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Roboter statt KI: Nvidia treibt neues Wachstumsfeld voran

Durch die steigende Konkurrenz im KI-Geschäft möchte sich Nvidia als führende Plattform für Robotik -Lösungen platzieren.
/ Mike Faust
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Humanoider Roboter Atlas von Boston Dynamics (Bild: Boston Dynamics)
Humanoider Roboter Atlas von Boston Dynamics Bild: Boston Dynamics

Da sich Nvidia im Bereich der Herstellung von Chips für künstliche Intelligenz (KI) mit zunehmender Konkurrenz konfrontiert sieht, sucht das Unternehmen nach einem neuen Wachstumsmarkt. Dieser liegt laut einem Bericht der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) im Bereich der Robotik und soll in der ersten Jahreshälfte 2025 den kompakten Computer Jetson Thor für humanoide Roboter hervorbringen.

Nvidia möchte sich damit als führende Plattform für Robotik-Lösungen positionieren und Full-Stack-Lösungen anbieten, die von Software-Schichten für das Training von KI-gesteuerten Robotern bis zu den Chips reichen, die darin eingebaut werden. Deepu Talla, Nvidias Vizepräsident für Robotik, sagte gegenüber der Financial Times: "Der ChatGPT-Moment für physische KI und Robotik steht vor der Tür." Er glaube zudem, dass der Markt einen Wendepunkt erreicht habe.

Als Hauptgrund für die Neuausrichtung wird die steigende Konkurrenz durch leistungsstarke KI-Chips konkurrierender Hersteller genannt. So dringt zum Beispiel AMD weiter auf den KI-Markt vor und Konzerne wie Amazon, Microsoft und Google streben an, ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.

Generative KI schließt Sim-to-Real-Gap

Mit neuen Investitionen platziert sich Nvidia im Bereich der "physischen KI" . Im Februar 2024 investierte der Konzern, neben Microsoft und OpenAI, in Figure AI, ein Unternehmen für humanoide Robotik . Bislang sei der Robotik-Markt eine Nische, die keine großen Gewinne abwerfe, heißt es in dem Bericht weiter.

Talla sieht allerdings zwei technologische Durchbrüche, die seiner Meinung nach dem Robotik-Markt zum Durchbruch verhelfen werden. Diese sind die starke Zunahme generativer KI-Modelle und die Möglichkeit, Roboter anhand dieser Modelle in simulierten Umgebungen trainieren lassen zu können.

Besonders der zweite Punkt sei wichtig, da es derzeit eine große Lücke zwischen dem simulierten und dem realen Einsatz von Robotern gebe (Sim-to-Real-Gap), die sich mit Training in virtuellen Umgebungen schließen lässt. "In den letzten 12 Monaten ... hat sich [diese Lücke] so entwickelt, dass wir jetzt Experimente in der Simulation in Kombination mit generativer KI durchführen können, was vor zwei Jahren noch nicht möglich war" , so Talla.

Nvidia bietet mit dem DGX-System, das Software für das Training von Basismodellen liefert, der Omniverse-Plattform, die reale Umgebungen simuliert und Hardware, die gleichsam als Gehirn des Roboters eingesetzt wird, Tools für mehrere Stufen in der Roboter-Entwicklung an. Die Simulationstechnologie wird bereits von Amazon in Lagerhäusern in den USA eingesetzt und auch Toyota und Boston Dynamics nutzen die Trainingssoftware von Nvidia.


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