Rocket 1: 3D-Druck vom Kopf auf die Füße gestellt

Eine der interessantesten Crowdfunding-Kampagnen für 3D-Drucker seit Jahren lässt einige wichtige Fragen offen.

Artikel von Elias Dinter veröffentlicht am
Hitry verspricht für das Pro-Modell eine Druckgeschwindigkeit von 42 cm in der Stunde.
Hitry verspricht für das Pro-Modell eine Druckgeschwindigkeit von 42 cm in der Stunde. (Bild: Hitry)

Kleine Stereolithographie-Drucker (SLA) für den Heimgebrauch haben in den vergangenen Jahren enorm an Popularität gewonnen. Denn wenn es um besonders detailreiche Drucke geht, können FDM-Drucker (FDM = Fused Deposition Modeling) nicht mithalten. Statt geschmolzenes Plastik mit einer Düse schichtweise zu stapeln, verfestigen SLA-Drucker ein photoreaktives Kunstharz mit UV-Licht. Damit lassen sich auch am heimischen Schreibtisch erstaunlich detaillierte Objekte drucken, etwa Miniaturen.

Die chinesische Firma Hitry hat jetzt auf Kickstarter eine Kampagne für den Drucker Rocket 1 gestartet, die noch knapp eine Woche läuft. Es handelt sich um einen 3D-Drucker für den Schreibtisch, der das gedruckte Objekt nicht wie sonst üblich Schicht für Schicht aus den Kunstharzbehältern herauszieht. Das Druckobjekt wandert stattdessen in den Kunstharzbehälter hinein und wird erst nach Abschluss des Drucks aus der Flüssigkeit herausgehoben.

Belichtet wird mit einer Art Projektor von oben auf die Oberfläche des Kunstharzes. Hitry nennt diese Belichtung Digital Continuous Liquid Forming (DCLF) und reklamiert für sich, die Technik erfunden zu haben. Dieser Ansatz ist interessant, da er eine Reihe von Problemen der herkömmlichen Technik löst.

Gegen Haftung und Schwerkraft

Konventionell wird das Objekt beim SLA-Verfahren kopfüber gedruckt. Eine Druckplattform taucht von oben in eine mit flüssigem Kunstharz gefüllte Wanne und fährt bis zum transparenten Boden des Behälters herab. Der Untergrund besteht in der Regel aus einem transparenten Plastikfilm (FEP-Sheet), der regelmäßig erneuert werden muss.

Stellenmarkt
  1. Software Developer - Web und Cloud (m/w/d)
    Hays AG, Stuttgart
  2. IT Netzwerk Administrator (m/w/d)
    ST Extruded Products Group (STEP-G), Bonn
Detailsuche

Ist alles in Position, wird das Harz von unten mit Hilfe einer UV-Lichtquelle an den Stellen beleuchtet, die der Bauplan vorsieht. Für die Steuerung der Belichtung wird bei günstigen Modellen häufig ein LCD eingesetzt. Teurere Geräte verwenden hierfür entweder einen Halbleiterlaser oder einen DLP-Chip von Texas Instruments. TI hat das Monopol auf diese Technologie und ist auch der einzige Hersteller.

Comgrow Creality Ender 3 3D Drucker Aluminum DIY mit Druckvorgang 220x220x250mm

Ist das Kunstharz nach wenigen Sekunden Belichtung erhärtet, haftet es sowohl an der Druckplatte als auch am Boden des Harzbehälters. Letzteres ist ein Problem. Die Verbindung zum Behälter muss mit Zug der Druckplatte am bereits gedruckten Teil gelöst werden. Nur so kann eine neue Schicht flüssigen Harzes zwischen die Bodenplatte und die zuletzt gedruckte Schicht fließen. Diese wird im Anschluss abermals belichtet und so wiederholt sich der Prozess, bis das Objekt vollständig gedruckt wurde.

Dieses Zusammenspiel kann schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Kopfüber drucken ist kompliziert 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


sardello 23. Jan 2022

Eingebaut in einer Wand sieht das Gerät dem Replikator aus Star Trek schon sehr ähnlich...

ufo70 21. Jan 2022

Ah ok, ganz ohne geht es dann (leider) doch nicht. Vielen Dank für die Erklärung! :)

Niveauacreme 21. Jan 2022

Gerade wenn neue Technik entwickelt werden soll hat man ein hohes Risiko des...

Ach 20. Jan 2022

Wie ein Pulverdrucker der versucht damit klar zu kommen, dass sein Medium verflüssigt...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  2. IETF, Julia, Tesla, Bitcoin: DNS über Quic spezifiziert
    IETF, Julia, Tesla, Bitcoin
    DNS über Quic spezifiziert

    Sonst noch was? Was am 17. Mai 2022 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  3. Milliarden-Übernahme: Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter
    Milliarden-Übernahme  
    Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter

    Mit Blick auf die Zählung von Spam-Konten bei Twitter hat Elon Musk gefragt, ob die mehr als 200 Millionen Twitter-Nutzer angerufen worden seien.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /