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Roborock Q7 Max+ im Test: Guter Saugroboter mit halbnützlicher Absaugstation

Der Test des Q7 Max+ von Roborock zeigt, dass Kunden von einer Absaugstation nicht zu viel erwarten sollten. Denn manuelle Reinigungen des Saugroboters lassen sich damit nicht umgehen.
/ Ingo Pakalski
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Q7 Max+ im Test (Bild: Roborock)
Q7 Max+ im Test Bild: Roborock

Wir haben Roborocks neuen Saug- und Wischroboter Q7 Max mit und ohne Absaugstation getestet und dabei mit dem Vorgängermodell S5 Max verglichen. Der S5 Max ist recht beliebt, weil er ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Für den S5 Max(öffnet im neuen Fenster) gibt es aber bislang keine Absaugstation. Im Test gingen wir also auch der Frage nach, wie nützlich so eine Absaugstation im Alltag ist.

Wichtig zu wissen ist, dass Käufer sich vorher entscheiden müssen, ob sie den Q7 Max mit (dann als Q7 Max+) oder ohne Absaugstation wollen. Denn bisher ist keine Möglichkeit bekannt, sie für den Q7 Max nachträglich anzuschaffen. Die Mehrkosten für die Station fallen mit etwa 200 Euro vergleichsweise hoch aus.

Kommen wir zunächst zum eigentlichen Saug- und Wischroboter: Roborock hat beim Q7 Max einige auffällige Änderungen im Vergleich zum S5 Max vorgenommen. Beim S5 Max gibt es jeweils einen Behälter für Staub und einen für die Frischwasserzufuhr. Beim Q7 Max sind beide Bereiche in einem Behälter enthalten, wobei die jeweiligen Bereiche separiert sind.

Q7 Max hat eine Vollgummibürste

Zudem setzt der Hersteller beim Q7 Max nicht mehr auf eine Bürste mit Borsten, stattdessen wird eine Vollgummibürste mit Kunststofflamellen verwendet. Fährt der Roboter über glatten Boden, sehen wir mit der zweithöchsten Saugleistung namens Turbo keinen Unterschied, beide reinigen gleich gut.

Der Q7 Max soll eine Saugleistung von 4.200 Pa (Pascal) erreichen und der Behälter für Schmutz fasst bis zu 470 ml. Zum Vergleich: Der S5 Max soll eine Saugleistung von 2.000 Pa schaffen und kann bis zu 460 ml im Schmutzbehälter auffangen.

Q7 Max verliert manchmal Dreck

Wer den Q7 Max in mehreren Etagen verwendet und ihn dafür notwendigerweise zum Etagenwechsel herumtragen muss, sollte darauf achten, den Roboter möglichst gerade zu halten. Ansonsten kann es passieren, dass Dreck aus dem Saugroboter fällt. Dieser rutscht wohl an den Lamellen der Bürste vorbei – das ist uns im Test einige Male passiert. Dieses Problem gibt es beim S5 Max nicht.

Der Hersteller verspricht, dass sich in der Bürste des Q7 Max nicht so leicht Haare ansammeln. In unserem Test blieben zwar weniger Haare an den Kunststofflamellen hängen, dafür sammelten sich die Haare um so stärker unterhalb der Kunststoffummantelung und wickelten sich um die kleinen Rädchen der Bürste. Von den Rädchen waren die Haare nur sehr mühsam zu entfernen. Bezüglich der Wartung ziehen wir die Borstenbürste des S5 Max also vor, weil sich Haare dort leichter entfernen lassen als bei der neuen Bürste.

Anders als bei traditionellen Staubsaugern müssen Roborock-Saugroboter regelmäßig manuell gereinigt werden. Das gilt vor allem, wenn Haustiere mit Fell vorhanden sind und/oder Personen mit langen Haaren im Haushalt wohnen. Denn außer an der Hauptbürste verfangen sich Haare gerne in der Seitenbürste sowie im Steuerrad. Diese drei Bereiche sollten nach einigen Saugvorgängen gesäubert werden, damit der Roboter einwandfrei funktioniert.

