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Roboter: Open-Source-Roboter Open ROV taucht bis in 100 Meter Tiefe

Open ROV ist ein günstiger Tauchroboter , der der Unterwasserforschung etwas von ihrer Exklusivität nehmen soll. Den Open-Source -Roboter zu steuern sei wie ein Computerspiel zu spielen, sagen die Entwickler.
/ Werner Pluta
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Tauchroboter Open ROV: Browser als Bedienoberfläche (Bild: Open ROV)
Tauchroboter Open ROV: Browser als Bedienoberfläche Bild: Open ROV

Hobby-Ozeanologen aufgepasst: Hier kommt Open ROV(öffnet im neuen Fenster) . Das ist ein Open-Source-Tauchroboter (Remote Operated Vehicle, ROV – per Kabel ferngesteuertes Tauchfahrzeug), der als Bausatz geliefert wird. Gesteuert wird das Tauchfahrzeug einfach über die Tastatur eines Computers.

Bis 100 Meter

Open ROV(öffnet im neuen Fenster) ist 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und 15 Zentimeter hoch. Das Gewicht des Roboters liegt bei rund 2,5 Kilogramm. Die Teile bestehen aus Acryl, das mit einem Laser ausgeschnitten wird. Das ROV ist so konstruiert, dass es 100 Meter tief tauchen kann. Bislang haben es die Entwickler nach eigenen Angaben nur bis in eine Tiefe von 20 Meter abtauchen lassen. Es sei auch meerwassertauglich, sagen sie. Allerdings bestehe die Gefahr, dass die Motoren korrodieren.

Open ROV – Open-Source-Tauchroboter
Open ROV – Open-Source-Tauchroboter (02:35)

Kernelement des Roboters ist ein 18 Zentimeter langer Zylinder aus durchsichtigem Kunststoff mit einem Außendurchmesser von 10 Zentimetern: Darin wird alles untergebracht, was nicht nass werden darf – also die Kamera, die Steuerelektronik und andere elektronische Bauteile. Damit der Bediener des Roboters an Land nicht nur in eine Richtung schauen kann, ist die Elektronik im Zylinder drehbar aufgehängt.

Drei Motoren

Der Zylinder wiederum sitzt in einem Gehäuse, in dem auch die Antriebseinheit untergebracht ist. Die besteht aus drei Elektromotoren: Zwei sorgen für den Vortrieb sowie für Richtungsänderungen. Der Dritte ist senkrecht gelagert und ermöglicht das Auf- und Abtauchen des ROV.

Als Energieversorgung dienen acht Babyzellen(öffnet im neuen Fenster) , die in zwei weißen Röhren an der Unterseite des Tauchfahrzeugs untergebracht sind. Sie sind nicht nur Energiequelle, sondern dienen auch als Gegengewicht zur Antriebseinheit, sie halten das ROV gerade. An der Unterkante des Gehäuses befinden sich Bohrungen für Stifte, an denen Nutzlast wie Sensoren befestigt werden kann.

Steuerung über den Browser

Die Steuerung und die Datenverarbeitung übernimmt ein Arduino-Board. Um die Beweglichkeit des Tauchroboters nicht durch ein dickes Kabel zu stark einzuschränken, haben die Entwickler eine Möglichkeit ausgetüftelt, die Daten mit 10 Megabit pro Sekunde über zwei dünne Drähte zu übertragen. Das ROV zu steuern sei ganz einfach, erklären die Entwickler: Der Nutzer gebe dessen IP-Adresse in seinen Firefox- oder Chrome-Browser ein, und schon könne es losgehen.

Bedient wird das ROV über die Tastatur eines Computers. Mit dem Tauchfahrzeug unter Wasser zu fahren, "ähnelt sehr einem Computerspiel" , erklären die Entwickler. In Zukunft noch mehr: Sie entwickeln gerade eine Schnittstelle, um das ROV künftig mit einem USB-Game-Controller zu steuern.

Höhlentaucher gesucht

Entwickelt wurde Open ROV von Eric Stackpole und David Lang. Die Idee entstand, weil Stackpole einen Blick in eine Unterwasserhöhle werfen wollte, in der ein versunkener Schatz versteckt sein sollte. Das Projekt ist Open Source – Stackpole und Lang nutzen nicht nur Open-Source-Hardware wie das Arduino-Board, auch die Software ist öffentlich zugänglich(öffnet im neuen Fenster) , interessierte Entwickler sind eingeladen, sich an der Verbesserung zu beteiligen. Ziel ist, Unterwasserforschung einem breiteren Kreis an Interessen zugänglich machen.

Lang und Stackpole haben das Projekt bei Kickstarter eingestellt(öffnet im neuen Fenster) . Darüber wollten sie bis zum 1. August 2012 20.000 US-Dollar einwerben. Derzeit haben sie bereits knapp 36.000 US-Dollar zugesagt bekommen. Den Bausatz(öffnet im neuen Fenster) ohne die Bordelektronik und Motoren gibt es für 220 US-Dollar, ein komplettes Open ROV ab 725 US-Dollar. Die Tauchroboter sollen ab September 2012 ausgeliefert werden.


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