Rochester Cloak: Tarnkappe aus vier Linsen

Kein Metamaterial, sondern vier handelsübliche Linsen reichen zwei US-Wissenschaftlern aus, um eine Tarnkappe zu bauen. Das einfache System funktioniert erstaunlich gut - und kann nachgebaut werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Finger weg: Der Rochester Cloak lässt Objekte im sichtbaren Licht verschwinden.
Finger weg: Der Rochester Cloak lässt Objekte im sichtbaren Licht verschwinden. (Bild: Rochester Universität)

Vier Linsen, richtig aufgestellt, reichen aus, um Gegenstände verschwinden zu lassen: Forscher der Universität von Rochester im US-Bundesstaat New York haben mit geringen Mitteln einen Aufbau geschaffen, um Gegenstände im sichtbaren Spektrum des Lichts verschwinden zu lassen.

Die Idee einer Tarnkappe sei, Licht um ein Objekt herumzuleiten, als ob es nicht da wäre, erklärt John Howell. Die meisten der bisher entwickelten Tarnkappen, wie etwa die des Karlsruher Instituts für Technologie, benötigen dafür Metamaterialien - Stoffe, die künstlich hergestellt werden und Eigenschaften, die in der Natur nicht vorkommen. Das System, das Howell und sein Kollege Joseph Choi entwickelt haben, kommt hingegen ohne solche exotischen Komponenten aus. Den Forschern reichen vier Linsen.

Vier Linsen, zwei Brennweiten

Die Tarnkappe, Rochester Cloak genannt, besteht aus vier Linsen, von denen jeweils zwei die gleiche Brennweite haben. Die Linsen werden abwechselnd in bestimmten Abständen in einer Reihe angeordnet. Das Licht wird von der ersten Linse auf einen Punkt fokussiert, dann von der zweiten mit der andern Brennweite. Der Vorgang wird vom zweiten Linsenpaar wiederholt. Dadurch wird das Licht so gebrochen, dass ein Objekt für einen Betrachter, der durch den Linsenaufbau schaut, unsichtbar erscheint.

Sind die Linsen im richtigen Abstand aufgestellt, ist die Illusion so perfekt, dass sogar der Hintergrund unverzerrt erscheint. Die Forscher stellten ein Gitterbild hinter die Apparatur. Änderten sie den Blickwinkel auf die erste Linse, änderte sich das Gitter entsprechend. Es gab auch keine Abrisse zwischen dem Ausschnitt, der durch die Linsen sichtbar war, und dem Rest des Gitters.

Blickstabile Tarnkappe

Die meisten anderen Tarnkappen seien nicht so blickstabil, erklärt Howell: Sie funktionierten nur aus einer bestimmten Perspektive. Werde der Blickwinkel nur ein wenig verändert, werde das Objekt sichtbar. Oder das System verändere den Hintergrund so stark, dass erkennbar sei, dass eine Tarnkappe im Einsatz sei, auch wenn das Objekt selbst nicht sichtbar sei.

"Die Tarnkappe beugt das Licht und schickt es durch die Mitte des Gerätes. Der Bereich, der sich genau auf der Achse befindet, kann demnach nicht blockiert oder getarnt werden", sagt Choi. Die Tarnkappe erzeugt also ein ringförmiges Feld, in dem Objekte nicht sichtbar sind. Das Blickfeld hat etwa 15 Grad.

Die beiden Forscher beschreiben ihre Entwicklung in einem wissenschaftlichen Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv veröffentlicht ist. Außerdem geben sie Hinweise, wie der Rochester Cloak nachgebaut werden kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Nullmodem 10. Okt 2014

YMMD

thecrew 09. Okt 2014

Willkommen in der Welt von Bild+ ^o^ Das + steht für sensationelle Berichte die die Welt...

Phaidros 07. Okt 2014

+1

Anonymer Nutzer 06. Okt 2014

...normaler Testaufbau für ein Opto-Steckbrett? Also sowas: http://german.alibaba.com...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Discounter
Netto bringt Balkonkraftwerk mit 820 Watt Peak

Netto hat ein Balkonkraftwerk mit 820 Watt (Peak) im Angebot, das direkt an eine Steckdose angeschlossen werden kann und die Stromrechnung reduzieren soll.

Discounter: Netto bringt Balkonkraftwerk mit 820 Watt Peak
Artikel
  1. OpenAI: ChatGPT-Firma lässt Programmierer die KI trainieren
    OpenAI
    ChatGPT-Firma lässt Programmierer die KI trainieren

    OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat Hunderte von Freiberuflern aus Schwellenländern zum Trainieren von Programmierfähigkeiten der KI eingesetzt.

  2. Arbeit im Support: Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren
    Arbeit im Support
    Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren

    Geht nicht, gibt's oft - und dann klingelt das Telefon beim Support. Das Spektrum der Probleme ist gewaltig und die Ansprüche an einen guten Support auch. Ein Leitfaden für (angehende) Supportmitarbeiter.
    Ein Ratgebertext von Lutz Olav Däumling

  3. Raumfahrtkonzept: Schnellere Weltraumreisen durch Pellet-Strahlenantrieb
    Raumfahrtkonzept
    Schnellere Weltraumreisen durch Pellet-Strahlenantrieb

    Die Nasa fördert innovative Konzepte für die Raumfahrt. Darunter eines, dass Weltraumreisen viel schneller machen soll.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung 980 PRO 1TB Heatsink 111€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Corsair Ironclaw RGB Wireless 54€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM-/Graka-Preisrutsch [Werbung]
    •  /