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Wischleistung des Q7 Max zufriedenstellend

Der Q7 Max von Roborock kann außer zum Saugen auch zum Wischen von Hartböden benutzt werden. Dabei haben wir die Wischleistung mit der des S5 Max verglichen und es sind uns keine Unterschiede aufgefallen. Beide Modelle wischen über den Boden, indem sie quasi einen Wischmop hinter sich herziehen.

Falls Flecken auf dem Boden bereits angetrocknet sind, schaffen es beide Modelle nicht, diese zu entfernen. Die Wischfunktion kann also eher losen Dreck vom Boden wischen und eignet sich nicht dazu, ein herkömmliches Durchwischen zu ersetzen.

Wie der S5 Max hat auch der Q7 Max eine ausreichend lange Akkulaufzeit, um im Turbomodus eine Wohnfläche mit etwa 160 qm zu reinigen. Der Hersteller gibt an, dass der Q7 Max einen Li-Ionen-Akku mit 5.200 mAh besitzt und damit eine Fläche von bis zu 300 qm am Stück saugen kann – diesen Wert haben wir nicht erreichen können.

Wie beim S5 Max verweigert der neue Roborock-Sauger ab einem Akkustand von 19 Prozent jede weitere Reinigung, kehrt zur Ladestation zurück, um den Akku wieder zu laden – und setzt die Reinigung später fort. Gemessen am sonstigen Verhalten des Saugroboters könnten damit locker noch zwei kleinere Räume gereinigt werden. Aus unserer Sicht würde es also ausreichen, wenn der Sauger ab einem Akkustand von um die zehn Prozent zur Ladestation zurückkehren würde. In der Roborock-App gibt es dafür keine Einstellung.

Wenn die Wischfunktion benutzt wird und die maximale Reinigungsfläche ausgenutzt werden soll, muss unter Umständen der Wasserbehälter mit bis zu 350 ml zwischendurch nachgefüllt werden. Dabei hängt es auch davon ab, wie viel Wasser verteilt wird, was sich entsprechend einstellen lässt.

Roborock Q7 Max+ – Absaugstation mit begrenztem Nutzen

Beim Modell Q7 Max+ gibt es eine Absaugstation zum Lieferumfang dazu. Sie dient dazu, den Staubbehälter im Roboter zu leeren. Während Roborock bei den Robotern selbst auf einen Betrieb ohne Staubbeutel setzt, ist das bei der Absaugstation nicht der Fall.

Die Station ist beim Absaugen sehr laut, es ist ratsam, in den paar Sekunden des Absaugens nicht im gleichen Raum zu sein. Außerdem sollte die Station in einem Raum aufgestellt werden, bei dem die Lärmbelästigung am wenigsten störend ist. Der Roboter kann automatisch abgesaugt werden, sobald er auf die Station fährt. Zudem kann das Absaugen in der App gestartet werden; an der Station fehlt ein Knopf dafür.

In vielen Fällen funktioniert das Leeren des Staubbehälters beim Q7 Max+ auf Anhieb. Das Ganze misslingt aber, sobald sich etwa Haare so in der Bürste verheddert haben, dass der Dreck nicht abgesaugt werden kann. Dann müssen wir erst die Haare von der Bürste lösen und danach erneut absaugen, um den Staubbehälter leer zu bekommen.

Die Absaugstation und das Beutelproblem

Wenn keine Absaugstation vorhanden ist, kann der Staubbehälter des Roboters ausgeschüttet werden. Dabei bleibt üblicherweise vor allem Staub an den Wänden des Behälters zurück. Wer das nicht möchte, muss ihn mit einem klassischen Staubsauger aussaugen. Je nach Staubsaugermodell kann es recht mühsam sein, den Staubbehälter so sauber zu bekommen wie mit der Absaugstation, weil diese deutlich mehr Leistung liefert als durchschnittliche Hausstaubsauger.

Der 2,5 Liter große Staubbeutel in der Absaugstation muss spätestens nach sieben Wochen ersetzt werden, heißt es vom Hersteller. Zum Lieferumfang gehören zwei Beutel, das Nachkaufen dieser Beutel ist derzeit schwierig. Auf Nachfrage von Golem.de gibt es laut Roborock keinen Händler innerhalb Deutschlands, der neue Staubbeutel im Sortiment hat.

