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Roborock Q Revo im Test: Genauso gründlich, aber nur halb so teuer

Der neue Saug- und Wischroboter Q Revo kostet viel weniger als Roborocks Topmodell S8 Pro Ultra und Ecovacs' T20. Das Beste: Er ist genauso gut – in fast allem.
/ Berti Kolbow-Lehradt
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Nicht schön, aber für seinen Preis ganz schön gründlich: der Roborock Q Revo. (Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Nicht schön, aber für seinen Preis ganz schön gründlich: der Roborock Q Revo. Bild: Berti Kolbow-Lehradt

Wenn Putzroboter nach dem Staubsaugen feucht hinterherwischen, wird der Boden sauberer. Deshalb legen viele Hersteller ein Augenmerk auf ein Wischmodul und eine Waschanlage, die es von selbst säubert. Die Topgeräte mit Wischen und Waschen kosten aber meist bis zu 1.500 Euro. Mit dem Q Revo schickt Roborock nun ein umfangreich ausgestattetes Kombigerät für 849 Euro auf Reinigungstour.

Der Preis unterbietet den des eigenen Vorzeigemodells S8 Pro Ultra ( Test auf Golem.de ) und den der schärfsten Mittelklassekonkurrenz, den Deebot T20 Omni von Ecovacs ( Test auf Golem.de ). Ebenso wie der T20 wischt der Q Revo mit rotierenden und auf Teppichen anhebbaren Mopps statt mit einem Tuch.

Für Roborock ist diese Putztechnik Neuland. Klappt die Premiere besser als bei Ecovacs erstem Mopplift, der im Test an Teppichkanten hängenblieb? Und wie nah kommt der Q Revo an Roborocks Spitzenmodell heran?

Beim ersten Blick aufs Datenblatt fehlt es dem Roborock Q Revo an nichts: Saugen, Wischen, Mopplift, Lasernavi für Kleinkramerkennung und eine Selbstreinigung mit Absaugvorrichtung, Moppwäsche und -fön – alle aktuellen Oberklassefeatures sind an Bord.

Gespart hat der Hersteller da, wo es nicht sofort auffällt. Auf der Unterseite schaufelt nur eine Gummibürste und kein Duo den Dreck zum Saugstutzen. Fürs Erkennen und Umfahren kleiner Objekte baut der Hersteller zudem eine einfachere Sensorik ohne KI-Algorithmen ein. Der eingebaute Behälter für die Moppbewässerung ist mit 80 Millilitern deutlich kleiner als bei anderen Roborock-Modellen. Der Q Revo kehrt daher öfters zum Nachfüllen an die Dockingstation zurück, was den Putzvorgang insgesamt verlängert.

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Das Design ist eher plump

An der Ausstattung der Basis gibt es nichts zu meckern. Mit je einem Tank für fünf Liter sauberes und 4,2 Liter schmutziges Wasser bietet sie große Reservoirs, so dass häufiges Auffrischen entfällt. Ein Staubbeutel lagert bis zu 2,7 Liter Schmutz zwischen, so dass man mehrere Wochen lang nichts mit dem Entleeren zu tun hat.

Die Mopps pustet ein Gebläse mit 45 Grad warmer Luft trocken. Beim Funktionsumfang steht das Zuhause des Q Revo dem des S8 Pro Ultra nicht nach. Dennoch fällt es mit Maßen von 34 x 49 x 56 Zentimetern sogar kompakter aus.

Mit hochwertiger Optik punktet das günstige Modell allerdings nicht. Sowohl die schnörkellose Station als auch der mit einem dicken Stoßfänger versehene Roboter weisen ein eher plumpes Design von der Stange auf. Da aber die Verarbeitungsqualität keinen Anlass zur Kritik gibt und am Ende sowieso die Reinigungsleistung zählt, sind die ästhetischen Abstriche vertretbar.

