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Roboter: Künstlicher Krake bewegt sich mit Tentakeln

Er hat noch einen starren Körper, doch seine Tentakel können sich sehen lassen: Europäische Forscher haben einen Roboter nach dem Vorbild eines Oktopus gebaut.
/ Werner Pluta
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Formgedächtnislegierung ersetzt Motor: Octopus Project (Bild: Octopus Project/Screenshot: Golem.de)
Formgedächtnislegierung ersetzt Motor: Octopus Project Bild: Octopus Project/Screenshot: Golem.de

Einen Roboter nach dem Vorbild eines Oktopus zu entwickeln, ist das Ziel des gleichnamigen europäischen Forschungsprojektes(öffnet im neuen Fenster) . Ihr Roboter werde "der erste vollständige Softroboter der Welt mit acht biegsamen Armen" , erklären die Forscher(öffnet im neuen Fenster) . Ein solcher Roboter könnte in der Meeresforschung sowie für Rettungsmissionen eingesetzt werden.

Tentakel aus Formgedächtnislegierung

Der robotische Oktopus bewegt sich mit acht Tentakeln fort, von denen sechs aus Silikon, die anderen aus einer Speziallegierung mit einem Formgedächtnis bestehen. Diese verändern ihre Form, wenn sie erhitzt werden, und kehren in ihre ursprüngliche Form zurück, wenn sie abkühlen. Um die Tentakel zu bewegen, ist also kein Motor nötig.

Robotischer Oktopus – langsame Bewegung
Robotischer Oktopus – langsame Bewegung (00:40)

Die Silikonarme haben ebenfalls einen Antrieb ohne Motor: In ihrem Inneren befindet sich ein Stahlkabel, das wiederum mit Nylonseilen verbunden ist. Über diese werden die Fangarme gesteuert, wie das Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Fangarme könnten umherschlängeln und sich sogar um einen Gegenstand winden.

Vorbild Oktopus

Der Oktopus gilt mit seiner Geschicklichkeit und seiner Feinmotorik als großes Vorbild für Softroboter. Noch scheint das Ziel des europäischen Projekts mit dem aktuellen Prototyp nicht ganz erreicht: Der Körper der Roboter macht noch einen recht stabilen Eindruck.

Robotischer Oktopus – Hüpfen
Robotischer Oktopus – Hüpfen (00:56)

Octopus ist ein interdisziplinäres Projekt, an dem Robotiker, Ingenieure, Mathematiker, Biologen und Neurowissenschaftler mitarbeiten. Beteiligt sind sieben Forschungseinrichtungen aus Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und der Schweiz. Die Projektkoordination liegt bei der Scuola Superiore Sant'Anna in Pisa.


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