Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Risse am Rahmen: Berlin legt knapp 90 E-Busse still

Die BVG hat nahezu alle 90 Elektrobusse des niederländischen Herstellers Ebusco vorläufig aus dem Verkehr gezogen. Der Grund sind Rahmenrisse.
/ Andreas Donath
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ebusco 2.2 (Bild: Ebusco)
Ebusco 2.2 Bild: Ebusco

Von den 90 Elektrobussen von Ebusco, welche die Berliner Verkehrsbetriebe 2022 gekauft hatten , sind mittlerweile fast alle nicht mehr im Einsatz. Zunächst waren 70 Busse betroffen, inzwischen wurde die Stilllegung auf nahezu die gesamte Flotte ausgeweitet. Ein BVG-Sprecher bestätigte dem Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) , dass kleine Risse am Fahrzeugrahmen gefunden worden seien.

"Da für die Busse eine Garantie besteht, wird der Hersteller die Reparaturen übernehmen" , teilte die BVG mit. Bis zur Behebung der Schäden bleiben die Fahrzeuge aber außer Betrieb, was die Verkehrsbetriebe zwingt, ältere Fahrzeuge einzusetzen – mit Verbrennungsmotor.

Hersteller hat finanzielle Probleme

Die Situation verschärfe sich durch die wirtschaftliche Lage von Ebusco, berichtete der Tagesspiegel weiter. Im Dezember 2025 musste das Unternehmen einen Überbrückungskredit von 5,1 Millionen Euro aufnehmen. Der Kredit dient dazu, die Auslieferung neuer Fahrzeuge zu ermöglichen und muss bis zum 1. Mai 2026 zurückgezahlt werden.

Nach Informationen von Electrive.net verlor Ebusco zuletzt mehrere Aufträge, weil es zu Verzögerungen kam. Verkehrsbetriebe in der Schweiz und Schweden sollen ihre Bestellungen zurückzogen haben.

Ob die wirtschaftlichen Probleme die Reparaturarbeiten beeinflussen werden, bleibt offen. Der Berliner Zeitung B.Z. teilte Ebusco mit, den Verpflichtungen der Garantie nachzukommen. Ein Zeitplan werde gerade mit der BVG abgestimmt. Die BVG äußerte sich nicht zu Details, hofft jedoch auf eine zügige Umsetzung.

Um den Busbetrieb trotz der ausgefallenen Fahrzeuge aufrechtzuerhalten, verschiebt die BVG geplante Ausmusterungen älterer Fahrzeuge. Zusätzlich werden Busse gemietet.

Elektrifizierungsziele korrigiert

Von den ursprünglichen Plänen der Elektrifizierung distanzierte sich die BVG inzwischen. Das Ziel, bis 2030 die gesamte Flotte auf Batteriebetrieb umzustellen, wurde aufgegeben. Bis 2030 würden maximal zwei Drittel der Flotte elektrifiziert sein, teilte die Verkehrsverwaltung 2025 mit. Das Problem sind nicht die Busse, sondern die fehlenden Betriebshöfe, an denen die Busse gewartet und geladen werden sollen.


Relevante Themen