Schnell startbereit, bequem bedienbar

Erwartungsgemäß lässt sich der Roborock Q Revo im Test einfach einrichten und bedienen. Netzkabel einstöpseln, Frischwasser auffüllen, den Roboter mit der Herstellerapp für Android und iOS ins WLAN-Heimnetz einbinden – schon ist das Gerät startbereit.

Die App bietet praktisch den gleichen großen Funktionsumfang wie für den S8 Pro Ultra. Per Software schickt man ihn durchs ganze Zuhause, nur in einzelne Räume oder zu besonders verschmutzten Stellen. Per 2D- oder 3D-Karte guckt man live dabei zu, wenn man will.

Bis zu vier Grundrisse merkt sich der Q Revo. Die Saugkraft und der Wasserdurchfluss lassen sich nach Gusto für jeden Raum anpassen. Mit Schaltplänen legt man fest, wann der Q Revo ohne Aufforderung putzen soll, mit Sperrzonen, welchen Bereichen er immer fernbleiben soll.

Wie oft und intensiv die Station die Mopps waschen und wie lange sie diese trocknen soll, lässt sich ebenfalls per Software bestimmen. Trotz vieler Funktionen wirkt die Menüstruktur schlüssig und übersichtlich, so dass sich auch Neulinge nach kurzer Eingewöhnung leicht zurechtfinden.

Ist das Smartphone nicht zur Hand, startet und stoppt man den Roborock Q Revo wahlweise mit Sprachbefehlen für Amazon Alexa, Google Assistant oder Siri. Alternativ reagiert der Putzroboter auf Tastendrücke am Gehäuse.

Ein wenig Cloud, viel lokaler Betrieb

Der Einsatz der App erfordert ein persönliches Webkonto mit E-Mail-Adresse und Passwort bei Roborock sowie eine aktive Internetverbindung. Sonst lässt sich die Software nicht manuell bedienen. Zu festen Uhrzeiten terminierte Reinigungspläne starten dann auch nicht.

Mindestens zur Abfrage von Firmwareupdates landet natürlich auch die IP-Adresse auf Roborock-Servern. Wie es bei Nutzern zuhause aussieht, erfährt der Hersteller eigenen Angaben nach nicht. Demnach lädt der Putzroboter weder Grundrisse noch Einsatzprotokolle hoch.

Stattdessen speichert er laut Roborock alles lokal. Anders als frühere Modelle hat der Q Revo keine Kamera, die Hindernisse filmt, sondern eine Sensorik, die Objekte durch Lichtreflexionen erkennt. Die Ergebnisse nutzt das Gerät dem Hersteller zufolge für den Betrieb und speichert sie nicht dauerhaft.

Dass Roborocks IT die wenigen erfassten Datenpunkte zugunsten der Privatsphäre wirksam schützt, bescheinigen dem Hersteller Zertifikate des TÜV. Wer den Datenschutz selbst in die Hand nehmen will, befreit Roborock-Roboter mittels inoffizieller Firmware von jeglichem Cloud-Zugriff. Die Geräte der Marke gehören zu den wenigen, bei denen das überhaupt geht.

Halsbrecherische Fahrt, präzise Navigation

Mittels Lasernavi im Sensorturm (LiDAR) lotst sich der Roborock Q Revo im Test schnell und präzise über die Reinigungsfläche. Für die Erstkartierung benötigt der Putzroboter acht Minuten, nur zwei mehr als der S8 Pro Ultra. Mit seinem kreisrunden Gehäuse von 35 Zentimetern Durchmessern und 9,7 Zentimetern Höhe putzt er ebenso wendig unter flachen Möbeln.

Laut Roborock soll er bis zu zwei Zentimeter hohe Schwellen überwinden. Im Test erklimmt der Q Revo in halsbrecherischen Manövern auch minimal höhere Querstreben eines Wäscheständers und die von Rohrstühlen. Dabei hebt er kurzzeitig vom Boden ab, bleibt aber nicht in der Luft hängen. Dadurch ist der Q Revo ebenso wie der Ecovacs T20 für den Stuhlslalom im Essbereich geeignet, während das dem teuren S8 Pro Ultra nicht so souverän gelingt.

