Abo
  • Services:
Anzeige
Andreas Dantz hat seinen Roomba mit einem LED ausgestattet und eine Langzeitaufnahme gemacht, die zeigt, wie sich der Staubsauger-Roboter bewegt hat.
Andreas Dantz hat seinen Roomba mit einem LED ausgestattet und eine Langzeitaufnahme gemacht, die zeigt, wie sich der Staubsauger-Roboter bewegt hat. (Bild: Andreas Dantz/Flickr.com/CC BY 2.0)

Roboter: Wenn der Staubsauger die Wohnung filmt

Andreas Dantz hat seinen Roomba mit einem LED ausgestattet und eine Langzeitaufnahme gemacht, die zeigt, wie sich der Staubsauger-Roboter bewegt hat.
Andreas Dantz hat seinen Roomba mit einem LED ausgestattet und eine Langzeitaufnahme gemacht, die zeigt, wie sich der Staubsauger-Roboter bewegt hat. (Bild: Andreas Dantz/Flickr.com/CC BY 2.0)

Ein Roboterhersteller will Wohnungen mithilfe einer Kamera und der Cloud kartografieren. Alles für den intelligenten Haushalt der Zukunft. Was kann da schon schiefgehen?

Anzeige

Roomba heißt der bekannteste Staubsauger-Roboter der Welt. Schon 2009 wurde der millionenfach verkaufte scheibenförmige Haushaltshelfer in die Robot Hall of Fame aufgenommen, gleichzeitig übrigens mit den Nasa-Robotern Spirit und Opportunity und Arnold Schwarzeneggers T-800 aus dem Film Terminator.

Roomba-Hersteller iRobot reicht diese Ehre nicht, er hat nun offenbar vor, seinen autonomen Staubsauger zu einem zentralen Element im Haushalt der Zukunft zu machen. Angedeutet hat das iRobot-CEO Colin Angle in einem bemerkenswerten Gespräch mit Wired. Bemerkenswert deshalb, weil Angle darin nicht nur beschreibt, wie er sich den Roboter der Zukunft vorstellt, sondern auch den Menschen.

Der Geschäftsführer des börsennotierten Unternehmens hält wenig von den derzeitig gängigen Ideen für den vernetzten Haushalt. Wer für jedes Gerät im Internet der Dinge eine eigene App zur Steuerung brauche, mache sich das Leben komplizierter, als es vorher war, sagt Angle. Viel besser wäre es, wenn das Haus eigenständig erkennen würde, was ein Bewohner vorhat, und entsprechend vorausschauend handelt. Angles Lösung: Maps statt Apps - also eine Karte des Hauses, am besten eine dreidimensionale. Und wer könnte diese Karte besser erstellen als ein Roomba, der ohnehin den ganzen Tag durch die Wohnung flitzt? Die Karte soll Informationen darüber enthalten, wo welches vernetzte Gerät steht - zum Beispiel der Kühlschrank, die Heizkörper und der Fernseher - und dem Haus helfen, die Absichten seiner Bewohner frühzeitig zu erkennen, abhängig von deren Position. Angle liefert ein Szenario gleich mit: Jemand kommt nach Hause und bleibt kurz am Esszimmertisch stehen, geht weiter in die Küche, bleibt kurz am Kühlschrank stehen und setzt sich schließlich auf die Couch im Wohnzimmer. Er hat offenbar etwas abgestellt, sich etwas zu essen oder zu trinken genommen und will nun fernsehen. Sofern das Haus diese Bewegungen erkennt, kann es rechtzeitig die Lampen in den jeweiligen Zimmern anschalten sowie den Fernseher und die Heizung im Wohnzimmer. Der Mensch braucht dafür nichts anzufassen und keine App zur Fernsteuerung zu benutzen. Sein Haus weiß, was er vorhat.

Um einen solchen komplexen Ablauf von Aktionen auslösen zu können, muss das Haus - beziehungsweise die Haushaltsgeräte - aber wissen, wo genau sich der Mensch gerade befindet und wohin er sich bewegt. Verraten könnten das zum Beispiel Smartphone und Smartwatch, die seine Position auf der Karte vom Haus bestimmen, oder entsprechende Bewegungssensoren an den Geräten.

iRobot entwickelt derzeit ein System zum Kartografieren von Haushalten. Es funktioniert mithilfe einer Kamera, die durch das Haus bewegt wird und dabei Videoaufnahmen macht. Mithilfe von Vergleichsbildern aus der Cloud versucht das System zu erkennen, was die Kamera aufzeichnet. Angle sagt nicht explizit, dass die Kamera auf einem Roomba steckt und jedes Mal aktiv sein soll, wenn der Staubsauger loslegt. Aber es wäre die logische Weiterentwicklung der kleinen Roboter, die schon heute Hindernisse (mehr oder weniger gut) erkennen und ihnen ausweichen können. Allerdings müsste die Kamera auf einem beweglichen Stativ stecken, um auch Objekte erkennen zu können, die auf Tischen oder Küchenplatten stehen - so wie beim PackBot, den iRobot ebenfalls herstellt.

