Robitaxi: Feuerwehr wirft Cruise Tod von Unfallopfer vor

Die Diskussion um Robotaxis in San Francisco nimmt nicht ab: Jüngst ist ein neuer Fall bekanntgeworden, in dem autonom fahrende Autos des Anbieters Cruise bei einem Rettungseinsatz die Straße blockiert haben sollen. Die Feuerwehr San Francisco (SFFD) wirft dem Anbieter vor, am späteren Tod des Unfallopfers eine Mitschuld zu tragen, da der Krankenwagen nur verspätet von der Unfallstelle zum Krankenhause fahren konnte.
Wie Forbes(öffnet im neuen Fenster) schreibt, heißt es in dem Feuerwehrbericht, dass die Verzögerung, "egal wie minimal" , zu dem "negativen Ende für den Patienten" geführt habe. Etwa 30 Minuten, nachdem der Krankenwagen im San Francisco General Hospital angekommen war, erlag das Unfallopfer dort seinen Verletzungen. Der Unfall ereignete sich am 14. August - also nur wenige Tage, nachdem Cruise und Waymo die Erlaubnis erhalten hatten, ihre Dienste in San Francisco ohne Sicherheitsfahrer anzubieten.
Cruise-Fahrzeuge sollen die Straße blockiert haben
Der Feuerwehr zufolge sollen zwei Cruise-Fahrzeuge die Kreuzung blockiert haben, zusätzlich zu einem Einsatzfahrzeug der Polizei. Die Ersthelfer mussten dem Nachrichtenportal SFGate(öffnet im neuen Fenster) zufolge warten, bis entweder die Cruise-Fahrzeuge aus dem Weg bewegt wurden oder ein Polizist gefunden werden konnte, der den Einsatzwagen wegfährt. Zusammengenommen wertet die Feuerwehr San Francisco diese Verzögerungen als mitverantwortlich für den Tod des Unfallopfers.
Das GM-Tochterunternehmen Cruise wies die Darstellung des SFFD zurück und bestreitet, dass die eigenen Fahrzeuge im Weg standen. Das Unternehmen stellte Videomaterial bereit, auf dem zu sehen sein soll, wie eines der beiden Cruise-Fahrzeuge aus dem Weg fuhr; das andere blieb hingegen auf der Straße stehen. Cruise zufolge war anschließend eine Spur der Straße frei, auch ein zweiter Krankenwagen nutzte diese. Allerdings soll es sich bei dem Einsatzfahrzeug mit dem Unfallopfer um einen größeren Krankenwagen gehandelt haben, weswegen unklar ist, ob für diesen der Platz ausgereicht hätte.
Der Fall ist einer von mindestens 74, in denen die Feuerwehr in San Francisco Robotaxis Behinderung vorwirft. Cruise und Waymo dürfen seit Anfang August 2023 ihre Fahrdienste in San Francisco ausbauen und ohne Sicherheitsfahrer anbieten . Erlaubt hat dies die kalifornische Regulierungsbehörde CPUC, die sich damit über den Widerstand der städtischen Verkehrsbetriebe und einiger Einwohner hinwegsetzte.
Cruise musste Anzahl der Fahrzeuge bereits reduzieren
Polizei und Feuerwehr in San Francisco scheinen von den autonomen Fahrzeugen alles andere als begeistert zu sein. Bereits kurz nach der Freigabe musste Cruise die Anzahl seiner Robotaxis wegen eines Unfalls reduzieren . Außerdem fuhr ein Cruise-Fahrzeug in eine frisch betonierte Straße .



