Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Robotik: Die Hand bekommt einen sechsten und siebten Finger

Eine siebenfingrige Hand haben Robotiker des MIT ersonnen: Sie haben ein System mit zwei zusätzlichen Fingern konstruiert, das am Handgelenk getragen wird. Es soll den Träger beim Greifen und anderen Tätigkeiten unterstützen.
/ Werner Pluta
6 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Supernumerary Robotic Fingers: wahrgenommen wie ein Teil des eigenen Körpers (Bild: MIT/Screenshot: Golem.de)
Supernumerary Robotic Fingers: wahrgenommen wie ein Teil des eigenen Körpers Bild: MIT/Screenshot: Golem.de

Zwei Extrafinger bietet ein neuartiges robotisches System, das Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt haben. Dieselben Forscher haben kürzlich bereits eine dritte robotische Hand vorgestellt.

Supernumerary Robotic Fingers, etwa: zusätzliche robotische Finger, nennen Harry Asada und Faye Wu das System. Es besteht aus zwei langen Fingern, die je drei Freiheitsgrade haben. Getragen wird das System am Handgelenk.

Supernumerary Robotic Fingers – MIT
Supernumerary Robotic Fingers – MIT (02:43)

Gesteuert wird es über die Bewegung der Finger: Der Nutzer trägt einen Handschuh, in den längliche Sensoren an der Oberseite der Finger integriert sind. Diese erkennen die Stellung der Finger, ein Algorithmus steuert die robotischen Finger entsprechend: Greift der Mensch, packen auch diese zu.

Brief mit einer Hand öffnen

Mit den zusätzlichen Fingern kann der Träger beispielsweise Gegenstände fassen, die sich mit einer Hand nicht richtig greifen lassen, etwa weil sie zu groß sind oder weil ein Becher zu heiß ist. Oder er kann damit Aufgaben durchführen, für die normalerweise zwei Hände benötigt werden, etwa den Schraubverschluss einer Flasche oder einen Brief öffnen.

"Das ist eine komplett intuitive und natürliche Art und Weise, die robotischen Finger zu bewegen" , sagt Asada(öffnet im neuen Fenster) . "Man muss dem Roboter keine Kommandos geben, sondern bewegt einfach seine Finger. Die robotischen Finger reagieren darauf und unterstützen die eigenen Finger." Nach einiger Übung nehme der Träger die beiden zusätzlichen Finger wie einen Teil seines Körpers wahr.

Robotische Zusatzarme

Asada hatte Anfang Juni zwei Systeme mit zusätzlichen robotischen Armen vorgestellt: Die Supernumerary Robotic Limbs werden auf den Schultern oder im Bereich der Lendenwirbelsäule getragen.

Sie unterstützen den Menschen bei bestimmten Arbeiten: Das Schultersystem hilft bei Arbeiten über dem Kopf. Das Rückensystem kann als zwei Arme, zwei Beine oder als ein Arm und ein Bein eingesetzt werden. Es hilft, schwere Gegenstände oder Menschen zu heben und zu tragen oder unterstützt beim häufigen Bücken oder In-die-Hocke-Gehen.


Relevante Themen