Abo
  • Services:

Robotik: Autonome Autos werden die Welt sicherer machen

Wolfram Burgard wird im übernächsten Jahr eine der einflussreichsten Organisationen im Bereich Robotik leiten: die IEEE Robotics and Automation Society. Wir haben den Freiburger Wissenschaftler nach den wichtigsten und den spannendsten Aufgaben in der Robotik gefragt.

Ein Interview von veröffentlicht am
Wolfram Burgard (mit Roboter Albert): Roboter sind physikalische Systeme.
Wolfram Burgard (mit Roboter Albert): Roboter sind physikalische Systeme. (Bild: Uni Freiburg)

Kürzlich hat die IEEE Robotics and Automation Society (RAS) den Freiburger Wissenschaftler Wolfram Burgard zum Präsidenten für die Amtszeit 2019 bis 2020 gewählt. Burgard leitet die Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme am Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Sein Spezialgebiet ist die Navigation und Steuerung mobiler Roboter.

Stellenmarkt
  1. Alfred Kärcher SE & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart
  2. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berlin

Die RAS, die zum Ingenieursverband Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) gehört, ist eine der wichtigsten Berufsorganisationen im Bereich Robotik. Die Gesellschaft veranstaltet unter anderem die renommierten Robotik-Konferenzen International Conference on Robotics and Automation (Icra) und gemeinsam mit der japanischen Robotik-Gesellschaft RSJ die International Conference On Intelligent Robots and Systems (Iros).

Golem.de: Sie sind kürzlich zum Präsidenten der IEEE Robotics and Automation Society gewählt worden. Worin bestehen Ihre Aufgaben?

Wolfram Burgard: Das ist zunächst einmal die Organisation der Robotics and Automation Society selbst. Da gibt es die wesentlichen Komponenten, sich um die Mitglieder zu kümmern und um die Publikationsmedien. Hinzu kommen die Outreach-Aktivitäten, also die Kommunikation mit anderen Partnern, aber auch mit der Bevölkerung.

Golem.de: Was gehört für Sie zum Bereich Robotik?

Burgard: Alles, wo es darum geht, Robotersysteme zu entwickeln, die verschiedenste Aufgaben durchführen können. Das reicht bis in Bereiche wie Mechanik oder Elektrotechnik. Dazu gehört aber auch so etwas wie Mustererkennung und am Ende auch künstliche Intelligenz.

Software-Agenten sind keine Roboter

Golem.de: Was ist mit Agenten wie Social Bots?

Burgard: Natürlich gibt es reine Software-Agenten. Die würde ich aber nicht unbedingt in die Robotik einordnen. Roboter sind physikalische Systeme.

Golem.de: Was sind die wichtigsten Aufgaben in der Robotik derzeit?

Burgard: Die technologisch entscheidenden Wandel finden bei den Automobilen statt, also selbstfahrende Fahrzeuge. Außerdem gilt es, Logistik - also Transport - und Produktion effektiver zu gestalten. Das sind im Moment die ganz großen Fragestellungen, die uns antreiben und in denen sehr viel passiert.

Es entstehen neue Arbeitsfelder

Golem.de: Viele Menschen haben Angst, dass ihnen Roboter und andere automatische Systeme den Arbeitsplatz wegnehmen. Ist das realistisch?

Burgard: Durch technische Entwicklungen wird versucht, Menschen Tätigkeiten abzunehmen, die sehr repetitiv sind oder auch sehr schwer. Das war auch in der Vergangenheit schon so. Dadurch wird es, da müssen wir ehrlich sein, Veränderungen der Arbeitswelt geben. Aber dadurch entstehen auch wieder neue Stellen. Sonst würden ja immer mehr Menschen arbeitslos - was ja nicht der Fall ist. Ich glaube, es wird die Arbeitswelt verändern, aber nicht dazu führen, dass alle Menschen arbeitslos sein werden.

Golem.de: Es gibt ja die Forderung nach einer Umverteilung der durch Roboter generierten Wertschöpfung. Brauchen wir eine Robotersteuer?

Burgard: Davon sind wir, glaube ich, noch relativ weit weg. Immer dann, wenn automatisiert wird, fallen Arbeitsplätze oder Tätigkeiten weg. Über Weiterbildung oder Umschulung haben bisher viele Arbeitnehmer anschließend andere Tätigkeiten ausführen können. Solange das funktioniert, sehe ich eine Robotersteuer nicht als unbedingt notwendig an. Wenn es sich aber als wirtschaftlich erforderlich herausstellen sollte, wird man eine solche Steuer möglicherweise erheben müssen.

Golem.de: Wo sehen Sie die spannendsten Projekte in der Robotik?

Burgard: Aus meiner Sicht sind das selbstfahrende Autos. Darauf schaut die ganze Welt, daran besteht sehr viel Interesse. Das ist eine Technik, die vielleicht die Gesellschaft verändern wird. Das wird wahrscheinlich am sichtbarsten Einfluss auf unser Leben nehmen und vielleicht die Welt sicherer machen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Sphinx2k 03. Nov 2017

Da bin ich gar nicht so sicher. Wenn Googles neue KI Go nur durch das Wissen der Regeln...

TheUnichi 02. Nov 2017

Wir haben mehr als genug Ressourcen. Und auch genug erneuerbare. Lediglich unsere Art...

JanZmus 02. Nov 2017

Bitte mal genau die Zahlen angucken... Ich empfehle z.B. "Früher war alles schlechter...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Red Dead Redemption 2 angespielt: Mit dem Trigger im Wilden Westen eintauchen
Red Dead Redemption 2 angespielt
Mit dem Trigger im Wilden Westen eintauchen

Überfälle und Schießereien, Pferde und Revolver - vor allem aber sehr viel Interaktion: Das Anspielen von Red Dead Redemption 2 hat uns erstaunlich tief in die Westernwelt versetzt. Aber auch bei Grafik und Sound konnte das nächste Programm von Rockstar Games schon Punkte sammeln.
Von Peter Steinlechner

  1. Red Dead Redemption 2 Von Bärten, Pferden und viel zu warmer Kleidung
  2. Rockstar Games Red Dead Online startet im November als Beta
  3. Rockstar Games Neuer Trailer zeigt Gameplay von Red Dead Redemption 2

Retrogaming: Maximal unnötige Minis
Retrogaming
Maximal unnötige Minis

Nanu, die haben wir doch schon mal weggeschmissen - und jetzt sollen wir 100 Euro dafür ausgeben? Mit Minikonsolen fahren Anbieter wie Sony und Nintendo vermutlich hohe Gewinne ein, dabei gäbe es eine für alle bessere Alternative: Software statt Hardware.
Ein IMHO von Peter Steinlechner

  1. Streaming Heilloses Durcheinander bei Netflix und Amazon Prime
  2. Sicherheit Ein Lob für Twitter und Github
  3. Linux Mit Ignoranz gegen die GPL

Sky Ticket mit TV Stick im Test: Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser
Sky Ticket mit TV Stick im Test
Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser

Gute Inhalte, aber grauenhafte Bedienung: So war Sky Ticket bisher. Die neue Version macht vieles besser, und mit dem Sky Ticket Stick lässt sich der Pay-TV-Sender kostengünstig auf den Fernseher bringen. Besser geht es aber immer noch.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Comcast Bezahlsender Sky für 38,8 Milliarden US-Dollar verkauft
  2. Videostreaming Wiederholte Sky-Ausfälle verärgern Kunden
  3. Sky Ticket TV Stick Sky verteilt Streamingstick de facto kostenlos

    •  /