Roborock kann auf Nachfrage keinen Listenpreis für die Staubbeutel nennen. Somit lassen sich die Wartungskosten für die Absaugstation nicht berechnen. Roborock machte keine Angaben dazu, ab wann Händler hierzulande mit passenden Staubbeuteln versorgt werden.

Die Absaugstation ändert nichts daran, dass Hauptbürste, Seitenbürste und Steuerrad weiterhin manuell regelmäßig von Schmutz befreit werden müssen. Wer sich also das Roborock-Modell mit Absaugstation anschafft, erspart sich damit nicht die üblichen manuellen Reinigungen der genannten Bauteile.

Roborock-Roboter werden mit der App gesteuert

Zur Navigation verwenden beide Roborock-Modelle Lidar-Technik und können somit auch im Dunkeln agieren. Gesteuert und eingerichtet werden die Modelle über eine Roborock-App, die es für Android und iOS gibt. Für die Nutzung muss ein Nutzerkonto bei Roborock angelegt werden. Das Haus oder die Wohnung wird vom Roboter anfangs zunächst kartografiert und dann können wir in der App die jeweiligen Räume anpassen.

Wir können entscheiden, dass entweder eine gesamte Etage, nur ein Raum oder mehrere Räume gereinigt werden. Dabei werden Häuser mit bis zu vier Etagen unterstützt. Wird in einer Etage gereinigt, in der sich keine Ladestation befindet, wird eine virtuelle Ladestation von der App genutzt.

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Manchmal kann die Roborock-App nerven

Die Mehr-Etagen-Funktion arbeitet wie auch beim S5 Max etwas unvollständig. Es gibt noch immer eine Fehlermeldung, sobald keine echte Ladestation gefunden wurde. Das nervt und sollte von Roborock abgestellt werden.

Im Großen und Ganzen sind wir mit der App-Steuerung der Roborock-Geräte zufrieden. Allerdings fällt die App durch widersinnige Umbelegungen der beiden Haupt-Steuerflächen unangenehm auf – abhängig davon, was der Roboter gerade macht. Für Kunden wäre es sinnvoller, wenn etwa die Pause-Funktion immer verlässlich an der gleichen Stelle zu finden wäre.

Vor allem bei der Mehr-Etagen-Funktion wird es recht schnell nervig, wenn man die Fehlermeldungen zu einer fehlenden Ladestation umgehen und dafür den Roboter nach Abschluss des Reinigungsprozesses anhalten möchte. Direkt nach der Reinigung springt der Befehl zum Pausieren zu einer anderen Stelle in der App und es kann passieren, dass so stattdessen ein neuer Reinigungsvorgang gestartet wird.

Roborock verzichtet auf eine vernünftige Anleitung

Im Testzeitraum wurde auch der Button für das Absaugen in der App an eine andere Stelle gesetzt – Kunden wurden darüber nicht informiert, und wer meint, das Gerät gut zu kennen, ist durch solche Änderungen irritiert. Es ist einfach lästig, wenn Hersteller wichtige Funktionen einer App verändern, ohne Kunden darauf hinzuweisen. Wie beim S5 Max vermissen wir auch beim Q7 Max eine echte Anleitung. Es werden nur grundlegende Basisfunktionen erklärt, das meiste müssen sich Käufer selbst erarbeiten.

Ein weiteres Problem, das wir schon vom S5 Max kennen: Manchmal lädt die App die Raumkarte sehr langsam. In der App gibt es dann den Hinweis, dass die Internetverbindung langsam sei. Das passierte öfter, obwohl immer eine gute Verbindung bestand. Die Ursache dafür ist nicht bekannt. Es wäre wünschenswert, wenn solche Probleme behoben würden.

Der Q7 Max reinigt den Bodenbereich in einem festen Muster und wir können in der Kartenansicht den Weg des Roboters beobachten. Er fährt erst am Rand des Raumes entlang und saugt dann systematisch den übrigen Bereich. Der Saugroboter fährt üblicherweise sehr vorsichtig an Hindernisse heran, um sie nicht zu beschädigen. Bei der Erkennung von Türen hat das neue Modell die gleichen Schwächen wie der S5 Max: Wenn er vor einer geöffneten Tür steht und versucht, den Raum zu verlassen, schiebt er eher die Tür zu, statt um sie herumzufahren. Ansonsten kann er Hindernissen meist gut ausweichen.

