Robinspect: Europäischer Roboter untersucht Tunnelwände

Tunnels könnten künftig autonom von einem Roboter inspiziert werden: Ein von europäischen Wissenschaftlern entwickeltes System soll die Wände auf Schäden untersuchen, ohne den Verkehr zu behindern.
Robotic System with Intelligent Vision and Control for Tunnel Structural Inspection and Evaluation(öffnet im neuen Fenster) (Robinspect) nennen die Forscher das System. Es besteht aus drei Komponenten: einem Roboterarm, der an einem Kran befestigt ist, der wiederum auf einem Fahrzeug montiert ist.
Fahrzeug, Kran, Roboterarm
Der Roboterarm ist das Kernstück des Systems: Er wird mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, mit denen die Tunnelwände untersucht werden sollen. Dazu gehören Kameras, Ultraschall- und Berührungssensoren. Der Arm werde "die Präzision und den intelligenten Bewegungsmechanismus liefern, die für die Inspektion von Tunneln benötigt wird" , erklärt Juan Víctores(öffnet im neuen Fenster) von der Universität Carlos III in der spanischen Hauptstadt Madrid. Ein Kran wird den Arm zu den Wänden heben. Ein kleines Fahrzeug, ähnlich einem Auto, nur kleiner und robuster, soll Robinspect durch den Tunnel kutschieren.
Das System scannt die Wände und sucht nach Deformationen, Rissen oder anderen Schäden. Diese werden millimetergenau vermessen. Treten parallele Risse auf, erfasst Robinspect zudem deren Entfernung. Das ermögliche in einem Durchgang eine Inspektion und strukturelle Bewertung eines Tunnels, schreiben die Entwickler auf ihrer Website. Das gehe "automatisch, zuverlässig und schnell" .
Erste Tests 2014
Einen ersten Prototyp wollen die Spanier 2014 fertigstellen. Damit wollen sie Ende des Jahres erste Tests in der Londoner Untergrundbahn, in unterirdischen Teilen einer Autobahn in Griechenland sowie im Versuchsstollen Hagerbach in der Schweiz durchführen. Weitere Tests sollen vorwiegend in Autobahntunneln durchgeführt werden.
Robinspect ist ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt. Beteiligt sind Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien und der Schweiz. Es läuft noch bis 2016.



