf, in das Thema Internetwirtschaft investieren zu können, an diesem in wachstumsstarken Entwicklungsregionen sowie Europa teilhaben zu können und das Risiko zu streuen, indem auf unterschiedliche, bereits erprobte Geschäftsmodelle gesetzt wird.

Das Paket Rocket Internet ist damit also durchaus attraktiv und lässt sich in dieser Form nur selten in ähnlicher Form finden, vielleicht beim japanischen Rakuten, dem südafrikanischen Naspers oder dem chinesischen Alibaba.com. Rockets hohe Verluste lassen also durchaus aufhorchen, können anhand unterschiedlicher Eigenheiten der Geschäftsumsetzung aber durchaus erklärt werden. Ob sie sich so gut erklären lassen, dass der oft hohe Wert der Samwer-Unternehmen gerechtfertigt ist und die Rechnung am Ende aufgeht, muss sich derweil noch zeigen. So oder so wird Oliver Samwer ein wichtiger Baustein in diesem Konstrukt sein, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Nicht umsonst bildet ein Ausscheiden der Samwers eine weitere Sorge vieler interessierter Anleger.

 Kopieren als Geschäftsmodell? Ein Blick auf Rocket InternetFolgt ein Samwer-Ausstieg samt Werteinbruch? 

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zoidborg 26. Sep 2014

damit er schneller scheitert. Danke Samwer!

bstea 25. Sep 2014

"Darüber wurde sich Stillschweigen vereinbart". Oft in den Nachrichten war der Wert von...

Yes!Yes!Yes! 24. Sep 2014

Kein Mitleid für die Anleger. Dummheit wird halt manchmal bestraft. Trotzdem 'ne Sauerei...

g0r3 23. Sep 2014

Und noch einer von Schlage "Ich habe eine eigene Website, nehmt mich verdammt noch mal...

Keridalspidialose 23. Sep 2014

dort greifen die Samwers zu. Und an der Börse hat es davon reichlich.



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