"Eine verdammte Katastrophe"

Zusammengefasst sieht die Zukunft der vernetzten Wohnung also so aus: Ein autonomer Roboter fährt künftig durchs Haus, macht Videoaufnahmen von allem, was sich darin befindet und lädt diese zur Analyse über das Internet auf die Computer von Unternehmen. Kein Wunder, dass der Science-Fiction-Autor und Netzaktivist Cory Doctorow schreibt: "Ein mit dem Internet verbundener und mit Kameras ausgestatteter Roboter ist eine verdammte Katastrophe, wenn er nicht sicher ist. Es ist ein Geschenk für jeden, der Kameras nutzen will, um dich zu überwachen."

Die Idee von iRobot ist nicht nur wegen möglicher Einbrüche in die Privatsphäre bedenklich. Sie unterstellt auch, dass menschliches Verhalten berechenbar ist und immer bestimmten Mustern und Routinen folgt. Die Technik würde nur dann gut funktionieren, wenn sie diese Muster erkennt und daraus lernt, wann sie was zu tun hat. Aber jedes Mal, wenn jemand spontan etwas in einer anderen Reihenfolge tut als sonst, eine Tätigkeit abbricht, weil zum Beispiel das Telefon klingelt oder man eben keine Lust auf den Lieblingsfernsehkanal hat, wird die Haustechnik etwas in Gang setzen, das die Bewohner dann manuell abbrechen oder ändern müssen. Unvorhersehbares Verhalten wird zum Problem. Was Angle vorschwebt, ist ein Mensch, der tut, was die Technik von ihm erwartet. Nicht umgekehrt.


eye home zur Startseite
Captain 30. Mai 2015

Damit sich das SEK im Bedarfsfall (in Zukunft nicht konforme Meinung vetrten) sich besser...

Jastol 29. Mai 2015

Is die Kamera nicht auf nem Stab damit auch aufm Tisch oder so gefilmt werden kann...

Phreeze 29. Mai 2015

die meisten behaupten das Gegenteil. Darfst halt nicht das Einstiegsmodell nehmen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Autobahndirektion Südbayern, München
  2. Nuuk GmbH, Hamburg
  3. Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen
  4. Amprion GmbH, Pulheim


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Ghost Recon Wildlands 26,99€, GTA 5 24,99€, Rainbox Six Siege 17,99€, Urban Empire 9...
  2. 44,99€
  3. (heute u. a. Crucial 240-GB-SSD 68€, Creative Sound Blaster Z 50,24€ und weiteres PC-Zubehör...

Folgen Sie uns
       


  1. FTTH

    Bauern am Glasfaserpflug arbeiten mit Netzbetreibern

  2. BGP-Hijacking

    Traffic von Google, Facebook & Co. über Russland umgeleitet

  3. 360-Grad-Kameras im Vergleich

    Alles so schön rund hier

  4. Grundversorgung

    Telekom baut auch noch mit Kupfer aus

  5. Playerunknown's Battlegrounds

    Pubg-Schöpfer fordert besseren Schutz vor Klonen

  6. Solarstrom

    Der erste Solarzug der Welt nimmt seinen Betrieb auf

  7. Microsoft

    Kostenloses Tool hilft bei der Migration von VMs auf Azure

  8. Streaming-Streit

    Amazon will wieder Chromecast und Apple TV verkaufen

  9. IT in der Schule

    Die finnische Modellschule hat Tablets statt Schreibtische

  10. Joanna Rutkowska

    Qubes OS soll "einfach wie Ubuntu" werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
LG 32UD99-W im Test: Monitor mit beeindruckendem Bild - trotz unausgereiftem HDR
LG 32UD99-W im Test
Monitor mit beeindruckendem Bild - trotz unausgereiftem HDR
  1. Android-Updates Krack-Patches für Android, aber nicht für Pixel-Telefone
  2. Check Point LGs smarter Staubsauger lässt sich heimlich fernsteuern

Vorratsdatenspeicherung: Die Groko funktioniert schon wieder
Vorratsdatenspeicherung
Die Groko funktioniert schon wieder
  1. Dieselgipfel Regierung fördert Elektrobusse mit 80 Prozent
  2. Gutachten Quote für E-Autos und Stop der Diesel-Subventionen gefordert
  3. Sackgasse EU-Industriekommissarin sieht Diesel am Ende

2-Minuten-Counter gegen Schwarzfahrer: Das sekundengenaue Handyticket ist möglich
2-Minuten-Counter gegen Schwarzfahrer
Das sekundengenaue Handyticket ist möglich
  1. Handy-Ticket in Berlin BVG will Check-in/Be-out-System in Bussen testen
  2. VBB Schwarzfahrer trotz Handy-Ticket

  1. Re: Dass man sich wirklich mal auf Google oder FB...

    ManuPhennic | 13:12

  2. Re: Irgendwie macht "konkurrierende Minecraft...

    s1ou | 13:10

  3. Re: Amazon Prime auf Chromecast

    sniner | 13:09

  4. Es gibt sogar Flyer für den Kupferausbau

    mwi | 13:08

  5. Re: Bin skeptisch...

    SebastianHatZeit | 13:07


  1. 13:00

  2. 12:41

  3. 12:04

  4. 11:44

  5. 11:30

  6. 10:48

  7. 10:26

  8. 10:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel