Rocket Internet: Anteile an SpaceX und Canva zu niedrig bewertet

Die deutsche Kapitalbeteiligungsfirma Rocket Internet steht im Verdacht, Investitionen in Start-ups absichtlich zu niedrig angesetzt zu haben, um Anteile von Geldgebern günstig zurückkaufen zu können.
Worum geht es? – Minderheitsaktionär erhebt Vorwürfe
Wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , erhebt ein Minderheitsaktionär der Tech-Investmentfirma Rocket Internet den Vorwurf, dass das Unternehmen und die Wirtschaftsprüfer EY ihre Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Kalshi und Canva übermäßig zurückhaltend dargestellt haben.
Was ist passiert? – Fragwürdige Wertminderungen im Jahresabschluss
Bereits der Jahresabschluss von Rocket für das Jahr 2024 soll laut der Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co fragwürdige Wertminderungen enthalten, wegen derer die Investmentfirma einen Nettoverlust von über 550 Millionen Euro auswies.
Scherzer äußerte den Verdacht, die Firma habe ein Interesse daran gehabt, das Unternehmen so schlecht wie möglich darzustellen und seinen wahren Wert zu verschleiern, um Aktien "zu Spottpreisen zurückzukaufen" .
Warum ist das relevant? – Bekanntester Tech-Investor Europas
Rocket Internet entwickelte sich im Laufe von fast 20 Jahren zu einem der bekanntesten Tech-Investoren Europas . Die Firma wurde in der Vergangenheit aber bereits mehrfach wegen mangelnder Transparenz kritisiert.
Scherzer erklärte, dass Rocket seinen Anteil am Prognosemarktbetreiber Kalshi von 4,4 Millionen Euro auf 400.000 Euro abgewertet habe und auch die Beteiligung von Rocket an SpaceX trotz des Aufstiegs des Raumfahrtunternehmens nur geringfügig über dem Betrag liege, der ursprünglich investiert worden sei.
Scherzer vermuten daher, dass die Firma über circa 1,3 Milliarden Euro verfügt, die für ein Aktienrückkaufprogramm zu deutlich zu niedrig angesetzten Aktienpreisen verwendet werden könnten.
Wie geht es weiter?
Scherzer fordert die Wirtschaftsprüfer EY dazu auf, Rocket Internets bevorstehenden Jahresabschluss 2025 genau zu überprüfen. Den Aufsichtsrat von Rocket wies Scherzer zudem auf seine Pflichten gegenüber den Aktionären hin.
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