Ein weiterhin bestehendes Problem bei Roborock-Saugrobotern ist die Versorgung mit Ersatzteilen: Sie sind nur bei wenigen Händlern zu bekommen und bei manchen Internet-Shops ist es schwierig, Original-Ersatzteile zu erkennen. Die Roborock-Webseite hilft hier leider nicht weiter.

Verfügbarkeit und Fazit

Der Q7 Max+(öffnet im neuen Fenster) mit Absaugstation wird unter anderem bei Amazon derzeit für 620 Euro(öffnet im neuen Fenster) angeboten, bei Ebay kostet er 650 Euro(öffnet im neuen Fenster) . Das Modell gibt es in Weiß oder Schwarz.

Zudem bietet Roborock den Q7 Max(öffnet im neuen Fenster) wahlweise in Weiß oder Schwarz für 450 Euro bei Ebay(öffnet im neuen Fenster) an, bei Amazon kostet der Saugroboter derzeit 500 Euro(öffnet im neuen Fenster) . Roborock ist nach eigenen Angaben dabei, weitere Händler mit den Geräten zu versorgen. Zum Vergleich: Den Roborock S5 Max gibt es derzeit im Onlinehandel für um die 350 Euro.

Golem.de hat bei Roborock nachgefragt, wie teuer die Ersatzstaubbeutel für die Absaugstation sein werden, hat aber noch keine Antwort darauf erhalten. Wir werden die Information nachtragen, sobald sie uns vorliegt. Auf der Roborock-Homepage(öffnet im neuen Fenster) gibt es keine Preisangaben oder Bezugsmöglichkeiten für Zubehör für die Saugroboter des Herstellers.

Fazit

Der Roborock Q7 Max+ ist ein Saug- und Wischroboter mit dazu passender Absaugstation. Der Q7 Max ist das offizielle Nachfolgemodell des S5 Max – also ohne Absaugstation. Wer den S5 Max besitzt, sollte nur wechseln, wenn die Absaugstation benötigt wird. Denn bei der Saug- und Wischleistung gibt es keine Unterschiede – das neue Modell ist lediglich etwas leiser, dafür aber mühsamer zu reinigen.

Der Q7 Max hat eine Vollgummibürste, die mit langen Haaren weniger Probleme machen soll. Aber das Gegenteil ist der Fall: An der Bürste selbst bleiben zwar weniger Haare hängen, dafür wickeln sie sich um die kleinen Rädchen der Bürste. Dort lassen sie sich nur schwer entfernen – ein Rückschritt im Vergleich zur Bürste beim S5 Max.

Angenehmerweise kann der Q7 Max wie das Vorgängermodell auch in Häusern mit mehreren Etagen unkompliziert genutzt werden. Die App-Steuerung ist zufriedenstellend, aber im Alltag können einige sonderbare Eigenheiten nerven. In den meisten Wohnungen und Häusern sollte die Akkuleistung für eine Reinigung aller Räume ausreichen. Schade, dass Roborock weiterhin Potenzial verschenkt, indem der Saugroboter den Reinigungsvorgang trotz ausreichender Akkureserve zu früh unterbricht.

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Die Absaugstation macht ordentlich Krach, schafft es aber durch ihre hohe Saugleistung, den Staubbehälter meist sauber zu bekommen. Gelingt das nicht, müssen wir manuell eingreifen, um etwa verhedderte Haare aus der Hauptbürste zu entfernen.

Trotz Absaugstation muss der Saugroboter regelmäßig per Hand gereinigt werden. Das bedeutet, dass die Zeitersparnis bei der Wartung vergleichsweise gering ist. Der Aufpreis von etwa 200 Euro für die Absaugstation ist hoch, bedenkt man den überschaubaren Nutzen. Hinzu kommen noch die Verbrauchskosten für Staubbeutel, die sich derzeit nicht abschätzen lassen. Schade, dass Roborock bei der Absaugstation nicht ebenfalls auf einen Betrieb ohne Staubbeutel setzt.


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