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Damit man vor dem Putzen keinen Kleinkram wegräumen muss, soll der Q Revo diesen mit zusätzlicher Sensorik in Fahrtrichtung erkennen und umfahren. Zu technischen Details hält Roborock sich bedeckt. Was hinter "Reactive Tech" steckt, bleibt unklar. Zu erfahren ist, dass "strukturiertes Licht" , also vermutlich ein Time-of-Flight-Sensor zum Einsatz kommt. Im Test arbeitet der Q Revo damit auf dem gleichen Niveau wie der S8 Pro Ultra.

Eine Tierkotattrappe, Hausschuhe, eine Steckerleiste sowie Playmobilfiguren umkurvt der Roborock Q Revo im Test souverän. Dass er Socken und zwei Ladekabel wegschiebt, ist verkraftbar. Dabei entsteht kein Schaden. Als einzigen echten Patzer erlaubt sich der Q Revo ein umgekipptes Sektglas. Damit haben aber auch viel teurere Geräte Probleme.

Trotz des insgesamt sehr guten Ergebnisses ist die Fahrweise des Putzroboters nichts für schwache Nerven. Er stürmt mit hohem Tempo auf ein Hindernis zu und bremst erst im letzten Augenblick davor ab. Bei der Konfrontation mit einem Tierhäufchen treibt das den Puls hoch. Eine Kollision bleibt im Test aber aus.

Roborock Q Revo saugt und wischt wie ein Teurer

Im Putztest saugt der Roborock Q Revo auf kräftigster Stufe (5.500 Pascal) auf sehr hohem Niveau. Vom Testschmutzmix beseitigt er auf Hartboden 96 Prozent und auf Teppich 95 Prozent. Damit reinigt er gründlicher als der Ecovacs T20 und fast so gut wie der S8 Pro Ultra.

Womöglich gibt bei letzterem der Einsatz zweier Gummibürsten statt nur einer den Ausschlag. Groß ist der Unterschied aber nicht. Anlass zur Kritik gibt der Q Revo, weil er ebenso wie das Vorgängermodell Q7 Max+ ( Test auf Golem.de ) beim Hochheben Dreck verliert. In der Praxis dürfte es zwar kaum Grund geben, ihn neu zu positionieren. Trotzdem sollte so etwas nicht passieren.

Makellos ist das Ergebnis des Wischtests. Angetrockneten Ketchup beseitigen die Wischmopps des Q Revo in nur einem Reinigungsdurchgang auf Anhieb. Damit zieht er mit der Gründlichkeit der Mopps im Ecovacs T20 gleich und übertrifft die Wischtuchleistung des S8 Pro Ultra, der nach einer Tour leichte Schlieren hinterlässt.

Bisher gab Roborock an, dass ein vibrierendes Wischtuch sauberer als ein rotierendes Mopp-Duo putze. Das eigene Experiment im Q Revo widerlegt die Einschätzung.

Mit einem anhebbaren Wischmodul hatte Roborock zwar bereits Erfahrung. Beim Q Revo kombiniert er eine Lifttechnik erstmals mit Mopps, die dicker als ein Tuch sind und daher höher gehoben werden müssen. Sieben Millimeter hievt das Modul die Zotteln in die Luft.

Der Praxiseindruck ist besser als beim Hersteller Ecovacs, der im T20 erstmals das Wischmodul bei der Überfahrt auf Teppich anhebt. Die Liftkonstruktion des Q Revo lässt sich noch weniger von Teppichkanten beirren und klappt keine Ecke wie mit einer Gabel um.

