Risikobewertung: Finanzbranche rüstet sich für den Klimastresstest

Im Zuge der Klimakrise soll Anlagevermögen auch nach Klimarisiken bewertet werden. Startups, die dafür IT-Tools entwickeln, sind gerade heiß begehrt.

Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Auch das Finanzsystem soll nachhaltiger werden.
Auch das Finanzsystem soll nachhaltiger werden. (Bild: Pixabay)

Die Europäischen Zentralbank (EZB) soll künftig einen aktiveren Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise leisten. Das ist die Ansage von Christine Lagarde, die am 1. November die Leitung der Europäischen Zentralbank übernehmen soll. Voraussetzung für eine ökologische Transformation der Wirtschaft ist, dass Investoren in neue, grüne Technologien investieren. "Es gibt kein stabiles Finanzsystem im Klimakollaps", sagt etwa der Grünen-Finanzexperte Sven Giegold.

Inhalt:
  1. Risikobewertung: Finanzbranche rüstet sich für den Klimastresstest
  2. Deutsche Bank und EZB arbeiten an Klimastresstests

Entscheidend sind daher Risikobewertungen, die eine Antwort auf die Frage liefern: Sind grüne, nachhaltige Anlagen weniger riskant als Anlagen in Unternehmenswerte, die auf der fossilen Energiewirtschaft beruhen? Bislang gibt es nicht genügend objektive Kriterien, um solche Fragen zu beantworten. Und "häufig fehlt Umwelt- und soziale Expertise innerhalb der Finanzwirtschaft", bemängelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in ihrem neuen Merkblatt zu Nachhaltigkeitsrisiken.

Finanzinstitute übernehmen Startups

Weil es zu den Risiken der Erderwärmung und des Artensterbens keine historische Finanzdatengrundlage gibt und viele Faktoren deshalb schwierig zu messen und steuern sind, werden derzeit mit Hochdruck neue Mess-, Steuerungs- und Risikominderungsinstrumente entwickelt. Die einschlägigen Startups werden jetzt von großen Finanzinstituten und Beratungsunternehmen übernommen:

Mitte September kündigte der US-Finanzdienstleister MSCI an, das 2015 gegründete Zürcher Startup Carbon Delta zu übernehmen. Carbon Delta berät Unternehmen mit Szenarioanalysen, wie sie ihre Bilanzen auf die Klimakrise vorbereiten können. MSCI wandelt das Startup in ein "Climate Risk Center" um, das von Zürich aus eine umfassende Klimarisiko-Bewertung für globale Anleger anbieten soll. Es soll weltweit mit führenden Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, wobei die Klimawissenschaft für die finanzielle Risikoanalyse eingespannt wird.

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Die Unternehmensberatung Privewaterhouse Coopers (PwC) übernahm bereits Anfang 2019 das Startup CO-Firm aus dem Landkreis Harburg bei Hamburg. Gründerin Nicole Röttmer hatte ein Big-Data-Tool für Stresstests entwickelt, das Klimarisiken für Unternehmen und Finanzdienstleister analysiert. Versicherer, Autobauer oder Energieversorger interessieren sich dafür, inwieweit CO2-Steuern oder Klimarisiken wie Wetterextreme die eigenen Finanzkennzahlen beeinflussen.

Das sogenannte Climatexcellence-Tool kann dafür verschiedene Szenarien für die nächsten 50 Jahre hochrechnen: Etwa eines, bei dem das Unternehmen aktiv wird, eines bei dem es zunächst abwartet oder eines, bei dem es nichts unternimmt. Im Ergebnis kann das Unternehmen errechnen lassen, ob sich eine bestimmte klimarelevante Investition lohnt. Das Szenarioanalyse-Tool war für PwC wohl so wichtig, dass es Röttmer als Partnerin verpflichtete.

Die Übernahmen kommen rechtzeitig

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Deutsche Bank und EZB arbeiten an Klimastresstests 
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minnime 03. Okt 2019

Ich verfluche meine Ahnen nicht. Meine Großeltern haben unser Land nach dem Krieg wieder...

Peter Brülls 02. Okt 2019

Ja, zu Prämien, die die Versicherer und Rückversicherer festlegen.

LRU 02. Okt 2019

Haha ja vermutlich wird irgendein Score errechnet, wie bei der Kreditwürdigkeit, nur das...

tirox 02. Okt 2019

Jo, wurde nach längerer Suche auch nicht fündig. Ich schätze, dass der Quellcode...



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