Robotik: Ein Schlagzeuger bekommt einen dritten Arm

Pianisten werden gern aufgefordert, vierhändig zu spielen. Ein Schlagzeuger am Georgia Institute of Technology spielt dreihändig - und das ohne eine zweiten Musiker.

Artikel veröffentlicht am ,
Drummer mit Roboteram: präzise, zeitlich abgepasste Bewegungen
Drummer mit Roboteram: präzise, zeitlich abgepasste Bewegungen (Bild: Georgia Tech)

Es gibt Situationen, in denen eine dritte Hand praktisch wäre. Ein Schlagzeuger kann sie bekommen: Wissenschaftler des Georgia Institute of Technology in Atlanta haben einen Roboterarm entwickelt, der Schlagzeug spielt.

Stellenmarkt
  1. Software Architekt (m/w/d) Healthcare IT
    Meierhofer AG, verschiedene Standorte
  2. Operation Manager EMEA (m/w/d) Network Services
    Schweickert GmbH, Walldorf
Detailsuche

Der Arm ist etwa 60 Zentimeter lang und wird an der Schulter des Drummers befestigt. Der Arm kann seine Position im Raum und seine Position relativ zu den Trommeln sowie die der menschlichen Arme erkennen. Motoren sorgen dafür, dass der Stick parallel zum Fell oder zum Becken ausgerichtet ist, um sie spielen zu können. Seine Bewegungen wurden menschlichen Bewegungen nachempfunden, die per Motion Capturing aufgenommen wurden.

Der Roboterarm improvisiert

Derzeit steuert sich der Arm noch selbst: Er hört auf den Takt und den Rhythmus, den der menschliche Drummer anschlägt und improvisiert entsprechend. Spielt der Mensch langsam, senkt der Roboterarm das Tempo. Spielt der Mensch schneller, zieht auch der Roboterarm an.

Das ist den Forschern um Gil Weinberg aber zu wenig: Sie wollen den Arm durch Gedanken steuern. Sie haben dem Drummer bereits ein Band um dem Kopf gelegt, das dessen Hirnströme aufzeichnet. Diese untersuchen sie jetzt nach Mustern, die beispielsweise erkennen lassen, ob der Drummer schneller oder langsamer spielt. Dann könnte der Arm bereits reagieren, wenn der Drummer nur daran denkt, ein anderes Tempo anzuschlagen.

Ein Schlagzeuger spielt mit einer robotischen Prothese

Golem Akademie
  1. Data Engineering mit Apache Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    25.–26. April 2022, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    28. Februar–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Für Weinberg und sein Team ist das nicht der erste trommelnde Roboterarm: Die Forscher hatten vor zwei Jahren eine robotische Prothese für einen Schlagzeuger vorgestellt. Der Musiker hatte durch einen Unfall seinen rechten Unterarm verloren. Die Prothese hat zwei Sticks: Einen steuert der Musiker durch elektrische Muskelsignale. Der andere improvisiert dazu wie der dritte Arm.

"Wenn man Menschen mit intelligenten, tragbaren Robotern ausstattet, können sie besser mit ihrer Umwelt interagieren", sagt Weinberg. Der dritte Arm biete dem Schlagzeuger ganz neue Möglichkeiten: Der könne mehr Trommeln gleichzeitig spielen, als es ihm ohne möglich sei.

Ein dritter Arm hilft in schwierigen Situationen

Weinberg geht es mit seiner Arbeit allerdings nicht nur darum, Musikern mehr Spielmöglichkeiten zu verschaffen, sondern tatsächlich um den dritten Arm in schwierigen Situationen: Ein Arzt beispielsweise könnte bei einer Operation gut einen solchen Arm gebrauchen, der ihm die Instrumente reicht oder abnimmt, sagt Weinberg. Auch mancher Techniker könne bei seiner Arbeit gut einen dritten Arm gebrauchen.

Die Musik, sagt Weinberg, sei aber sehr gut geeignet, um einen solchen Arm zu testen. "Musik basiert auf sehr präzisen, zeitlich abgepassten Bewegungen. Sie ist das perfekte Medium, um dieses Konzept der Erweiterung des Menschen und eines dritten Arms zu erproben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Alle Teams-Nutzer können nun miteinander schreiben

Private Teams-Nutzer und Mitglieder von Organisationen konnten bisher nicht über Teams kommunizieren. Das ändert Microsoft nun.

Microsoft: Alle Teams-Nutzer können nun miteinander schreiben
Artikel
  1. Windschlüpfriges Elektroauto: Lightyear One fährt bei Kälte und 130 km/h noch 400 km weit
    Windschlüpfriges Elektroauto
    Lightyear One fährt bei Kälte und 130 km/h noch 400 km weit

    Das Elektroauto Lightyear One ist bei 10 Grad Celsius und 130 km/h getestet worden. Trotz des kleinen Akkus liegt die Reichweite bei 400 km.

  2. EU-Kommission: Von der Leyens intransparenter Umgang mit SMS
    EU-Kommission
    Von der Leyens intransparenter Umgang mit SMS

    Per SMS soll von der Leyen einen Milliardendeal mit Pfizer ausgehandelt haben. Doch die SMS will sie nicht herausgeben - obwohl sie müsste.

  3. Kryptowährung: Millionen US-Dollar über Lücke auf Kryptoplattform gestohlen
    Kryptowährung
    Millionen US-Dollar über Lücke auf Kryptoplattform gestohlen

    Hacker haben eine Sicherheitslücke auf der Finanzplattform Qubit ausgenutzt. Das Unternehmen bittet um Rückgabe der Kryptocoins gegen eine Belohnung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u.a. HP Omen 25i 165 Hz 184,90€) • MindStar (u.a. Patriot Viper VPN100 1 TB 99€) • HyperX Streamer Starter Set 67€ • WD BLACK P10 Game Drive 5 TB 111€ • Trust GXT 38 35,99€ • RTX 3080 12GB 1.499€ • PS5 Digital mit o2-Vertrag bestellbar • Prime-Filme für je 0,99€ leihen [Werbung]
    •  /