Gründliche Waschanlage, hoher Akkuverbrauch

Nach beendetem Einsatz sorgt die Selbstreinigungsstation des Roborock Q Revo für den versprochenen Komfort. Sie lässt die Mopps auf hervorstehenden Noppen rotieren, um sie sauber zu schrubben. Das führt zu gründlichen Ergebnissen.

Selbst die dicke Ketchup-Pampe wäscht sie nach unserem Putzhärtetest ohne nennenswerte Rückstände weg. Bleibt etwas von der Brühe in der Waschmulde hängen, kann man die Plastikschale einfach als Ganzes herausnehmen und reinigen. In die Basisstation anderer Roborock-Modelle oder weiterer Hersteller muss man mitunter halb hineinkrabbeln, um sie zu säubern.

Das Schmutzwasser kann man eine Weile im Tank lassen. Gerüche treten bei der Lagerung nicht aus. Auch der Beutel für den zwischengelagerten Schmutz macht ständiges Entleeren entbehrlich. Das automatische Absaugen ist allerdings laut. Daran ändert auch Roborocks neues Modell nichts.

Außer um die Selbstreinigung kümmert sich die Station um das Aufladen des Roboter-Akkus. Der bietet so viel Kapazität wie viele andere Geräte auch: 5.200 Milliamperestunden. Mit der verfügbaren Energie geht der Q Revo aber nicht sehr sparsam um.

Nach einer Stunde bei höchster Saugkraft und Moppnässe beträgt der Restladestand nur noch 36 Prozent. Damit geht dem Q Revo noch schneller die Puste aus als dem Roborock S8 Pro Ultra (46 Prozent). Dabei reinigt er mit 51 Quadratmetern in der Zeit nur minimal mehr Fläche (S8 Pro Ultra: 48 Quadratmeter).

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Roborock Q Revo: Verfügbarkeit und Fazit

Der Roborock Q Revo kommt zum Preis von 849 Euro am 14. Juli im Handel. Eine Erstausstattung an Wischmopps für den Roboter und einem Staubbeutel für die Station gehört zum Lieferumfang. Offizielle Preise für Ersatzmaterial nennt Roborock bisher nicht.

Bei Aliexpress kosten zwei Staubbeutel 20 Euro, ein Set mit zwei Mopp-Paaren kostet 23 Euro. Eine Alternative in der gleichen Preisklasse ist der Ecovacs Deebot T20 Omni für 1.099 Euro. Dessen Spezialität: Er wäscht die Mopps mit erhitztem Wasser statt mit Wasser in Raumtemperatur. Roborocks Topmodell S8 Pro Ultra kostet 1.499 Euro. Es hat keine anderen Funktionen als der Q Revo, kommt aber mit dem Anspruch, in allen Aspekten die Spitze des Herstellersortiments darzustellen.

Es ist üblich, dass Hersteller teure und mittelpreisige Geräte parallel anbieten, um unterschiedlichen Budgets gerecht zu werden. Im Normalfall geht die Preisdifferenz mit einem Leistungsgefälle bei der Technik einher.

Der Roborock Q Revo überrascht als eine seltene Ausnahme von der Regel. Er saugt, wischt, umfährt Kleinkram und putzt sich selbst auf dem gleichen Niveau wie das fast doppelt so teure Modell S8 Pro Ultra. Bei der Feuchtreinigung ist der Q Revo sogar noch etwas gründlicher.

Die Premiere rotierender Wischmopps, die sich bei einer Teppichüberfahrt anheben, ist Roborock gelungen. Das Topmodell aus der S8-Reihe saugt zwar noch minimal besser, geht mit dem Akku sparsamer um und bietet das hochwertigere Design – doch der viel höhere Preis dafür ist schwer zu rechtfertigen.

Der Alternative aus der gleichen Preisklasse, dem Ecovacs Deebot T20, ist der Q Revo wegen der besseren Saugleistung vorzuziehen. Zum aufgerufenen Preis bietet das Roborock-Modell sehr viel Leistung und Komfort.


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