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Roaming-Gebühren: Wirtschaft warnt vor höheren Tarifen im Inland

Die Mobilfunkprovider warnen weiterhin vor höheren Inlandstarifen nach dem Wegfall der Roaming-Gebühren im Ausland. Nach Ansicht von Verbraucherschützern drohen aber keine höheren Preise.

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Was für Touristen von Vorteil ist, könnte im Inland zu höheren Preisen führen.
Was für Touristen von Vorteil ist, könnte im Inland zu höheren Preisen führen. (Bild: Michael Dalder/Reuters)

Die Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der EU führt nach Ansicht der IT-Wirtschaft zu höheren Tarifen im Inland. Das Aus für die Gebühren "würde das komplette Preisgefüge in der Mobilkommunikation ins Rutschen bringen und die Verbraucher an anderer Stelle zusätzlich belasten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder. Die Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung würden zwangsläufig steigen. Leidtragende seien die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen, "die wenig reisen und derzeit von den niedrigen Gebühren für Inlandsgespräche am stärksten profitieren", heißt es in der Bitkom-Mitteilung.

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Das Europäische Parlament hatte am Donnerstag einen Entwurf für einen digitalen europäischen Binnenmarkt beschlossen, der die Mobilfunkunternehmen dazu verpflichtet, künftig ein Roaming "auf gleichem Preisniveau" wie im Inland anzubieten. Für den Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) bedeutet dies jedoch keineswegs, dass zur Kompensation dieser Einnahmeausfälle die Tarife im Inland steigen müssen. "Schon in der Vergangenheit sind die Preise für Roaming deutlich gesunken, ohne dass die Inlandstarife gestiegen sind", sagte Lina Ehrig von der VZBV auf Anfrage von Golem.de. Darauf hatte die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes Anfang des Jahres bereits hingewiesen. Schon jetzt sparten Handynutzer im EU-Ausland durch die bisherigen Preisobergrenzen beim Roaming durchschnittlich zwischen 70 und 93 Prozent im Vergleich zu 2008, sagte Kroes.

Kriterien für "übliche Nutzung"

Ehrig wies zudem darauf hin, dass die Mobilfunkfirmen durchaus die Möglichkeit hätten, im Ausland höhere Preise zu nehmen. Denn die Verordnung schließt nicht aus, dass die Nutzung der Roaming-Dienste "auf ein Kriterium der üblichen Nutzung beschränkt" wird. "Ein etwaiges Kriterium der üblichen Nutzung muss so angewendet werden, dass Verbraucher, welche die verschiedenen inländischen Endkundenpakete des Roaming-Anbieters nutzen, ihr im Zusammenhang mit ihren jeweiligen inländischen Endkundenpaketen bestehendes Nutzungsverhalten auch bei regelmäßigen Reisen innerhalb der Union beibehalten können." Für das Kriterium der "üblichen Nutzung" sollen allgemeine Leitlinien erstellt werden.

Nach Ansicht von Kommission und Verbraucherschützern können die Firmen von der neuen Regelung sogar profitieren. Denn aufgrund der lange Zeit gültigen "horrenden Preise" hätten viele Nutzer ihr Handy im Ausland kaum genutzt und auf Datendienste verzichtet, sagte Ehrig. Auch aufgrund des Wettbewerbs sei nicht damit zu rechnen, dass die Anbieter die Preise erhöhten. Die EU-Kommission rechnet mit Umsatzeinbußen von einem halben Prozent für die Unternehmen.

Die Wirtschaft droht unterdessen mit weiteren Konsequenzen. "Die Netzbetreiber sind auf die Erlöse aus dem Roaming dringend angewiesen, um die anstehenden Milliardeninvestitionen in den Netzausbau stemmen zu können", schreibt Bitkom weiter. Mit der Abschaffung der Roaming-Gebühren konterkariere man daher die eigenen Ziele. Dass die Pläne noch einmal gestoppt werden könnten, ist aber eher unwahrscheinlich. Im Wahlkampf werden die Europa-Abgeordneten diesen Erfolg ihren Wählern oft genug präsentieren wollen.



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Lala Satalin... 05. Apr 2014

Inlandspreise sind doch schon länger deutlich teurer als Preise innerhalb der EU...

HabeHandy 05. Apr 2014

Am besten verkauft man ab mitte 2014/Anfang 2015 die Europaflat mit 20% Aufpreis...

Baron Münchhausen. 05. Apr 2014

... nur ein par Geier aus der Wirtschaft :D

Megaheinz 05. Apr 2014

Ich habe jetzt seit Jahren eplus und wenn man nicht im tiefsten Hinterland wohnt ist der...

wmayer 05. Apr 2014

Das sind allerdings doch auch genau die, die den ganzen Tag am Handy hängen.


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