Roboter & KI: Neues Entwicklungssystem von Qualcomm für autonome Systeme

Die Plattform RB6 mit bis zu 200 TOPS Rechenleistung und 5G für Lieferroboter und Drohnen sowie Referenzdesign für mobile Roboter wurde vorgestellt.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Die RB6-Entwicklerplattform integriert neben eine leistungsfähigen KI-Beschleuniger ein 5G-Modem.
Die RB6-Entwicklerplattform integriert neben eine leistungsfähigen KI-Beschleuniger ein 5G-Modem. (Bild: Qualcomm)

Bei mobilen autonomen Robotern sorgen viele Kameras für sichere Fahrt, zudem tragen sie zur Navigation bei. Um noch mehr Bilddatenströme verarbeiten zu können, stellte Qualcomm mit RB6 eine neue Entwicklerplattform vor - interessanterweise auf dem 5G Summit Event des Unternehmens. Denn neben der hohen Rechenleistung, bis zu 200 TOPS beim für neuronale Netze gern genutzten INT8-Format, verfügt die Plattform über ein 5G-Modem.

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Die RB6-Plattform baut auf dem Vorläufer RB5 auf und nutzt mit dem QRB5165 (PDF) dasselbe SoC. Es enthält die CPU Kryo 585 mit je vier leistungs- und effizienzoptimierten Kernen, eine Hexagon 698 DSP-Einheit, eine Adreno 650 GPU sowie den Spectra 480 Bildsignalprozessor. Letzterer kann bis zu 18 Kameras anbinden, die CPU-Kerne takten mit maximal 2,84 GHz. Bis zu 16 GByte LPDDR5-Speicher stehen zur Verfügung, daneben ein WLAN-Modul, das Qualcomm als Wi-Fi-6-ready bezeichnet.

Der Hauptunterschied zwischen RB5 und RB6 ist die Qualcomms Cloud AI 100 Beschleuniger. Der ist speziell für Inferencing entwickelt und auf einer Steckkarte mit zwei M.2-Kontakten montiert. Er kann 70 TOPS INT8-Rechenleistung bei einer Leistungsaufnahme von 15W liefern, mit 25W erreicht er 200 TOPS. Laut Qualcomm sollen sich damit bis zu 24 Videodatenströme verarbeiten lassen. Das QRB5165 SoC schafft laut Hersteller 15 TOPS.

Auspacken und loslegen: Die Roboterplattform RB5 AMR

Auf Basis der RB5-Plattform stellte Qualcomm zudem ein Entwicklerkit für mobile Roboter vor. Es wird schlicht als RB5 AMR (für autonomous mobile robot) bezeichnet und fährt auf drei Rädern. Neben Stereokameras vorne und hinten verfügt es über eine 4K-Kamera und Ultraschallsensoren. Auf dieser Basis sollen Entwickler schneller leistungsfähige Algorithmen für autonome Roboter entwickeln können.

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Für Qualcomm scheint allerdings das in beiden Plattformen verbaute 5G-Modem das eigentliche Highlight zu sein. Es unterstützt neben den regulären Sub-6-GHz-Frequenzen auch Millimeterwellen (mmWave). Damit sind besonders hohe Datenraten erreichbar, es leidet aber unter geringer Reichweite. Interessant ist es damit weniger für die autonomen Luftfahrzeuge, die Qualcomm als Anwendungsfall sieht, sondern eher für ebenfalls genannten Industrie- oder Lieferroboter.

  • Mit dem RB5 AMR sollen Entwickler gleich mit dem Entwurf autonomer Roboter loslegen können.
  • Mächtig viele Platinen: Neben dem Board mit SoC sitzt auf dem RB6 eine Platine für den KI-Beschleuniger (hinten) sowie entweder WLAN oder 5G-Modem (vorne neben der Kamera).
Mit dem RB5 AMR sollen Entwickler gleich mit dem Entwurf autonomer Roboter loslegen können.
Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung - Neuronale Netze

Zudem fehlen dem Modem einige für Roboter interessante Features, es entspricht nämlich 3GPP Release 15. Release 16 ergänzt die Möglichkeit zur direkten Kommunikation zwischen 5G-Modems sowie Time Sensitive Networks (TSNs). Die sollen ein deterministisches Zeitverhalten der drahtlosen Kommunikation garantieren - wichtig, wenn Steuersignale übertragen werden oder Roboter ihre Positionen austauschen. Laut Qualcomm kein Problem, da Features neuer Releases nachgerüstet werden können. Das Bild lässt vermuten, dass dann einfach die Steckkarte mit dem Modem getauscht wird. Sowohl RB5 AMR als auch RB6 sollen in Kürze bestellbar sein, ein genauer Zeitpunkt und Preise wurden allerdings noch nicht genannt.

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