Roboter: Künstlicher Krake schwimmt schneller und effizienter

Kraken sind sehr gute Schwimmer: Mit ihren acht Armen können sie sich blitzschnell durchs Wasser katapultieren. Das europäische Forschungsprojekt Octopus(öffnet im neuen Fenster) entwickelt einen Roboter, der sich ebenso fortbewegen kann. Eine Modifikation beschleunige den Schwimmroboter deutlich, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum(öffnet im neuen Fenster) .
Der Roboter hat acht elastische Tentakeln aus Silikon, die sich im Gleichtakt bewegen. So ahmt er die Schwimmbewegungen des Oktopus nach. In der ersten Version fehlt aber noch ein Merkmal des Vorbilds: Ein Krake hat zwischen den Tentakeln eine Haut, die die acht Arme verbindet.
Schneller mit Schwimmhaut
Eine solche Haut haben die Wissenschaftler auch ihrem Roboter verpasst - in Form einer dünnen, weichen Silikonhaut. Bei ersten Tests bewahrheitete sich, was die Forscher vorher schon vermutet hatten: Die Haut hat eine Funktionen beim Schwimmen: Sie sorgt für mehr Geschwindigkeit und Effizienz.
Durch die Modifikation schwimmt der Roboter fast doppelt so schnell wie zuvor: Mit der Haut schafft er eine Geschwindigkeit von 180 Millimetern in der Sekunde. Zuvor schwamm er gut 100 Millimeter pro Sekunde. Zudem ist der Roboter effizienter: Das Verhältnis von der aufgewendeten Energie in Bezug auf die erreichte Geschwindigkeit, Cost Of Transport(öffnet im neuen Fenster) genannt, sank von 0,85 auf 0,62.
Schwimmen mit sechs Armen
Die Forscher von der Foundation for Research and Technology-Hellas (FORTH) haben ihren modifizierten Oktopus-Roboter auch schon im Meer schwimmen lassen. Zudem haben sie ihm beigebracht, beim Schwimmen einen kleinen Ball zu transportieren: Der Roboter hält ihn mit zwei seiner Arme und schwimmt mit den sechs anderen. Die Neuerungen haben die FORTH-Robotiker kürzlich auf der International Conference on Intelligent Robots and Systems vorgestellt.
Octopus ist ein interdisziplinäres Projekt, an dem sieben Forschungseinrichtungen aus Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und der Schweiz beteiligt sind. Koordiniert wird das Projekt von der Scuola Superiore Sant'Anna in Pisa. Einen ersten Prototyp hatten die Forscher 2012 vorgestellt .



